V I S I O N K R A F T L E I D E N S C H A F T P U L S A T E M P O F R E U D E

Mittwoch, 8. August 2012

Norseman - Julia Nikolopoulos' Rennbericht

Die Nacht vor dem Rennen war ungewöhnlich kurz. Nicht nur, weil der Wecker schon für 2 Uhr gestellt war, sondern auch weil Alex am Vorabend noch den Eidfjord Mini Triathlon mitmachte, dessen Start erst um 7 Uhr abends war (es war allerdings ein Duathlon, weil das Wasser so kalt war) und mitten in der Nacht sich eine Horde Jugendlicher überlegte, ihr Zelt direkt hinter unserem Wobi aufzuschlagen, sich dabei lautstark zu unterhalten und die Luftmatratze elektrisch aufzublasen. Als die dann endlich ruhig waren, ging der Wecker. Die übliche Wettkampfroutine ging los: anziehen, Alex zauberte mir meinen Latte Macchiato und ich versuchte, was zu essen. Man, war mir schlecht! Dann ging es rüber zur Wechselzone. Dort zeigte sich, dass es in diesem Rennen immer ums Team geht - ich hatte meine Neoprensocken vergessen und Alex joggte zum Wohnmobil zurück und holte sie, während ich mein Rad fertig machte. Um kurz vor 4 war es dann so weit - Zeit zum Einschiffen. Ein letzter Kuss, ein letzter panischer Blick zurück und schon ging es raus auf den Fjord.

Der Weg zum Schaffott ... ähhhh Schott!
(weitere bilder hier: https://plus.google.com/photos/111476188837317480802/albums/5773978897434156529?banner=pwa#photos/111476188837317480802/albums/5773978897434156529)

Die Atmosphäre auf der Fähre war eigen: voller Anspannung, ein bisschen Angst, Unsicherheit und Vorfreude auf das kommende...Dann waren wir endlich in Position, die Heckklappe ging auf und die ersten sprangen ins Wasser.

Für mich hatte der Gedanke, dass ich nicht ins Wasser springen müsste, etwas sehr beruhigendes. Also ging ich zur Chicken Ladder. Und wurde enttäuscht: keine Leiter, es war eine Tür ins schwarze Nichts!!! Also, dann doch die Rampe (und das ich, wo ich noch nicht mal von nem Startblock springe, wenn ich nicht muss). Ich setzte mich auf die Kante, sammelte mich für 30sek (die Helfer fragten mich schon, ob alles ok sei) und SPRANG! Aufschlagen im 13,5° kalten Wasser SCH§/$=, ist das kalt!), nach Luft schnappen...und feststellen, dass alles ok war. Ich schwamm zur Startlinie und positionierte mich am rechten Rand da ich beim Freiwasserschwimmen gerne einen Linksdrall entwickel. Das Schiffshorn blies und schon ging es los! Ich fand relativ schnell meinen Rhythmus und erinnerte mich immer wieder daran, dass ich nicht bummeln dürfe.

Rote Hände = sehr kaltes Wasser (13,5°)
Und dann fing das Problem an, das mich den ganzen Tag über begleiten würde: ich musste ganz dringend auf Toilette! Der Darm rumorte, ich versuchte ruhig zu bleiben und weiter zu schwimmen. Was mir auch mehr oder weniger gelang. Es ist halt nicht ganz einfach sich auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn man sooo dringend muss! Ich kämpfte mich weiter, das Gefühl für die Zeit geht mir im Wasser ohnehin immer ab. Endlich, das Ufer! ich renne aus dem Wasser, da läuft mir Alex schon entgegen, ich zerre mir die Neoprensachen vom Leib und sage, dass ich GANZ DRINGEND muss. Er klärt es mit einem Helfer, der mich ins Hotel nebendran begleitet (es gibt in der Wechselzone kein Dixi). Es ist, wie befürchtet, bester Durchfall. Ok, heulen hilft nichts, wieder zurück, Radklamotten an und los gehts endlich mit dem Rennen.

Ausgerüstet mit Licht und Warnweste geht es raus aus Eidfjord. Mir klappern die Zähne...Das Wetter ist trocken aber neblig bei irgendwas um 10° (?). Ich hatte mich schon die Tage vorher für Knielinge, Armlinge, Trikot und Weste entschieden. Eine gute Wahl wie sich zeigen wird. Auf der alten und neuen Straße geht es Richtung Hardangervidda - endlich ein Anstieg zum warm werden. Nach 5km ist das Zähne klappern endlich zuende. Ich überhole einen nach dem anderen in dem Anstieg und kurbele den Anstieg rauf.

Ein Brüllaffe? So weit im Norden! Zu dieser Jahreszeit... unmöglich!
Bei km 35 in Dyranut habe ich mich mit Alex verabredet - neues Essen und warmes Wasser zu trinken. Ausnahmsweise mache ich nicht den Brüllaffen und suche nur nach der grünen Jacke, rolle an der Verpflegungszone vorbei und sehe Alex nicht. Kleine Panikattacke! Da ich aber auf jeden Fall was zu trinken brauche und Alex wissen muss, dass ich durch bin, drehe ich um und mache jetzt den Brüllaffen. Da kommt er schon gerannt. Ich ziehe mir die Regenjacke für die kommende Abfahrt an, Austausch von drei Worten und ab Richtung Geilo (diese Aktion wird mich die Radbestzeit des Tages gekostet haben). Mit Rückenwind geht es über die Hardangervidda. Man, macht das Spaß! Ein paar leichtere Anstiege mittendrin werden locker gekurbelt, aber meistens geht es bergab. Vor Geilo steht Alex wieder und wartet mit Wasser - ich habe noch genug und rausche vorbei.

Der Verkehr mit den Supportern wird ein bisschen dünner bzw man "trifft" immer wieder die gleichen. Aus den Nicht-Supportautos wird man ebenfalls angefeuert (ich habe das "Heia" immer noch in meinen Ohren!). Es wird sehr rücksichtsvoll gefahren (auch auf den Trainingstouren wurde ich nie angehupt) und die Straßen sind unglaublich sauber. Nicht nur, dass kein Abfall am Wegesrand liegt (es ist absolut verpönt in Norwegen, Müll in der Natur zu entsorgen), sondern ich habe auch nicht eine kaputte Glasflasche oder Scherben auf der Tour gesehen. Ein Paradies für Radfahrer in der Hinsicht!

Kurz vor Geilo überholen mich fünf Athleten und fangen das Bummeln an, sobald sie mich "haben". Auf diese Art von Spielchen habe ich keine Lust, ich trete nochmal an und überhole sie wieder. Am Ortsausgang von Geilo im nächsten, 5km langen Anstieg wartet Alex. Regenjacke wieder aus, Wasser zugeladen, Gels erneuert und weiter. Ich klettere hoch (dieses war der erste Streich...) und in einer schönen Abfahrt geht es wieder runter. Unten angekommen geht es natürlich wieder rauf. Dieses Mal für knappe 6km. Oben wartet Alex wieder mit Wasser. Ich muss ein bisschen auf den Magen achten, der sich immer wieder meldet. Und wieder geht es runter. Kaum unten, geht es natürlich auch wieder rauf. Dann kommt der letzte Anstieg - 8km. Also nur noch der Feldberg von Oberursel bis zum Sandplacken, allerdings mit eine bisschen mehr Steigung. Alex wartet wie immer, ich brülle rüber, dass er für das Laufen doch bitte die Sonnencreme zurecht legt und nun geht es über eine Hochebene leicht hoch für weitere 4km. Die Landschaft ist sagenhaft, aber so richtig Zeit zum Kucken habe ich nicht. Dann, endlich die Abfahrt! Es geht mit leichten Serpentinen los und dann rollt es kontinuierlich für die nächsten 30km.

In der Hardangerwidda mit Rückenwind
Der Straßenbelag weist teilweise fiese Querrillen auf, dass ich immer wieder Angst habe, dass mir mein Flickzeug oder eine Plombe verloren geht. Ich passiere das 170-Kilometerschild. Und ich dachte schon, ich hätte mich verfahren! Denn seit Kilometern hatte ich weder einen anderen Athleten noch ein Supportauto gesehen.

Dann kommt endlich die dritte Rechtsabzweigung in Austbygdi. Es kann nicht mehr weit bis zur WZ2 sein! Ich überhole noch einen Mitstreiter und dann darf ich vom Rad.



Alex hat alles in der charmantesten Wechselzone, die ich bisher gesehen habe (grüne Wiese, jeder sucht sich seinen Platz) vorbereitet, er reißt mir die Radklamotten runter und cremt mir die Schultern ein, während ich die Schuhe anziehe. Und dann geht es im Schlappschritt los. Doch halt! Erst mal meldet sich der Darm, ab in Gebüsch! Schon besser! Es geht auf einer schönen Straße entlang eines Sees - mit leichten Wellen gespickt, damit uns auf keinen Fall langweilig wird. 

Schönstes Wetter am Renntag - statt Dauerregen in den Tagen vorm Rennen
Alex wartet alle zwei Kilometer auf mich mit Wasser und Cola. Der Magen ist zu dem Zeitpunkt nicht mehr willens, noch was an Gel aufzunehmen und so steige ich bei Kilometer 10 auf Cola um. Trotzdem muss ich bis Kilometer 25 noch zweimal ins Gebüsch. Bei Kilometer 19 sehe ich endlich den Gipfel! Ich bin froh, dass es in Rjukan dann endlich rauf geht. Ich trippel-jogge den Anstieg rauf. Und Alex steht nach wie vor alle 1-2km am Rand und wartet. Ich erlaube mir eine kurze Gehpause, dann laufe ich weiter. Bei Kilometer 28 rum fragt er, ob ich wissen will, wo ich liege. "Ist das interessant?" frage ich. Erst da erfahre ich, dass ich in Führung liege. Tief durchatmen und weitermachen! Ich arbeite mich in 5km Schritten Richtung Gipfel - dabei überhole ich einige spazierengehende Athleten. Endlich, Kilometer 32,5!


Kilometer 32,5, der richtige Spaß beginnt!
Nummer wird am Checkpoint auf der Liste abgehakt, dann los zu Kilometer 37,5 - dem Checkpoint, bevor es vom Asphalt auf das Geröll geht. Alex war vorgefahren und wartet mit den beiden Rucksäcken. ich werde gefragt, ob ich Essen, Trinken, warme Kleidung und das Handy dabei habe und wir dürfen weiter (unter zahlreichen "Heia"-Rufen natürlich! :-)). Uns kommen vielen Wanderer entgegen - alle feuern an. Der Nopogo treibt aber ich kann für den Moment nicht schneller. Der Magen vermeldet Hunger! Sehr gut! ich esse einen Riegel und sofort macht sich die zugeführte Energie bemerkbar. Der Schritt wird schneller und der Gipfel kommt immer näher. Der Mitstreiter, der mal vor und mal hinter uns hochstieg, überholt mich zum letzten Mal. Alex rennt schon zum Ziel für ein Foto und ich steige die letzten Meter rauf. Oben angekommen kann ich es kaum glauben! GESCHAFFT!



Im Ziel
Ich bekomme ein Decke umgehängt, Fotos werden gemacht und da kommt auch schon die zweite Frau. Nächstes Foto, dann bekomme ich Tomatensuppe zu essen. Ich bin in dem Moment unglaublich müde, zufrieden und mir tun die Beine weh! Hatte ich vor dem Rennen noch die Idee, dass ich mit Alex noch absteigen könnte, muss ich diese leider verwerfen. Keine Chance. Ich ziehe mich um und ich steige runter zur Bahn, während Alex den Abstieg startet. Die unterirdische Bahn bringt mich in zwei Etappen nach unten, der Shuttlebus dann wieder zum Checkpoint km37,5, wo ich auf Alex warte. Der kommt gegen halb 8 unten an, wir suchen unser Wohnmobil und machen Platz für das nächste Supportauto. Wir haben eine Reservierung für einen Campingplatz unten in Rjukan, aber wir biegen auf den nächstbesten Zeltplatz ein. Auch da das übliche Prozedere: duschen, Nudeln machen und dann endlich schlafen - ohne von Mücken aufgefressen oder durch störende Geräusche wach gehalten zu werden. Innerhalb von Sekunden bin ich nach einem erlebnisreichen Tag eingeschlafen.
Die Siegerehrung am nächsten Tag ist schnell und schnmerzlos abgehandelt. Ab 10 Uhr kann sich jeder Finisher sein T-Shirt abholen, um 11 fängt die Siegerehrung an.


The chosen few of Norseman 2012!
De ersten drei Frauen werden nach vorne gerufen, Foto gemacht und verabschiedet. Die ersten drei Männer werden nach vorne gerufen, Foto gemacht und verabschiedet. Es gibt das Gruppenfoto mit allen Teilnehmern vor dem Gaustatoppen und damit ist der offizielle Teil beendet. Wir bleiben noch an der Strecke am Nachmittag und feuern noch eine Bekannte an und fahren dann zu Auster und Leif, die in der Nähe von Rjukan Urlaub machen. Dort verbringen wir einen wunderbar entspannten und entspannenden Nachmittag, bevor wir uns am folgenden Tag Richtung Fähre nach Oslo aufmachen.

Nun sind wir wieder zurück, ich bin immer noch ganz geflasht von dem Rennen. Mal sehen, ob ich mich wieder für die Lotterie im kommenden Jahr melden werde... :-)

Liebe Grüße

Julia

Montag, 6. August 2012

Zweites Rennen, zweiter Sieg: Unsere Mädels untermauert die Favoritenrolle in der 2. Hessenliga

Das Siegerteam v.l.n.r.: Joanna, Julia, alexandra & Marie

Das im Rahmen des Frankfurt City-Triathlons am vergangenen Sonntag ausgetragene Rennen der zweiten hessischen Damenliga wurde erneut von unserem neuen Damenteam dominiert. Bei dem Rennen über die Olympische Distanz, ausgetragen nur einen Tag nach dem Olympischen Damenrennen von London, gingen Julia Ertmer, Alexandra Fellmann, Joanna Tywczynski und Marie Anselmann nicht nur deshalb hochmotiviert an den Start. Bereits im ersten Ligarennen konnten die Orberinnen den Tagessieg in der Mannschaftswertung, bei der die Endzeiten der drei Schnellsten addiert gewertet werden, einfahren. Etwas geschwächt durch die Abwesenheit von Ironman-Altersklassen-Europameisterin Julia Nikolopoulos, legten die Orber Triathletinnen trotzdem auf den 1,5km im Langener Waldsee, den 45km auf dem Rad und den 10km zu Fuß durch die Frankfurter Innenstadt ordentlich los und wiesen am Ende die gesamte Konkurrenz mit über 10 Minuten Vorsprung in die Schranken.

Aber nicht nur die Teamwertung gewannen die Bad Orber. Das Podium in der Einzelwertung wurde gleich von zwei Athletinnen des Teams besetzt. Den Tagessieg in einer Gesamtzeit von 2:23 Stunden trug - wie schon beim ersten Ligarennen in Darmstadt - Julia  davon. Auf dem zweiten Rang folgte in 2:30 Stunden Alexandra. Mit einer Endzeit von 2:48 Stunden komplettierte Joanna das Wertungsergebnis. Einen persönlichen Erfolg feierte die vierte Starterin im Bunde: Bei ihrem ersten Ligarennen überhaupt und gleichsam ihrem Debüt auf der - im Vergleich zu ihren Starts bei Jedermann-Rennen deutlich längeren - olympischen Distanz, zeigte Marie  in 3:13 Stunden vollen Einsatz. 

"Die Mädels haben heute in Frankfurt großen Sport gezeigt. Julia Ertmer hat hervorragende Leistungen in allen drei Disziplinen gezeigt und
Alexandra Fellmann mit der besten Radzeit aller Ligastarterinnen geglänzt", resümiert Teambetreuer Jürgen Metzler das Rennen. Mit der Favoritenrolle im Gepäck reisen die Orber Triathletinnen zu den beiden noch ausstehenden Ligarennen nach Bad Arolsen und Fritzlar.


Tagesergebnis:

1. TV Bad Orb/ Team Spessart Challenge 7:42:53h
410 Fellmann, Alexandra 65 DEU 2:30:20
412 Tzinski, Johanna 85 DEU 2:48:44
409 Ertmer, Julia 83 DEU 2:23:49

2. SG Frankfurt-Nied 7:52:11h
417 Wächtershäuser, Anna 79 DEU 2:36:15
418 Schneider, Katja 88 DEU 2:37:58
419 Lorenz, Gesine 87 DEU 2:37:58

3. SC Oberursel 8:00:03h

434 Döbele, Melanie 73 DEU 2:52:51
436 Wöhner, Anita 82 DEU 2:48:37
437 Seiler, Ulrike 68 DEU 2:40:20



Tabelle der 2. Hessenliga nach 2 von 4 Rennen

1. TV Bad Orb
2. Tri-Force Fulda
3. SG 1877 Frankfurt-Nied
4. Tri-Team Fuldatal
5. SC Oberursel
6. SG Giessen-Krofdorf-Gleiberg
7. Software AG-Team DSW Darmstadt
8. Eintracht Frankfurt
9. ADAC Sportclub Gelnhausen
10. WVC Kassel



Norseman 2012 – Julia Nikolopoulos siegt mit Streckenrekord


Der Garten der ganz, ganz Harten!

Allein schon einen Startplatz beim Norseman, dem wohl schwersten Triathlon der Welt über die Ironman-Distanz zu ergattern, ist ein schwieriges Unterfangen. Nur ganze 150 Anmeldungen nehmen die Organisatoren jährlich an. Die kleine Bergbahn, die auf den 1883m hohen Gipfel des Zielberges Gaustatoppen führt kann nicht mehr Menschen ins Tal befördern. 2012 allerdings hatten sich die Organisatoren entschlossen, zum 10-jährigen Bestehen zwei Rennen auszutragen, eines am 04., eines am 05. August. Julia Nikolopoulos hatte sich mit ihrer sportlichen Vita, in der zwei Teilnahmen bei der Ironman-WM auf Hawaii, der 5. Platz beim Ironman UK 2008 und der Sieg bei der Ironman-EM 2011 in der Altersklasse stehen beworben und einen Startplatz im ersten Rennen am Samstag zugeteilt bekommen.



Julia beim Schwimmausstieg (die Datenleitung aus dem hohen Norden ist etwas dünn, darum die eher miserable Qualität der Bilder)
 Am kältesten sollte der Ausflug in den hohen Norden für Julia gleich zu Beginn werden: Der Hardangerfjord war mit einer Temperatur von nur knapp über 14°C nicht wirklich wohl temperiert. Dick eingepackt nicht nur mit Neoprenanzug, sondern auch Neoprenbadekappe und Neoprensocken (s. Bild oben) brachte Julia die Auftaktdisziplin in knapp 1:15h hinter sich und begann die 180km lange Radstrecke schon in den Top 10 des Frauenfeldes. Von Meereshöhe führte die Radstrecke zunächst hinauf auf das gut 1.000m hoch gelegene Plateau der Hardangervidda, die in östliche Richtung zu durchqueren ist. Nach diesem langen Anstieg schon hatte sich die Orberin weit nach vorn gearbeitet und konnte sich bei idealen äußeren Bedingungen von um 17° mit der zweitbesten Radzeit des Tages (6:24h) die Gesamtführung erkämpfen. Als sie sich nach fast acht Stunden Rennzeit die Laufschuhe binden konnte, stand ihr die härteste Prüfung aber noch bevor. Der zu absolvierende Marathon verläuft zwar zunächst bergab und steigt dann erst nur leicht an. Auf den letzten 10 Kilometern aber haben die Athleten hinauf zum Gipfel des Gaustatoppen einen Höhenunterschied von mehr als 1.500 Metern zu überwinden. Die Zwischenmeldung bei Laufkilometer 32 aber hatte es in sich und sorgte beim Orber Miniteam, das aus Julia und ihrem Mann Alexander bestand, für einen Schuss Extramotivation: Sie lag dort mehr als 25 Minuten vor dem 2011 Jahr aufgestellten Streckenrekord der Profiathletin Susanne Buckenlei.


Julia bei 32,5km der Laufstrecke, der Gipfel des Gaustatoppen im Hintergrund
 Was aber auf diesen letzten Kilometern passiert, läßt sich sehr schwer voraussagen, denn auch ein Training mit Läufen auf den Großen Feldberg im Taunus kann für einen mehr als doppelt so langen Anstieg – am Ende über Geröllpassagen, nicht wirklich vorbereiten. Trotzdem schlug sich Julia bravourös und erreichte das Ziel mit neuem Streckenrekord von 13:00:40h* vor der am Ende stark aufkommenden Zweitplatzierten Ingrid Lorvik aus Norwegen. Diese erreichte weniger als zwei Minuten nach Julia in 13:02:35h das Ziel. Dritte wurde, knapp eine Dreiviertelstunde zurück, die Britin Sue Smith (13:43:50h).


*Julias Streckenrekord sollte leider nur rund 23 Stunden Bestand haben. Im Rennen am Sonntag verbesserte Siegerin Anett Finger (Dresden) die Bestmarke auf 12:17h.









Montag, 30. Juli 2012

Back to Tri - Florian Broschs erster Triathlon 2012



Selbst der Neoprenanzug mit Applikationen in Vereins-Orange, Respekt!
 
























Nach langer verletzungsbedingter Triathlonpause startete Florian Brosch dieses Wochenende beim 21. Kindelsberg Sprinttriathlon und konnte einen hervorragenden 5. Platz zwischen den zahlreichen Athleten des Ejot Team Buschhütten erreichen.

Aber von vorne: Florians diesjährige Wettkampfsaison war zwar bis jetzt triathlonfrei, aber keineswegs ohne Wettkämpfe. So konnte er an seiner Schwimmform arbeiten und dies auch als Staffelschwimmer in Roth mit einer Zeit von gut 56min unter Beweis stellen. Auch der 10. Platz beim Internationalen Spessart Bikemarathon in Frammersbach zeigte, dass Florian auch auf dem Rad gut trainiert hatte. Seit drei bis vier Wochen stand jetzt dank sehr guter physiotherapeutischer Behandlung wieder der langsame Einstieg ins Lauftraining an. Und so kam auch wieder die Lust, das Wettkampfgefühl als Athlet selbst mitzuerleben. Also Wettkampf gesucht, gefunden und Taktik bereitgelegt: Volles Rohr schwimmen und radeln und dann locker laufen. Diese Taktik bestand auch noch bis Kilometer 19 auf dem Rad. Aber von vorne: Nach 550m im Naturfreibad konnte Florian unter den Top Ten als erster Nicht-Buschhüttener auf die Radstrecke wechseln und schon bald drei Athleten überholen. Nur leider fuhren diese drei Athleten, dann 19km direkt an Broschs Hinterrad, somit war die Taktik des langsamen Laufens kurz vor der Wechselzone der Wut über die „lutschenden“ Athleten gewichen. Florian konnte nach dem Wechsel sofort die zwei Athleten am Berg der Laufstrecke stellen und sah auch die 4er Führungsgruppe. Diese war jedoch zu weit weg und so konnte er mit einer schnellen Laufzeit trotz fast einjähriger Laufpause als „Außenseiter und erster Nicht-Buschhüttener zwischen der Buschhüttendominanz“ (Kommentar des Moderators) auf den 5. Gesamtrang und den 2. AK Rang laufen.

Leider hatte die Siegerehrung einen faden Beigeschmack, da nicht nur beim Orber drei Athleten permanent im Windschatten fuhren, sondern auch dem Moderator von den Zuschauern und Athleten zu Ohren kam, dass die 4 Erstplatzierten ein Mannschaftszeitfahren veranstaltet hatten.

Ob Florian allerdings beim nächsten Ligarennen die Mannschaft verstärken wird – das Knie ist eben noch nicht zu 100% auskuriert – hat er noch nicht entschieden. Brauchen allerdings könnte ihn die Mannschaft auch in der jetzigen Form in jedem Fall sehr gut.

Dienstag, 17. Juli 2012

DHMS 2012: Jörn Gabler 21.



Am vergangenen Wochenende ging Jörn Gabler bei den Deutschen Hochschulmeisterschafen im Triathlon auf der Sprintdistanz (750m-24k-5k) an den Start. Die Äußeren- Bedingungen waren, wie diesen Sommer typisch regnerisch, kalt und sehr böiger Wind.  In einem sehr stark besetzten Feld, in dem jedoch große Namen fehlten belegte der Orber den 21. Platz. „Ich wurde noch nie so beim Schwimmen verkloppt, vor der ersten Boje lag ich so um die fünfte Position, als ich wieder normal Luft holen konnte, war der Schwimm-Express dann mir schon enteilt. Die große Unbekannte- das Radfahren lief gut, ich habe zwar nicht alles abrufen können was ich kann, aber dafür endlich schmerzfrei! Beim Abschließenden Lauf bin ich volles Risiko gegangen und habe mir eine ordentliche Laktatdusche auf den ersten 2km gegeben, so dass ich bei 3km Sterne gesehen habe. Die letzten zwei liefen wieder sehr gut. Über die Zeit auf diesem profilierten Rundkurs bin ich sehr happy."

Rng Name, Vorname Uni Swim Bike Run Endzeit

1. Herber, Philipp TU Braunschweig - - 9:15 36:20 16:41 1:02:16h

2 Dobrowald, Bastian UNI Leipzig - - 8:21 3 54:09 1:02:30h

3 Marx, Jonathan UNI des Saarlandes 8:16 2 37:51 16:51 1:02:58h

[…]

21. Gabler, Jörn UNI Marburg 9:51 39:32 17:52 1:07:15h


Dienstag, 10. Juli 2012

8:52:03 - Mörderbestzeit in Roth!



Nu ja, so zugeschlagen haben wir bloß, wenn wir die von unseres Teams in Roth am letzten Wochenende aufAddieren. Flo schwamm supergute 56:35min, allerdings in der Staffel, Jürgen wechselte blitzschnell aufs Rad, Tim spulte die 180km in Rekordzeit ab und Jürgen legte einen soliden Marathon hin. Nur eben in sehr verschiedenen Rennen. Jürgen war allein unterwegs, stellte aber trotzdem in 9:38:30h eine neue persönliche Bestzeit auf. Die Massage im Anschluss hatte er sich dann auch redlich verdient:



Ale zweiter Einzelstarter war Bernd unterwegs, der – bis auf die Kaffeepausen in den Wechselzonen … Bernd, was machst Du da so lage??? – auch nen super Rennen ablieferte, bei dem am Ende eine 11:17:27h stand. Dritter im Bunde derjenigen, die es sich so richtig gegeben haben war Johannes Goldbach, den ich in der ersten Version dieses artikels glatt unterschlagen hatte und der mit PB beim schwimmen am Ende 10:31:42h ins Ziel kam.

Der Rest von uns lief in Roth als Weichei auf und machte bloß Staffel und das in der light Version, also entweder im Kanal oder auf dem Rad. Wobei… man Florian da keinen Vorwurf machen, denn er sprang dankenswerter Weise kurzfristig ein, obwohl er eigentlich als Edelhelfer für Jürgen gebucht war. Die mit einer fiesen Schnupfennase in das Wasser gepflügte 56:35min können sich allemal sehen lassen. Die üblichen (Rad)Verdächtigen aber von vorneherein nix anderes vor als mal auf dem Rad so richtig die Sau rauszulassen. Leider hatte Alex ja noch den IM Nizza inne Beene, weshalb er sich mit Blick auf Kona vernünftigerweise dazu entschied, nicht 100% zu fahren, um mit ansage knapp sub 4:40h zu fahren. Julia, auch kurzfristig eingesprungen nutzte den Ausflug nach Roth für eine schöne lange Tempoeinheit und landete nach 5:13:46h am Park&Ride Parkplatz in Roth an. Tim, ohne Ironman in den Beinen erwischte ebenfalls einen guten Tag und guten Wind, sodass am Ende 4:26:49h zu Buche standen.

Gewonnen hat keiner von uns einen Blumentopf, aber trotzdem hat sich der sportliche Ausflug nach Roth wieder mal gelohnt.

Auf eine Neues 2013! 

Sonntag, 1. Juli 2012

Ertmer und Kohr siegreich bei den Hessischen Meisterschaften



Hervorragende Ergebnisse erreichten die heimischen Triathleten bei den hessischen Meisterschaften über die Olympische Distanz von 1500m Schwimmen, 40km Radfahren und 10km Laufen.
Adi & Julia vor dem Start

Beim 23. WVC Abendtriathlon am 30. Juni im nordhessischen Kassel präsentierten sich der SPV Seligenstadt, der ADAC Triathlonclub Main-Kinzig genauso wie der SV Gelnhausen und das Team Spessartchallenge des TV Bad Orb. Dabei stachen die Orber Triathleten mit Julia Ertmer und Adi Kohr hervor. Im spannenden Rennen der Frauen musste sich Ertmer nur von der Regionaligastarterin Lena Nitschge vom KSV Baunatal geschlagen geben. Nitschge war der Orberin vor dem abschließenden Lauf zwei Minuten enteilt. Ertmer gelang durch das schnellste Lauftempo im Frauenfeld, diesen Rückstand bis auf 40 Sekunden schrumpfen zu lassen und als Vizehessenmeisterin nach 2:16:35 Stunden ins Ziel in der Fuldaaue einzulaufen. Dieses Ergebnis bedeutete ebenfalls den Sieg in der Altersklassenwertung W25.
Adi beim abschließenden Lauf
Einen Altersklassenpodestplatz erkämpfte auch Ertmers Teamkollege Adi Kohr. Nach sehr schnellen 2:06:09 Stunden stand für Kohr nicht nur eine Top10-Platzierung im Männerfeld zu Buche, sondern auch Vizehessenmeistertitel in der Altersklassenwertung M40.
Der Hessenmeistertitel bei den Juniorinnen ging an Laura Sophie Usinger. Nach 2:34:30 Stunden hatte die Athletin des Triathlonclub Main-Kinzig die Nase vorn in ihrer Altersklasse. Das Feld der heimsichen Starter wurde durch Rafael Ruppel vom SV Gelnhausen, Oli Hodatsch vom SPV Seligenstadt, Ramona Walz und Kristina Malz vom ADAC Triathlonclub komplettiert. 

Siegerehrung mit Julia

Donnerstag, 28. Juni 2012

Sturm auf den Betze, Teil 2: Julia Ertmer 2. auf der Mitteldistanz

Bei der ersten Austragung des Tri-Pfalz in Kaiserslautern gelang Julia Ertmer ein hevorragender zweiter Gesamtplatz über die Mitteldistanz von 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und einem Halbmarathon über 21,1km. „Obwohl wir schon um 8 Uhr starten mussten, war es am See mit den ersten frühen Sonnenstrahlen eine herrliche Wettkampfathmosphäre. Da war ich hochmotiviert.“, berichtete Ertmer die Vorstartan­spannung. Die Leistung ist umso beachtlicher, da dies ihre erste Teilnahme über die halbe Ironmandistanz war. Lediglich Profiathletin Almuth Grüber von der MTG Mannheim konnte Julia beim erstmals ausgetragenen Wettkampf in und um Kaiserslautern stoppen.

Gute Laune vorm Start
Die Auftaktdisziplin im Badesee Gelterswoog beendete Julia nach „flotten“ 30:27min, so dass nur 15 Sekunden zwischen ihr und Gruber lagen. Nach einem schnellen Wechsel war auch Julia Wydra von TritroniTeam St. Wendel kurz hinter den beiden Führenden Athleten auf das Rad gestiegen. Die zweimal zu durchfahrenden Runde durch den Pfälzer Wald ging das Führungstrio mit einem hohem Tempo an, sodass schon nach zehn Kilometern die Abstände zu den nachfolgenden Athleten anwuchsen und der Tagessieg unter den ersten drei Führenden ausgemacht werden konnte. Grüber setzte sich von Julia und Wybra am ersten von vier Bergen ab und enteilte in 2:42h Julia (2:51h) und Wybra (2:53h). Diesen Vorsprung gab Grüber auch beim Laufen nicht mehr her, baute ihn sogar noch aus. Dahinter entstand ein Zweikampf um den Vizetitel unweit des traditionsreichen Fritz-Walter-Stadions. Julia und Wybra trennten nur 2 Minuten, sodass es für Julia galt, ihre läuferische Stärke auszuspielen. Die Orber Athletin hielt dem hohen Aufholtempo von Wybra stand und konnte mit konstantem Laufschritt den auf dem Rad ausgebauten Vorsprung verteidigen. So sicherte sie sich mit einem abschließenden Halbmarathon in 1:37h den zweiten Platz mit der Gesamtzeit von 5:04:05 Std., drei Minuten vor Wybra.

Begrüßt wurden alle Finisher an diesem Tag von „Der Preis ist heiß“-Legende Harry Wijnvoord, der als Moderator für Stimmung sorgte.

"Der Preis ist heiss!" - Heute mit überdimensional großen Siegerschecks
Unter frenetischem Jubel des Männerteams Spessartchallenge, das das ebenfalls ausgetragene Regionalligarennen bereits beendet hatte, nahm Julia (2. voin links) überglücklich den Scheck für ihren Erfolg beim Mitteldistanzdebüt entgegen. „Es ist wunderbar in so einem tollen Team zu starten. Da macht wettkämpfen, auch wenn es brutal anstrengend ist, einfach nur Freude.“, resümierte Julia erschöpft, die schon in der kommenden Woche bei den hessischen Meisterschaften über die Olympische Distanz in Kassel ein Wörtchen mitreden möchte.

Dienstag, 26. Juni 2012

Alex' Rennbericht zum IM Nizza

So, wieder daheim, auf dem Flug hatte ich genug Zeit zum Tippern - ist etwas mehr geworden:


Die Nacht davor:
Die Nacht vor dem Wettkampf schläft man ja eh nie sonderlich gut, aber diese Nacht war mal wieder ein Highlight. Unser Fenster ging ja zu einer recht stark befahrenen Straße und so wurde es abends immer recht laut – zumal das Bahnhofsviertel auch nicht grad das schönste ist. Ich hatte mir daher Ohropax gekauft, so dass ich einigermaßen schlafen konnte. Als dann aber irgend so ein Voll-Chaot meinte um 2:00 Uhr nachts seine gesammelten Glasflaschen in den Container vor unserem Fenster zu werfen war es vorbei mit den Schlafversuchen. Ich glaube der hat die gesammelten Flaschen der letzten drei Jahre eingeworfen, so lange war der beschäftigt. Um 3:15 klingelte dann aber eh der Wecker, und es konnte los gehen.

Zum Frühstück gab es lecker Instantkaffee und Gummi-Baguette mit Marmelade und Nutella. Zumindest nennen die das hier Nutella, aber anscheinend ist die französische Rezeptur eine andere, denn das schmeckt hier doch etwas anders – Fachleute wie uns kann man damit aber nicht überlisten. Geschmeckt hat es aber dennoch.

Zur Einstimmung auf das Rennen hatten wir auch noch ein persönliches Video von Lance bekommen, der allen Teammitgliedern viel Glück wünschte.

Dann ging es auch schon bald los, bis zur Wechselzone waren es ca. 30 Minuten zu laufen und wir wollten ja pünktlich sein.

Pre Race
In der Wechselzone dann die übliche Prozedur: Rad vorbereiten, Klo, noch einmal Klo, dann chillen, noch etwas trinken, noch ein letzter Klo Besuch und schließlich Neo an. Leider hatte sich wohl die Batterie in meinem Brustgurt verabschiedet, also gab es keine Pulswerte. Egel, guck ich im Training auch nicht drauf, also musste ich im Rennen nicht damit beginnen. Runter an den Strand und das erste dumme Gefühl: Hm, grummelt ganz schön im Magen, eventuell doch noch ein Klo Besuch – ging aber nicht mehr, hier gab es keine Klos mehr. Also kurz ins Wasser, Wasser in den Neo, alles gut zurecht geschwubbelt und dann brav mit meiner erwarteten Schwimmzeit einsortiert. Und gewartet, gewartet und noch mehr gewartet.....
Immer noch gewartet....

Schwimmen
Der Schwimmstart erfolgte als Landstart, das bedeutete, man musste über die Steine ins Wasser laufen. Klingt nun schlimm, aber es war wie immer, sobald der Startschuss ertönte, waren die Steine vergessen und alle stürmten wie die Irren ins Wasser wo auch gleich das Geprügel begann. Nicht mehr und nicht weniger als bei anderen Rennen, halt das übliche. Nach einigen Minuten hatte sich das aber auch gelegt und man konnte ganz gut schwimmen. Es gab zwar immer wieder einige Nasen, die auch trotz des reichlich vorhandenen Platzes anfingen zu drängeln und zu nerven, aber da kann man sich ja auch wehren. An den Bojen wurde es natürlich auch wieder enger, aber auch immer noch zivilisiert. Dennoch hab ich während des Schwimmens gefühlt einen Liter Salzwasser geschluckt, damit sollte ich auch für den Rest des Rennens versorgt sein. Die Salztabletten konnte ich mir also erst einmal sparen.

Dann der Landgang: auf Händen und Füßen krabbelte ich aus dem Wasser und wurde dabei auch noch fotografiert. Zum Glück ging es mehreren so, dass sie nicht auf zwei Beinen den Ausstieg rauf kamen.

Zu Beginn der zweiten Runde war ich mir nicht ganz sicher, wie diese nun verlaufen würde und war so etwas überrascht, dass wir nun links herum schwimmen mussten – ich hätte mir dann doch den Plan anschauen sollen. Nach 1:05 hatte ich dann aber auch diese Runde hinter mir, bis zur Zeitmessmatte waren es noch einige Meter, so dass die Uhr für mein Schwimmen 1:06 stoppte. Ganz passabel. Hätte auch schlechter ausfallen können und mein Rennen sollte ja nun erst beginnen.

Rad
Video kommt noch - muss ich noch zusammen schnibbeln...
Als Wechseldepp habe ich mich dann wieder etwas ungeschickt angestellt, bis ich all meine sieben Sachen zusammen hatte. Vor allem die Skincooler waren wieder einmal recht widerspenstig, zumal der eine nicht mehr ganz heile ist – das Loch ist mittlerweile so groß, dass ich beinahe dort wieder raus gekommen wäre.... Ich glaube, da sind dann doch mal neue fällig.

Dann aber endlich: raus aus der Wechselzone und los. Erst einmal Tempo gemacht, rein in die Schuhe – verflixt – ich hatte vergessen die Schuhe aufzumachen, aber auch das ging irgendwie und etwas später als sonst war ich dann Randale-bereit.

Die ersten 20km verlaufen ja beinahe komplett flach am Meer und an einem Fluss entlang, so dass ich hier direkt loslegen konnte wie ein Irrer. Ich wollte möglichst schnell die Grüppchen überholen, was nicht immer so ganz einfach war, da die Strecke nicht gesperrt war und es doch ab und an Gegenverkehr gab. Nach 20km geht es dann auf einen Schlag einen 12-14% rauf und das tut dann doch weh – zumal ich meine Schaltung nicht so ganz korrekt eingestellt hatte und die zwei großen Ritzel nicht nutzen konnte. So musste ich dann mit einer gefühlten Kadenz von 20 Umdrehungen die Steigung hoch pressen, die aber zum Glück nur ca. 500 Meter lang war. Also merken für den nächsten IM: es sollten alle Gänge fahrbar sein.

Weiter ging es erst einmal gemächlich bergauf, dann ein Stück wellig, bevor eine kleine Abfahrt anstand. Immer wieder konnte ich einen um den anderen Fahrer überholen und wider Erwarten gab es hier doch keine unvorhergesehen Ansammlung von Bergspezialisten, die mir um die Ohren fuhren. Auch hier war die Strecke nicht gesperrt, immer mal wieder gab es vereinzelte Fahrzeuge auf der Strecke und natürlich Scharen von Hobbyfahrern, die aber in der Regel Rücksicht auf uns nahmen und uns sogar anfeuerten. Das Wetter war bestens: knackwarm und pralle Sonne, dazu eine atemberaubende Landschaft, was will man mehr? Schließlich stand der lange Anstieg der Strecke an: ca. 16km sollte es nun bergauf gehen, allerdings recht moderat, die maximale Steigung beträgt wohl so 7%, da brauchte ich zum Glück meine beiden großen Gänge nicht. Auch hier konnte ich einen um den anderen Fahrer überholen, ohne mich komplett zu zerstören. Etwas nervig waren die Kollegen, die anscheinend noch nicht verstanden haben, dass mal auch mal rechts fahren kann – immer wieder gab es solche Kollegen, die meinten unbedingt auf der Mittellinie fahren zu müssen, auch wenn sie alleine unterwegs waren. Mit genügend Gebrüll konnte ich aber auch die nach rechts scheuchen, nur ein oder zwei Mal musste ich rechts vorbei. Irgendwann war auch ich dann oben am Col angekommen und gleich ging es in einer leichten Abfahrt rasend wieder runter. Die war vollkommen anspruchslos: ganz leichtes Gefälle, so gut wie keine Kurven, also runter auf den Auflieger und gib ihm. In der Ebene macht mir hier keiner was vor. Weiter ging es mal flach, mal die eine oder andere lustige Abfahrt bis zum zweiten Anstieg, der aber auch nur 7km lang war. Auch hier wieder eine recht moderate Steigung und schwupps war auch der vorbei. Damit ist die Strecke dann auch eigentlich schon so gut wie gegessen, es geht dann nur noch bergab oder flach. An einem ca. 5km langen Wendepunktstück konnte man sehr gut sehen, an welcher Position man sich befand: es waren nicht mehr so viele vor mir, und den einen oder anderen wollte ich mir noch schnappen. Bei Kilometer 140 schaute ich dann auf den Tacho und der zeigte grad 4 Stunden an. Da ging dann das Rechnen los: 40km kann ich locker in einer Stunde fahren....... Also vergessen wir nun mal das Laufen und fahren nun mal auf Radbestzeit. Im letzten Jahr lag die ja bei 5 Stunden und etwas bei dem Amateuren. Den letzten Downhill ging es dann auch abwärts wie gestört. In einigen Kurven dachte ich mir noch: oh, das war zu schnell – hat aber doch gereicht. Dann nur noch das letzte Flachstück: 20km und ich hatte noch mehr als 30 Minuten Zeit. Also Zeitfahr-Modus: runter auf den Auflieger, klein machen und volle Presse – wen interessiert schon das Laufen. Die zahlreichen Schlaglöcher, die ich dabei übersehen habe, waren glücklicherweise nicht so schlimm, dass ich irgendwelche Pannen hatte. Auf der Promenade dann All out: mit 47km/h ging es Richtung Wechselzone.



Schnell aus den Schuhen und zack runter vom Rad. Bingo: 4:55 – mehr wollte ich ja nicht. Mit dickem Grinsen schob ich mein Rad zurück in den Radständer, wo noch nicht viele Räder standen.

Am Ende war dann doch ein AGler schneller, aber was soll’s – der darf das.

Laufen
Auch beim Wechsel zum Laufen stellte ich mich mal wieder nicht sonderlich geschickt an. Vor allem das Anziehen der CEP Socken mit schweißnassen Beinen führte bei mir beinahe zu einem Bandscheibenvorfall, aber mit viel Gezerre und Gewürge war ich dann auch irgendwann drin. Noch schnell die Kappe auf, zwei Gels eingepackt und ab auf die Strecke (keine Angst, die Schuhe hab ich nicht vergessen). Natürlich ließ ich mich zunächst von den vielen Zuschauern mitreißen und rannte einen 3:50 Schnitt los, aber schnell siegte mein Verstand und ich drosselte das Tempo. Die Strecke ist dann relativ eintönig (um es mal dezent auszudrücken): 5km an der Promenade in eine Richtung, dann Wendepunkt und zurück. Das Ganze vier Mal und das war es. Eigentlich ganz einfach.
In der ersten Runde merkte ich dann, dass sich mein Magen mal wieder meldete, also steuerte ich nach 5km die erste Toilette an. Aber das war noch nicht so recht von Erfolg gekrönt. Dafür hatte ich nun schon nasse Füße, denn es gab hier keine Schwämme, sondern Duschen, durch die man laufen musste. Eigentlich eine geniale Idee, nur waren in meinem Fall die Füße dadurch nach 2km patschnass – jawoll, das konnte ja lustig werden. Die erste Runde lief ich dann in ca. 45 Minuten, also ganz ok. In der zweiten Runde musste ich dann doch erneut die Toilette ansteuern, diesmal war mein Besuch dort auch erfolgreicher. So konnte ich dann die dritte Runde angehen, aber die Anziehungskraft der Toiletten war so groß, dass ich in der dritten Runde noch einmal vorbei schauen musste. Der erste Versuch wurde jedoch vereitelt, da mein Vorgänger die Schüssel net so ganz getroffen hatte........ Nach dem dritten Stopp war dann aber auch Ruhe im Gedärm und ich konnte auf die letzte Runde gehen.

Nun wollte ich mal schauen was noch ging und versuchte noch etwas zu beschleunigen. Ging ganz gut und vor allem nach dem letzten Wendepunkt gab ich dann alles –unterwegs hatte ich etwas gerechnet, und eine Gesamtzeit unter 9:30 sollte doch noch möglich sein. Die Zeit hatte ich ja auch als Vorgabe den Livestrong Kollegen großkotzig angekündigt. Die traf ich auch immer wieder unterwegs und man konnte sich immer wieder anfeuern. Also wieder einmal All Out. Dabei muss ich wohl auch ziemlich fiese Geräusch von mir gegeben haben, denn ich wurde mehr als einmal ganz seltsam angeschaut, aber es ging gut, ich konnte das Tempo durchhalten und nach 9:28 Richtung Ziel abbiegen.

Das ist schon ein cooles Gefühl, wenn alle um einen herum weiter laufen müssten und man schon abbiegen darf. Im Zielkanal war ich dann vollkommen alleine und konnte ganz gemütlich ins Ziel laufen.

Dort war dann alles etwas kleiner als in Frankfurt: keine Catcher, keine Helfermassen, keine Tragen oder Sonstiges, nur eine Medaille und eine kurze Erklärung wie ich in den Himmel auf Erden kommen konnte. Dort gab es dann die Beutel zurück, ein Shirt (dessen Farbe gewöhnungsbedürftig ist) und was zu essen, aber viel bekomme ich nach dem Renne eh net runter. Also bin ich da schnell wieder raus und ab zum Mädchen, das natürlich auch massiv geschafft war. Bischi hab ich auch kurz getroffen, der ein super Rennen gemacht hatte, aber das kann er ja noch selbst erzählen.

Danach
Die Radrückgabe war dann auch wieder sehr „französisch“. Erst einmal schickte man mich einmal um die Wechselzone, die ja nur gefühlt einen Kilometer lang war, um mir dann zu sagen, dass ich den ganzen Weg umsonst gegangen war und wieder zurück musste. Ja danke, ist ja kein Problem, nach so einem Marathon. Also zurück und nach mehrfachen Fragen konnte ich dann endlich irgendwann mein vollkommen versifftes Rad und meine Beutel abholen, die wir dann auch erst einmal zurück ins Hotel gebracht haben bevor wir dann noch einmal vernünftig essen waren. Eigentlich wollten wir auch die Livestrong Kollegen noch treffen, aber da haben wir uns irgendwie verpasst.

Irgendwann tauchte auch eine Ergebnisliste auf: Platz 4 in meiner AK – net so schlecht für einen IM aus dem Training heraus, zumal ich mir an den Tagen vor dem Rennen doch einige Gedanken gemacht hatte, ob ich die Geschichte nicht zu locker genommen hatte. Scheinbar war das nicht der Fall.

Zum Abschluss des Tages mussten wir dann natürlich noch zur Finishline Party, wo wir noch die letzten Finisher feierten, bevor ein kurzes Feuerwerk über der Bucht von Nizza den Tag abschloss und wir nach unserem Marsch durch die Stadt endlich schlafen konnten.

The Day After
Am nächsten Morgen war ich eigentlich recht fit. Die Beine etwas schwer, aber das war es dann auch. Ok, und einige Blasen an den Fußsohlen. Also packten wir schnell unseren Saustall im Hotelzimmer zusammen und dann ging wie immer nach einem Ironman die Fresserei los. Zunächst ein ausgiebiges Frühstück im Hotel, dann Zwischenstopp in einem Café, dann etwas Eis, bevor wir uns wieder mit einigen anderen aus dem Livestrong Team trafen – da gab es dann noch einen lecker Kuchen.

Tja, und dann kam es.... Ich trau es mich kaum zu schreiben, da ich glaube, dass ich dann Forumsverbot bekomme. Alle werden mich hassen, über mich schimpfen und mich verachten....

Nennt mich ruhig Weichei, Wendehals, WTC-Nutte, oder Ironman-Hure.....

Aber...


Ich hab den Slot doch genommen!!!!

Also, doch kein Embrunman, sondern Kona, mit der derzeitigen Form und der noch reichlichen Zeit bis Oktober sollte das dieses Jahr sogar ein anständiges Rennen werden können.

Montag, 25. Juni 2012

Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt!


Sturm auf den Betze 2012


Genau so hörte es sich an, als vergangenen Sonntag kurz vor fünf Uhr der Wecker klingelte und wir uns auf den Weg zum zweiten Rennen der Regionalligasaison in Kaiserslautern machten. Warum so früh? Weil der Start des Rennens für 9 Uhr angesetzt war und man bis spätestens 7 Uhr vor Ort sein mußte. Damit begannen die körperlichen Schmerzen leider schon lang vor dem offiziellen Start des Rennens.


Gute Miene zum frühen aufstehen (Jörn, Tim & Andreas)
Trotz des frühen Aufstehens sollte sich der Ausflug in den Pfälzer Wald für uns lohnen, wartete doch ein schon bei seiner heurigen Premiere fast perfekt organisiertes Rennen über die olympische Distanz (1,5 – 40 – 10) auf uns. Leider aber waren wir – mal wieder - nach Ausfall von Alex N. und Florian Brosch nicht in Bestbesetzung angereist. So ging es in der Pfalz nur um Schadensbegrenzung. Leider, denn das war ein klasse Rennen, eigentlich wie für uns gemacht. Bei idealen äußeren Bedingungen ging es dann um 9:30 Uhr los mit dem Schwimmen im nahe Kaiserslautern gelegenen Gelterswoog. Dort schlugen sich Jörn Gabler und Tim Stutzer am besten, kamen in den Top 20 der Ligastarter wieder an Land. Dicht beieinander waren nach der Exkursion ins kühle Nass auch Adi Kohr und Jürgen Metzler, die nur 10 Sekunden trennten.

Jürgen, 4th out of water.
Mit etwas Verspätung beendete Nachrücker Andreas Fellmann das Schwimmen und begab sich auf die landschaftlich wunderschöne Radrunde im Pfälzer Wald, die die Athleten südlich um Kaiserslautern führte. Beflügelt vom guten Schwimmresultat machten Jörn und Tim schnell Plätze gut und konnten sich bis zur direkt am Fußballstadion auf dem berühmten Betzenberg gelegenen zweiten Wechselzone bis in die Top 10 vorarbeiten. Tim legte dabei eine der bloß zwei Radzeiten unter einer Stunde für die 40km hin und lag zu Beginn der Laufstrecke auf dem 2. Platz. Auf dem „Betze“ trafen Adi und Jürgen wenig später auch ein und zunächst führte die Laufstrecke runter vom Berg hinein in die Innenstadt von Kaiserslautern. Andreas Fellmann erreichte nach einem Raddefekt als letzter Starter den Wechsel zum Laufen. Da aber die restlichen Jungs gut im Rennen lagen, konnte er es sich leisten, den Wettkampf hier abzubrechen.

Adi beim fliegen!
Der Rest hielt dann auch auf der Laufstrecke gut mit, obwohl Tim wie immer ordentlich nach hinten durchgereicht wurde. Allerdings wurde es dort zum Ende hin noch einmal richtig hart: Nicht umsonst heisst es „Stadion auf dem BetzenBERG“. Der Fußballtempel der Pfalz thront rund 100 Meter über der Stadt Kaiserslautern. Diese Höhendifferenz galt es auf dem letzten Kilometer der Laufstrecke zu überwinden, wobei der härteste Teil aus einem Treppenlauf über 80 Stufen bestand:

"Autsch!" auf dem "Stairway to Betze."

Hart aber herzlich wurden die Athleten so im Ziel empfangen und die Orber kamen in der Reihenfolge Tim (9.), Jörn (17.), Adi (34.) und Jürgen (42.) ins Ziel. In der Tagesendabrechnung bedeutete das den 8. Platz, ein Ergebnis, mit dem wir nach dem Ausfall der Leistungsträger Alexander (Start beim IM in Nizza) und Florian (weiter Hufprobleme) zufrieden sein müssen.



Samstag, 9. Juni 2012

Regionalligaauftakt in Griesheim: Knapp am Treppchen vorbei!

Windig war’s zum Auftakt der Regionalligasaison im hessischen Ried. Und das war gut so!  Denn so konnten wir knapp unter den Deichen des Rheins trotz topfebner Radstrecke doch unsere Radstärke ausspielen und verpassten das Podest mit Rang vier nur denkbar knapp. Angefeuert vom extra angereisten Fanblock – danke an Julia & Julia, Alexandra & Andreas,  Marianne und Brigitte sowie Klaus & Klaus - konnten wir unsere bislang beste Platzierung in der Regionalliga erkämpfen.

Fantrio mit gefühlt sechs Stimmen

Es war allerdings nicht bloß die traditionelle Aufholjagd auf dem Rad, die heute funzte. Schon im Wasser konnten sich mit Adi Kohr, Jörn Gabler und Tim Stutzer drei von uns im Vorderfeld festsetzen. 
Unser Cowboy hat heute die teamintern schnellste Schwimmzeit hingelegt

Allein das Duo Jürgen Metzler/Alex Nikolopoulos erreichte mit etwas Verspätung den Wechsel zum Rad. Dort aber machte Alex schnell Druck und konnte über die 40 Radkilometer bis in die Top 10 vorfahren. Dabei überholte er nicht nur mehr als 30 Konkurrenten, sondern bis auf Tim den Rest der eigenen Truppe. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 41 km/h war nämlich nicht nur Alex unterwegs, sondern auch Tim hatte auf dem Rad einen guten Tag erwischt – oder er hat eben überzockt, s. unten - und büßte auf Alex lediglich neun Sekunden ein. Auch vom Orber Rad-Zaubertrank getrunken zu haben schien Jörn, der mit starken Antritten auf dem Rad ins Vorderfeld schoss. Adi und Jürgen hielten sich derweil im guten Mittelfeld.
Adi am U-Turn
Die Wechselzone zum abschließenden Lauf über zehn Kilometer erreichten wir in der Reihenfolge Tim (4.), Alex (6.), Jörn (18.), Adi (30.) und Jürgen (37.). Die Laufstrecke führte über vier Runden auf einem Wendepunktkurs, einmal 1,25km direkt in den mit 5bft wehenden Wind hinein, dann wieder 1,25km mir Rückenwind retour, so konnte die Konkurrenz jederzeit im Blick gehalten werden. Viel wichtiger aber war, dass der mitgereiste Fanclub der Mannschaft acht Mal Feuer unterm Hintern machen konnte. Leider fruchtete das bei Tim nicht zu 100% und er musste den in der Rückenwindpassage heiß laufenden Motor durch herunterregeln der Geschwindigkeit kühlen. So kam es bereits nach fünf Laufkilometern, als Alex an Tim vorbeizog, zum teaminternen Führungswechsel. 

Alex, unser Schnellster heute
Stark kam auch Jörn auf, der mit der zehntbesten Laufzeit des Tages noch fast die Top 10 erreichen konnte. Währenddessen machten Adi alte Rückenleider zu schaffen und auch er musste beißen. Einmal in den Laufschuhen angekommen, fühlte sich auch Jürgen erstmals an diesem Tag richtig wohl und wäre sicher eine Zeit unter 40 Minuten gelaufen. „Wäre“, denn er lief nach fünf Kilometern zu Tim auf. Tim lag zwar eine Runde vor Jürgen und hatte damit nur noch drei Kilometer bis ins Ziel, war aber platt wie eine Flunder. Da Adi da noch gut zwei Minuten vor Jürgen lag und so klar war, dass Adi als letzter Athlet des Teams gewertet werden würde, konnten Jürgen und Tim für dessen letzte Gegenwindpassage ein Gespann bilden. So nahm Jürgen das Tempo etwas raus und gab Tim dringend benötigten Windschatten. Ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als dann Jürgen auf seine letzte Runde abbog und Tim den Abzweig Richtung Ziel nahm, lief Alex schon in 2:03:49h als 5. der Tageswertung ins Ziel. Tim kämpfte sich knapp zwei Minuten später als 8. ins Ziel, dicht gefolgt von Jörn auf Platz 12 (2:06:27h).

Dann begann für alle im Ziel, Athleten und Anhang, das bange Warten auf Adi. Denn pflichtbewusst hatte die Entourage mitgezählt und ausgemacht, dass es heute durchaus eine Podestchance gab. Als Adi, im Ziel nach knapp 2:13h dann in Sicht kam, gab er und gaben auch die Fans noch einmal alles. Leider aber sollte es nicht reichen: In der Addition der vier Zeitschnellsten fehlten uns (8:29:13h) knappe zwei Minuten auf den letzten Podestplatz (8:27:10h). Der Tagessieg in Griesheim ging an die RSG Montabaur, gefolgt vom SC Neukirchen und Eintracht Frankfurt. 


Schon wieder Vierte hinter der Eintracht. Grrrrr…. Jürgens Blick sagt alles:






Nun ja, so ganz haben wir uns die Freude am trotzdem sehr guten Ergebnis nicht nehmen lassen, wie man hier sieht:






Danke an die Fans! 

Regionalliga Mitte, Tagesergebnis  Griesheim
1. RSG Montabaur 8:20:20h
2. SC Neukirchen 8:23:30h
3. Eintracht Frankfurt 8:27:10h
4. TV Bad Orb 8:29:13h

Sonntag, 3. Juni 2012

Granatenstarkes Damenteam: Erstes Rennen, erster Sieg


Neues Damenteam des TV Bad Orb meistert Premiere

(Team & Coach v.l.n.r.: Jürgen Metzler, Julia Ertmer, Sonja Arnold, Alex Fellmann, Julia Nikolopoulos)  

Mit Dominanz fahren die Triathletinnen vom Team Spessartchallenge den Tagessieg in der zweiten Hessenliga ein

Gleich beim ersten Wettkampf zeigte die Damenmannschaft des Teams Spessartchallenge einen exzellenten Einstieg in die Triathlonsaison. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft über die Kurzdistanz wurden außerdem die Wettkämpfe der ersten und zweiten hessischen Triathlonliga in Darmstadt ausgetragen.

Schon im Winter bei der Vorstellung des neuen Damenteams war klar, dass mit Julia Nikolopolous, Julia Ertmer und Alexandra Fellmann ein hochkarätiges Team die Triathlonszene in der zweiten Hessenliga bestimmen wird. Nach 1,5 km Schwimmen im 21 Grad warmen Woogsee in der Darmstädter Innenstadt stieg die Pädagogin Ertmer nach 22:11min als dritte aus dem Wasser, um gleich danach die 40 Kilometer lange Radstrecke in Angriff zu nehmen. Die amtierende Altersklassen-Europameisterin über die Ironmandistanz, Nikolopoulos, folgte auf Platz 21 dicht vor Fellman, die erst vor zwei Wochen den Ironman auf Lanzarote mit einem Podestplatz in ihrer Altersklasse finishte und keine Müdigkeit zeigte. Die vierte im Bunde, Athletin Sonja Arnold, schwamm gleich fälschlicherweise eine Runde zu viel und legte damit 2,3 Kilometer in 39:53min zurück.

Auf der Radstrecke, die auf der gesperrten Bundesstraße B 26 entlang führte, fuhren Nikolopoulos und Fellmann trotz widriger Bedingungen Platz für Platz nach vorne. Damit sicherten sich die beiden Orber Damen mit 1:08,55 Std. und 1:08,26 Std. die viert und fünftschnellste Radzeit des Tages. „Durch die Innenstadt war es heute wegen des Regenwetters sehr rutschig und holprig, aber die vielen Zuschauer an der Strecke haben mich unheimlich motiviert“, zeigte sich Nikolopolous mit ihrer Radzeit zufrieden. 




(Alex Fellman & Julia Nikolopoulos: zu schnell für die Kameras)

Derweil hatte Ertmer die Radstrecke schon nach 1:10,05 Std. verlassen und lief per pedes als Gesamtzweite aus der Wechselzone auf den fünfmal zu durchlaufenden 10km-Rundkurs durch den Herrengartenpark hinter der dem Staatsarchiv in Darmstadt. Hier konnte Ertmer ihrer wahre Klasse zeigen und überholte die führende Athletin Vanesssa Farley von der SG Giessen-Krofdorf-Gleiberg und setzte sich nach drei Kilometer an die Spitze des Damenfeldes. Dabei lief Ertmer mit langem Schritt Zeiten von circa 4:00min pro Kilometer. Die Konkurrenz konnte nicht folgen und Ertmer baute den Vorsprung nach den zehn Laufkilometern auf 3:11 min aus. Auch Nikolopoulos und Fellmann setzten im Gleichschritt ihre Aufholjagd fort und liefen nach frenetischem Motivationsrufen der beiden Teambetreuer Jürgen Metzler und Adi Kohr immer weiter nach vorne. Ob des guten Rennens der drei Damen konnte die vierte Starterin Sonja Arnold ihr Rennen etwas langsamer angehen und hielt sich im mittleren Feld auf. Nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und einem 10km Lauf „flog“ Ertmer nach 2:15.44 Std. als Erste der zweiten Hessenliga durch das Zielbanner am Karolinenplatz. Kurz gefolgt von Nikolopoulus als Dritte in 2:21,33 Std. und Fellman als Vierte in 2:26,28 Std.
„Wir sind froh, uns gleich beim Saisonauftakt mit dem Tagessieg in der Team- und Einzelwertung so gut präsentiert zu haben.* Die Siegesprämie werden wir in unsere Mannschaftskasse einzahlen. Natürlich hoffen wir, beim nächsten Wettkampf, dem City Triathlon in Frankfurt, wieder auf dem Podest zu stehen und den Titel nach Saisonende nach Bad Orb zu holen“, so Ertmer sichtlich zuversichtlich. Motiviert durch den Damenerfolg möchte das Männerteam am kommenden Wochenende in Griesheim ebenfalls erfolgreich in die Regionalligasaison starten.


*Nachtrag nach Studium der Ergebnisliste: Unsere Mädels sollten eher 1., 2. und 3. geworden sein, denn die Zweite Dame ist wohl eine Runde zu wenig gefahren, es sei denn sie ist Weltmeisterin im EZF. Es ist nämlich kein MAnn schneller Rad gefahren als sie.

Einzelergebnisse:
Pos.-Name-----Verein---Swim--Bike----Run-Gesamt
1. Ertmer, Julia TV Bad Orb 22:11 1:10:05  40:37 2:15:43
2. Nikolopoulos, Julia TV Bad Orb 26:41 1:08:26 43:04 2:21:22
3. Fellmann, Alexandra TV Bad Orb 27:45 1:08:55 46:11 2:26:27
31. Arnold, Sonja TV Bad Orb 39:53 1:16:30 53:58 2:55:19


Donnerstag, 31. Mai 2012

Team Spessartchallenge fördert den Triathlonnachwuchs




Das Team Spessartchallenge ist nicht nur in eigenen Wettkampfgeschichten unterwegs, sondern fördert aktiv den Triathlonnachwuchs in Hessen. So trafen sich Julia Ertmer, Joey Metzler und Adi Kohr beim schulsportlichen Wettkampf "Jugend trainiert für Olympia" in Fulda über die Distanzen von 200m Schwimmen, 4km Radfahren und 2 km Läufen. Dabei traten die Teammitglieder bei herrlichem Triathlonwetter im Freizeitbad in und um Rosenau erstmals als Vertreter ihrer Schulen mit jeweils sechs Schülern gegeneinander an. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die haben heute den Olympischen Gedanken gelebt und wir haben mit allen Staterinnen und Startern das Ziel erreicht haben, erklärt Metzler nach dem Rennen, der die Schillerschule aus Offenbach betreute. Ertmer, die mit ihren 6 Schülerinnen und Schülern aus Viernheim anreiste, hatte in ihrer Mannschaft einige Triathleten, so dass " wir mit unser schnelleren von zwei Mannschaften im ersten Durchgang den vierten Platz belegen konnten" hält Ertmer stolz fest. " Das waren heute spannende Zweikämpfe unter den Kindern und man konnte sehen, wieviel Freude die jungen Athleten beim Triathlon hatten," ergänzt die 28 jährige Modellathletin, die am Wochenende mit dem Damenteam des Team Spessartchallenge in Darmstadt auf Punktejagdt in der zweiten Hessenliga geht. Das beste Ergebnis der drei 'Vollblutlehrer' erreichte Adi Kohr mit seinem Team vom Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen mit Platz vier." Wir wollten dieses Jahr eigentlich wieder eine Medaille holen wie letztes Jahr. Es sah auch gut aus, weil unser schnelles Dreier-Schulteam die Tagesbestzeit ins Wasser und auf den Asphalt hämmerte. Unser zweites Team, bestehend aus ganz jungen Schülern, war heute schnell, aber nicht schnell genug gegen die starke Konkurrenz der Eliteschule des Sports aus Frankfurt und der Schule aus Bad Schwalbach, die ausschließlich aus Kaderathleten des Hessischen Triathlonverband bestehen Dennoch sind wir sehr zufrieden, weil Julia, Joey und ich gemerkt haben, wieviel Spass die Kinder an Ausdauersport haben, erklärt Kohr stellvertretend für seine Teammitglieder, die am heutigen Tage mal gegeneinander antraten. "Nächstes Jahr sind wir wieder dabei", sind sich die bunte Truppe der Orber Lehrer-Triathleten sicher.