V I S I O N K R A F T L E I D E N S C H A F T P U L S A T E M P O F R E U D E

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Kona 2011: Kernschmelze, Dritter Teil







Fast alles in meiner Vorbereitung auf den dritten Versuch, das Rennen in Kona endlich zu knacken, lief nach Plan. Auch das Rennen selbst lief in den ersten sechseinhalb Rennstunden gut. Doch kam dasselbe raus wie bei den beiden vorherigen Versuchen: Die Kernschmelze.

Aber fangen wir von vorne an:

Um mein nicht wegzudiskutierendes Problem mit Hitzerennen anzugehen, hatte ich ordentlich Urlaub angespart und war schon vier Wochen vorm Rennen zu Freunden nach San Diego, Kalifornien geflogen um dort in der Wärme zu trainieren. Auch wenn die Hitze dort viel trockener ist als auf Hawaii, dachte ich, zumindest besser zu fahren als mit einer Vorbereitung im kühlen deutschen September. Und es sah gut aus. Die drei Rennen, die ich in San Diego zur Vorbereitung machte, liefen außergewöhnlich gut. Beim Superfrog Triathlon verpasste ich als vierter knapp eine kleine Refinanzierung der Reisekosten. Die beiden anderen Rennen, die San Diego Triathlon Classic und das Clubrennen des San Diego Tri Club im September konnte ich gar gewinnen. Bei allen Rennen lief das radeln sehr gut und je länger ich drüben war, desto besser wurde auch das Laufen. Mit je drei Schwimmeinheiten in der Woche war zum Ende sogar mein Schwimmen wieder auf dem Damm, als es am 1. Oktober weiter nach Big Island ging. Und auch dort hatte ich erstmals auch bei den Läufen auf dem Ali’i Drive in Hitze und Schwüle ein gutes Gefühl. Die Radausfahrten auf dem Queen Kaahumanu Highway waren super, das Schwimmen im Pazifik wie immer ein reines Vergnügen.


Am Ende der zweiwöchigen Taperphase stand dann das Rennen am 8. Oktober.
Nervös wie immer suchte ich im Gewimmel der 1.700 Beinpaare den richtigen Startplatz. Als um Punkt sieben Uhr der Startschuss fiel, hatte ich richtig Spaß! Irgendwie kam ich um die berüchtigte Schlägerei im Startbereich herum und konnte mich auf ein betont lockeres Schwimmen konzentrieren. Nur am Wendepunkt zur Hälfte der Strecke hielt ich zunächst auf das falsche (Presse-)Boot zu und musste mich so wieder in die Masse der Schwimmer zurückkämpfen. Das waren aber auch allenfalls fünf kritische Minuten. Der Rückweg zum Kona Pier verlief dann ruhig bis auf eine fast magische Begegnung mit einer Gruppe von Delphinen. Die hatten sich offensichtlich anschauen wollen, was diese riesige Horde Zweibeiner so früh am Morgen in ihrem Zuhause so vor hat. Unglaublich!




Als ich die Treppe hinauf in die zweite Wechselzone betrat, waren 1:04:52h vorbei und ich was es sehr zufrieden. An einen Tag, an dem wohl ordentliche Strömung herrschte, meine bisherige Bestzeit um zwei Minuten unterboten. So konnte es weiter gehen.

Um schon auf dem Rad meine Hitzeschwäche zu adressieren zog ich ein langärmliges Radtrikot an und der Spaß konnte beginnen. Zu Beginn war mir sogar richtig kalt an den Armen, wo ich das Trikot ständig mit Wasser benetzt hielt. Betont locker ging ich die Einrollrunde durch die Stadt und den Kuakini Highway an und nach wenigen Minuten erreichte ich die Steigung an der Palani Road, die mich hoch auf den berühmten Queen Kaahumanu Highway führen sollte. Auf dieser kurzen Steigung überholte mich mit Damien Favre-Felix jener Franzose, der als einziger Amateur beim Ironman Florida 2010 eine schnellere Radzeit gefahren war als ich. Kurz überlegte ich, ob ich ihn als Pacemaker nutzen sollte, entschied mich allerdings dagegen. In Florida hatte er meine 4:35h um glatte 12 Minuten unterboten, deshalb sah ich hier ein zu großes Risiko, zu überpacen. Auch in Kona sollte er mit 4:30h an diesem Tag die mit Abstand schnellte Radzeit aller Amateure fahren – am Ende 19 Minuten schneller als ich.
Oben auf dem Highway fand ich – ich orientierte mich an meiner Ziel-Wattleistung von 250 Watt - schnell einen guten Rhythmus.


Locker fühlte sich das an, aber das tut es ja immer nach einen so langen Training und einer guten Taperphase in den ersten zwei Stunden auf dem Rad. Trotzdem konnte ich erstaunlich locker an einer fast nicht enden wollenden Perlenschnur von Athleten vorbeifahren. Leider war das nicht immer einer Perlenschnur in der die Perlen den Mindestabstand von 8 Metern einhielten. Es sah teile mehr nach einer Hand voll Murmeln aus, als eine Perlenschnur. Glücklicherweise war meine Form so gut, dass keine dieser Gruppen sich an meinem Hinterrad festbeißen konnte, wie das 2007 der Fall gewesen war.
Wie ich aber zu meiner Zufriedenheit feststellen konnte, waren die Zelte, in denen man seine Zeitstrafen wegen Windschattenfahrens absitzen muss, gut gefüllt. Die Schiedsrichter leisteten zumindest teilweise gute Arbeit.

An jeder der alle 10 Meilen aufgestellten Verpflegungsstationen wurde nun dieselbe Prozedur durchgeführt: Je eine Flasche Isogetränk und eine Flasche Eiswasser greifen. Dann mit dem Eiswasser Trikot und Hose benetzen, damit die Verdunstungskälte ihre Arbeit leisten kann. Wenn möglich noch ein paar Energiegels abgreifen und dann weiter.

So lag die Durchschnittsgeschwindigkeit in der ersten Rennstunde bei knapp 41 km/h, nach zwei Stunden, am Fuße des Anstiegs hoch zum Wendepunkt nach Hawi waren es immer noch gut 40 km/h und meine Beine fühlten sich gut an. Das konnte man allerdings von meinem Rad nicht sagen, denn da war was falsch: Eine der Klemmschrauben, die den Aeroauflieger am Lenker fixieren, hatte sich gelöst und war abgefallen. Damit war der linke Auflieger nur noch mit einer Schraube fixiert und schlackerte, wenn ich ihn nicht festhielt, wie wild in der Gegend herum. Mit nur noch einer Fixierschraube, die sich zudem auch zu lösen begann, konnte ich den linken Arm ab jetzt nicht mehr vom Aerolenker lösen, ohne Gefahr zu laufen, bei Verlust der schraube, den kompletten Auflieger zu verlieren. In der Ebene war das kein Problem, im Anstieg nach Hawi hingegen schon, weil dort ein gehöriger Wind wehte, den man sicher hätte in Oberlenkerposition besser bekämpfen können. Ich hingegen kämpfte eher mit meinem Lenker als gegen den Wind. Am Wendepunkt dann schrei ich wie wild nach einem Mechaniker, nur um festzustellen, dass es keinen stationären Radservice gibt. Von den wohl vorhandenen mobilen Servicemotorrädern habe zumindest ich auch keines gesehen. Damit begann ich die Abfahrt von Hawi nach Kawaihae mit einem sehr mulmigen Gefühl: Dieser Teil der Strecke ist berüchtigt für deine Schwerwinde, die auch mal gut 90 km/h erreichen können. Schon im Vorfeld hatte ich eigentlich ein zahmeres Vorderrad montieren wollen, aber keins mehr auftreiben können. Jetzt kam zu meinen Zipp 808 Vorderrad noch die Tatsache, dass ich den Lenker nur auf der rechten wirklich fest halten konnte. Glücklicherweise aber waren die Seitenwinde nicht so stark wie sonst und ich erreichte Kawaihae ohne größere Probleme.
Was mich zu diesem Zeitpunkt richtig wütend machte, waren die mir auf der Abfahrt entgegen kommenden Gruppen von Athleten, die sich die Arbeit gegen den Wind “gerecht” aufteilten. Schon in der Auffahrt nach Hawi war in einem Bereich angekommen, in den die Athleten nur noch vereinzelt, niemals in Gruppen unterwegs waren. Vielen Dank, liebe Mitstreiter.

Da ich wegen der mechanischen Probleme den Anstieg nach Hawi nicht hatte mit solchem Druck fahren können, wie eigentlich angedacht, hatte ich einige Körner sparen können, die ich nun, wo es nach Kawaihae wieder auf den Queen Kaahumanu Highway ging, in die Waagschale werfen wollte. Hier, ab Radkilometer 120, sagt man beginnt das Rennen erst wirklich. Und mein Plan war, es von hier aus für die letzten eineinhalb Radstunden noch mal richtig krachen zu lassen. Der lockere Auflieger war hier auch kein Problem mehr, hier geht es allenfalls mit etwas Gegenwind eigentlich ziemlich flach vorwärts. Also schraubte ich die Leistung wieder gen 240/250 Watt hoch und sammelte einen Athleten nach dem nächsten ein. Hatten sich vielleicht auch diese Konkurrenten vielleicht auf dem Weg nach Hawi in einer Gruppe verstecken können, so kämpfte meine (Rad)Leistungsklasse hier jeder für sich allein. Es lief zu diesem Zeitpunkt so gut, ich konnte es kaum glauben. Leider hielt dieses Gefühl nur vielleicht 20 Minuten an, dann meldete sich die Innenseite meines rechten Oberschenkels mit Krampfansätzen zu Wort. „Was zur Hölle!“, dachte ich und drosselte sofort meine Leistung. Alle 10 Meilen 0,7 Liter Isoplörre, 3 Energieriegel und irgendwas um 8 Energiegels hatte ich eingeworfen, war gefühlt 100km locker gefahren und trotzdem Krämpfe? Sollte das ein erstes Anzeichen dafür sein, dass ich doch zu viel Flüssigkeit und damit Salz verloren hatte. Viel weiter konnte ich nicht denken, denn ich war vollauf damit beschäftigt, diese Krampfansätze irgendwie zu bekämpfen. Die einzigen Mittel, die blieben waren dehnen und das Bei mit Eiswasser kühlen. Zwei Verpflegungsstationen und 20 Kilometer später hatte sich der Oberschenkel beruhigt, aber an eine Leistung von 240 Watt war nicht zu denken. Also konzentrierte ich mich in der letzten Radstunde darauf, ausgeglichen um 200-220 Watt zu fahren und mich gut zu verpflegen. Zum Ende der Radstrecke hatte ich so um 5-6 Liter Isogetränk getrunken, dreieinhalb Energieriegen gegessen und 10 Energiegels in mich hineingedrückt.
Als ich also rund 20 Kilometer vor dem Ziel im Schadensbegrenzungsmodus angekommen war, erspähte ich bei einem Blick nach hinten den leuchtend grünen Helm meines Teamkollegen Alex, den ich schon länger erwartet hatte. Er hatte ja schon am Wendepunkt in Hawi drei der fünf Minuten Rückstand, die er nach dem Schwimmen gehabt hatte, gut gemacht. Seine Aufforderung allerdings, mitzufahren, musste ich dankend ablehnen. Das Bein hatte sich zwar völlig beruhigt, ich wollte mir aber auch die letzte halbe Stunde des Radparts nicht den Rhythmus diktieren lassen.
Und die Wetterlage, die ich erspähte, als die ersten Ausläufer von Kailua-Kona in Sicht kamen, bestärkte mich in der Richtigkeit dieses Plans: Wie bei meinen zwei Rennen zuvor war kein Wölkchen über der Stadt zu erkennen. Jeden Tag in der Woche war gegen Mittag eine Wolkendecke an die Küste gezogen, nur an diesem Samstag nicht. Deja vu Nummer 1, denn sowohl 2007 als auch 2008 hatte ich hier dasselbe abgespielt. Es stand also wieder ein heißer Lauf bevor. Diesmal aber war ich besser vorbereitet und hatte wegen des lockeren Aufliegers auf dem Rad mehr Kräfte gespart als gedacht. Ich freute mich also fast aufs laufen, sofern man das nach 180 Radkilometern überhaupt kann. Die 180 Radkilometer hatte ich dann nach knapp 4:49h absolviert. Das war zwar etwas langsamer als bei diesen Bedingungen angedacht, aber noch voll im Rahmen.


Als ich dann am Eingang der Wechselzone meinen treuen Hobel in die Hand eines Helfers gab, war der Moment der Wahrheit gekommen: Wie fühlten sich die Beine an. Ja, es lief wie auf Eiern, aber die Muskulatur fühlte sich gut an.
Im Zelt tauschte ich die Anti-Überhitzungs-Radklamotten gegen die Anti-Überhitzungs-Laufklamotten. Fühlte sich ein langes Radtrikot bei 30° seltsam an, so sieht das Laufoutfit auch noch denkbar armselig aus. Mit e weißem, langärmligen Shirt, Schirmmütze mit angepinntem Lappen zum kühlen und benetzen des Nackens sowie mit Einmal-Plastikhandschuhen, in die Ein gesteckt werden kann, sieht man aus wie ein Freak. Andererseits ist das ganze Rennen hier eine einzige Freakshow. Damit war ich also genau richtig hier! Und ums Aussehen ging es mir hier gar nicht, wollte ich hier doch bloß ein gutes Rennen machen.Danach fühlte es sich auch zunächst an. Ich griff am Ausgang der Wechselzone so viel Wasser wie möglich und schüttete es mir über Kopf und Arme. Die ersten Meter hoch zum Hot Corner an der Ecke Palani Road/Kuakini Highway liefen so gut, ich hatte für Michelle, die sich dort positioniert hatte, sogar einen Gruß und ein Lächeln bereit.


Der erste Kilometer entlang de Kuakini Highways lief in der geplanten Anfangsgeschwindigkeit von 4:35min/km auch gut. Unten am Ali’i Drive angekommen, hätte ich zwar lieber einen Erdbeer-Smoothie im Lava Java geschlürft also weiter Richtung Süden zu rennen, aber das war nicht der Plan für diesen Tag. Fast urplötzlich aber, als die Bebauung zwischen der Straße und dem Meer einsetzte und damit der kühlende Wind wegfiel, war es vorbei mit dem Rennen. Innerhalb von wenigen hundert Metern verlangsamte sich mein Schritt und mir wurde heiß. Dann schummrig vor Augen, später schwindelig. An laufen war jetzt nicht mehr zu denken. Und das schon nach nicht mal drei Kilometern. Um nicht von links nach rechts zu taumeln, musste ich mich sogar ein paar Mal an Laternenpfosten anlehnen, einmal sogar hinsetzen. Wenn ich das hier so schreibe, muss das ausgesehen haben, wie Macca bei seinen ersten Starts in Kona. Einfach erbärmlich. Besonders erbärmlich, weil jeder ja denken muss, hier hat sich jemand schon auf dem Rad sowas von abgeschossen, dass beim Laufen nix mehr geht. So war es aber nicht. So weit zu denken allerdings war nicht wirklich in der Lage. Ich dachte bloß an eins: Aufgeben oder weitermachen? Aufgeben aber hätte bedeutet, entweder die drei Kilometer zurück zur Wechselzone zu laufen oder sich von einem Krankenwagen abholen zu lassen. In jedem Fall aber musste ich für Kühlung sorgen. Und die nächste Kühlung konnte die nächste Verpflegungsstation bringen. Die lag aber nun 500 Meter weiter an der Strecke. Also schleppte ich mich dorthin und machte Pause. Kippte becherweise Wasser über mich aus und Eis in Hose und Oberteil. Mensch, fühlte sich das gut an. Zwei Mal gab es an dieser Station Eis und zweimal war das meins! Irgendwie ergriff mich dann ein Art Automatismus und es ging – wenn auch sehr langsam – vorwärts. Das war jetzt Deja vu Nummer 2, denn 2008 war es mir genau so ergangen. Bloß hatte ich damals eine verdammt gute Erklärung: Ich hatte nach dem Qualifikationsrennen in England Anfang September krankheitsbedingt nicht trainieren können. Dieses Mal aber war ich so gut vorbereitet wie nie und trotzdem lief es schief.
Mein Rennen war also schon nach drei Laufkilometern vorbei und ich war so richtig sauer. Auf mich, auf das Rennen und irgendwie auf die Welt als Ganzes. Und ich war enttäuscht, klar!
Trotzdem ging es irgendwie weiter, an jeder Verpflegungsstation mit viel Cola, Isoplörre und Eis. Viel Eis!
Als ich dann bei Kilometer 7 an einem der Rennfotografen vorbeikam, war es Zeit für Deja vu Nummer 3, das “Es-hat-nicht-sein-sollen”-Bild.


Nach dem Wendepunkt an der blauen Kapelle dann zeigten meine Bemühungen um Kühlung erste Wirkung. Ich begann langsam wieder zu traben. Trotzdem: Das Rennen war gelaufen! 75 Minuten für die ersten 10 Kilometer, das war knapp eine halbe Stunde zu viel. Aber ich hatte versprochen, diesmal den Anstieg die Palani Road hinauf zu joggen und so wurde der Plan gefasst, diesen Tag doch noch irgendwie zu einem akzeptablen Ende zu bringen. Als mich Michelle dann am Fuß dieses Anstiegs erspähte, stand ihr die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. 105 statt der geplanten 75 Minuten für die ersten 10 Meilen, hatten ihr einen gehörigen Schrecken eingejagt.
Oben auf dem Queen Kaahumanu Highway angekommen ging es Richtung Norden und es wurde angenehmer: Die Schwüle des Küstenstreifens ist dort oben nicht mehr so extrem, dazu kamen jetzt ein paar schattenspendende Wölkchen. Hier konnte ich dann sogar erstmals wieder ein paar Athleten überholen. Wobei: Darauf kam es nun wirklich nicht mehr an. Für die erste Hälfte des Marathons hatte ich 2:13h gebraucht, au Backe! Andererseits: Wenn ich weiter einen Schnitt von ~5min/km laufen könnte, wäre das wohl der unglaublichste Negativsplit dieses Rennens.

Wenn man nicht mehr wirklich im „Rennen“ ist, hat man ja Zeit für andere Dinge. Also nutzte ich die Gelegenheit, als ich kurz vor dem Abzweig zum Natural Energy Lab zu Kenny Glah auflief zu einem kleinen Schwatz mit einem der Legenden dieses Rennens. Es war seine 27. Teilnahme in Serie. Unglaublich!
Auf der Straße zum Energy Lab war es dann nicht so heiß wie in den vergangenen Jahren und ich konnte zumindest ein paar Kilometer unter fünf Minuten absolvieren. Am letzten Wendepunkt des Rennens im Energy Lab traute ich mich erstmals, über meine in jedem Fall indiskutable Endzeit nachzudenken. Sollte ich in der Lage sein, den 5er Schnitt bis ins Ziel zu halten, könnte es sogar noch was werden mit einem Finish unter 10 Stunden. Also mobilisierte ich noch mal ein paar Kräfte und oben auf dem Highway angekommen folgte der nächste kleine Schwatz, diesmal mit dem Dude, der seine Frau zu einem tollen Rennen coachte! Trotz aller Bemühungen konnte ich dort oben die sub 5min/km nicht halten und gut 8 Kilometer vor dem Ziel war klar, dass es mit sub 10 nichts mehr werden würde. Also machte ich locker – nun denn, so locker wie man denn auf den letzten Laufkilometern bei einem Ironman machen kann.
Und wenn es auf Palani Road bergab geht, ist sowieso Schluss mit „locker“ die 10% schmerzen, egal in welcher Gangart. Auf dem Ali’i Drive und damit den letzten 600 Metern angekommen, erspähte ich Michelle und Leonie, die tapfer ausgeharrt hatten und bedankte mich mit einem schnellen Schmatz bei Michelle bevor es auf die allerletzten Meter ging.
Direkt auf der Ziellinie erlaubte ich mir einen kleines Spaß: An einem Abend mit drei Bierchen hatte mein Gastgeber in San Diego, Flo, gescherzt, ich könne doch auf der Ziellinie den Time Warp aus der Rocky Horror Show aufführen (das ist eine längere Geschichte). So gut es ging gab ich also auf der Ziellinie den Tanzbären.


Schlussendlich war ich damit in 10:01:57h als 475. Athlet ins Ziel gekommen. Mein verkorkster Marathon hatte es gerade noch unter vier Stunden geschafft (3:59:31h), wobei mein Garmin meint, es seien bloß 41,6km und nicht 42,2km gewesen. Außer dem kleinen Späßchen auf der Ziellinie konnte ich im Ziel leider keinerlei Begeisterung versprühen. Nichts. Das war bloß Enttäuschung. Nicht mal, dass ich mich wie in Regensburg 2010 an den eigenen Haaren aus dem Sumpf rausgezogen und die zweite Marathonhälfte doch glatt 30min schneller gelaufen war als die erste, sorgte für Freude. Es dominierte vielmehr, dass die 999. Laufzeit zu Buche stand.



Zusammenfassend: Für dieses Rennen an diesem Ort bin ich offensichtlich nicht gemacht. Als ich nach dem Rennen Pauls Newby-Fraser traf und fragte, was ihr Geheimnis für Kona gewesen sei meinte sie, sie hätte einfach Glück gehabt, für diese Bedingungen gemacht gewesen zu sein.

Komme ich trotzdem noch mal hierher zurück? Der Dude hat ja schon festgehalten, was ich während des Rennens darüber dachte. Er hat allerdings auch dokumentiert, dass er meinte, man solle sich tags darauf noch mal unterhalten. Jetzt sind so einige Tage ins Land gegangen und ich weiss nicht so recht. Kann ich noch mehr machen als dieses Jahr? Ich glaub nicht. Soll ich immer wieder auf einen Renntag wie 2006 hoffen, an dem es nicht wärmer wurde als 26° und mehrfach regnete in Kona. Sollte ich mich lieber auf Rennen in der Kälte verlegen? Skandinavien? Antarktis? Vielleicht.

Trotz allem aber hat dieses Rennen eine auch für mich nicht wirklich erklärliche Anziehungskraft. Sicher liegt’s daran, dass Kona das Rennen ist, mit dem unser Sport seinen Anfang nahm. Das Rennen, was den Sport zu dem gemacht hat, was er heute ist. Es ist ein lebender Teil der Geschichte unseres Sports und jeder der daran teilnimmt wird damit Teil dieser Geschichte. Die WTC nennt es Weltmeisterschaft und sich allein dafür zu qualifizieren macht es zu einer Ehre teilnehmen zu dürfen. Andererseits ist der Mythos des Rennens schon etwas beschädigt. Denn sowohl beim schwimmen als auch auf der Radstrecke ist zu viel los. Wer um 1:00h aus dem Wasser kommt, der segelt zumindest bis Hawi entweder in einer großen Gruppe mit oder muss an ebendiesen Gruppen vorbei. Ersteres ist eine Sauerei, letzteres nur möglich, wenn man eine Radform hat, die für um 4:45h über 180km gut ist. Eine solche Form hatte ich dieses Jahr, bin mir aber sicher, das in fünf Jahren nicht mehr auf den Asphalt brennen zu können. Dann bin ich einfach zu alt. In so einem Peloton sich aber zu einer Zeit um fünf Stunden zu lutschen wird für mich nie in Frage kommen. Wenn also, müsste es in der näheren Zukunft sein oder eben dann, wenn ich zu alt bin, um schneller als 5:30h zu fahren. Wenn man die Zeiten aus diesem Jahr aber anschaut, wär das dann frühestens in 25 Jahren. Ob ich so lange noch dabei bin?



Aloha!

Tim

Dienstag, 18. Oktober 2011

TV Bad Orb@Kona 2011: So richtig dolle war‘s leider nicht!






Mit der nach dem professionellen Commerzbank Triathlon Team wohl erfolgreichsten Kona-Qualifikationsquote von mehr als 40% war das Ironmanjahr unserer Abteilung schon vor dem Startschuss am 8.10. unser bisher erfolgreichstes. Denn Julia war in Frankfurt Europameisterin in ihrer Altersklasse geworden, Alex als Dritter ebenfalls auf dem Treppchen.

Für das Rennen auf Hawaii hatten wir sich alle drei eigentlich neue Bestzeiten vorgenommen. Alex und Tim hatten gar eine Platzierung unter den Top 100 Startern ins Auge gefasst. Julia, der genau wie Tim die Bedingungen auf der Pazifikinsel leider nicht wirklich entgegen kommen, hatte ihre Ansprüche etwas niedriger geschraubt, wollte aber nichtsdestotrotz schauen, was so geht.

Die Rennverläufe unserer drei Recken hier zusammenfassend darzulegen wäre eine leider viel zu große Aufgabe. Zu viel ist in den insgesamt mehr als 30 Rennstunden so passiert. Deshalb nur die kurze Zusammenfassung: Auch wenn es für Julia und Tim für neue persönliche Kona-Bestzeiten gereicht hat, waren alle nicht so richtig zufrieden. Allein Alex hat sein Potential annähernd abrufen können. Mehr sagen die drei Athletenberichte, die hier zu finden sind:











Bilderlinks:




Alex Pre Race: https://picasaweb.google.com/111476188837317480802/HawaiiLive#











Aloha!




Euer TEAM SPESSARTCHALLENGE

Dienstag, 13. September 2011

Bestzeiten am wilden Kaiser


Orber Triathleten überzeugen bei der Challenge Tirol in Walchsee

ist in kompletter Mannschaftsstärke traten Adi Kohr, Jürgen Metzler, Jörn Gabler und Johannes Goldbach am 04. September bei der Challenge Kaiserwinkel in Walchsee/Tirol an, um die Farben des Team Spessart Challenge vom TV Bad Orb hochzuhalten.

Dies gelang bei hervorragendem Triathlonwetter im Wettstreit mit etwa 1200 anderen Triathleten ausgezeichnet. Alle vier Orber Starter kamen nach dem Wettkampf mit neuen Bestzeiten über die halbe Ironman-Distanz in den Main-Kinzig-Kreis zurück. Überdies gelang es, sowohl im Gesamtklassement wie auch in den jeweiligen Altersklassenwertungen „Ausrufezeichen“ zu setzen.


Jürgen Metzler konnte seine bestehende Bestzeit um ganze 10 Minuten „pulverisieren“, zeigte in allen drei Teildisziplinen verbesserte Leistungen und spielte vor allem auf der 90km langen Radtrecke und beim abschließenden Halbmarathon seine Trümpfe aus. Schlussendlich landete Metzler mit einer Endzeit von 4:40 Std. auf dem 73. Gesamtrang. In seiner Altersklasse M35 bedeutete dies mit Rang 6 eine sichere Top10-Platzierung.
Adi Kohr lag bis 10 Kilometer vor dem Ziel noch vor Metzler, zog aber im – immer wieder packenden – Duell der beiden Orber „heuer“ den Kürzeren. Den Vorsprung auf Metzler hatte sich Kohr jedoch mit einer exzellenten Schwimmzeit von unter 28min für 1,9km herausgearbeitet. Damit lag er vor dem abschließenden Lauf über 4 Minuten in Front, nachdem beide Orber nahezu identisch schnell mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 37km/h über den Tiroler Asphalt „geflogen“ waren. Die zweite Hälfte des Halbmarathons war für Kohr dann leider nicht die einfachste seiner mittlerweile fast 25 Jahre wehrenden Ausdauersportkarriere. Dennoch rettete er mit einer Endzeit von 4:47:25 Std. eine neue Bestzeit durch den Zielbogen am Ufer des Walchsees. Seine Zeit brachte Gesamtplatz 110 und Rang 17 in der Altersklasse M40.
Johannes Goldbach zeigte ebenfalls ein solides Rennen. Auch ihm gelang ein Finish unter der magischen 5 Stunden-Marke. Mit 4:48:49 Std. belegte er Gesamtrang 173 und Platz 45 in der Altersklasse M30.


Der jüngste Orber Athlet nahm sich für seine erste Mitteldistanz gleich Großes vor. Jörn Gabler – traditionell ein Garant für die Wertungsplätze bei den Ligarennen des Teams über Sprint – und Olympische Distanz peilte bei seinem Debüt über die längere Distanz im Vorfeld ein Finish um die 4:30 Std. an. Dies gelang nach der besten Schwimm- und Radzeit aller Orber. Mit der Endzeit von 4:34:38 Std. platzierte er sich auf Gesamtrang 53 nicht weit hinter den Profistartern im Feld und erreichte Platz 11 aller 25 bis 29-Jährigen.

Neben dem tollen Alpenpanorama, dem angenehmen Wetter sorgten vor allem mehr als 20 mit angereisten Fans aus dem Main-Kinzig-Kreis für beste Triathlonstimmung am Rande der Strecke.

Detailergebnisse:


Dienstag, 30. August 2011

Hessische Meisterschaften im Sprinttriathlon: Bernd Paczarkowski Zweiter!

Bei den am vergangenen Samstag parallel zum Hazelman ausgetragenen Hessenmeisterschaften im Sprinttriathlon belegte Bernd Paczarkowski in seiner Altersklasse den 2. Platz. Die Distanzen waren 750m schwimmen, 23 km Radfahren und 5 km laufen. Das Schwimmen fand im Werratalsee statt, bei 23° Wassertemperatur war natürlich Neoprenverbot ausgesprochen worden. Nach 12:52 min. ging es dann durch die mit fast 600 Metern längste Wechselzone Hessens zum Rad. Auf der welligen und windigen Radstrecke musste man seine ganze Kraft aufbieten um gegen den stellenweise starken Gegenwind anzukommen. Nach 43 Minuten hatte Bernd war auch diese Disziplin abgearbeitet. Es folgte eigentlich seine Paradedisziplin, das Laufen. Da Bernd aber wegen einer langwierigen Achillessehnenverletzung erst in der letzten Woche mit dem Lauftraining begonnen hatte, war es von Anfang an ein Kampf. Vier Laufrunden durch die Eschweger Altstadt mit jeweils vier Anstiegen forderten Bernd alles ab. Trotzdem hatte er im Zielsprint noch genug Energie, den Konkurrenten um Platz zwei Ansgar Pfeiffer niederzuringen. Bernd kam schlussendlich mit guten 20:46min Laufzeit und einer Gesamtzeit von gesamt 1:19:49h ins Ziel.

Ergebnisse HM Sprint Eschwege:
http://www.werraman.de/Siegerlisten/siegerlisten.html

Montag, 29. August 2011

22. Königreichtriathlon in Flieden: Adi Kohr Dritter

Am vergangenen Sonntag startete Adi Kohr und Jörg Treffler vom Team SpessartChallenge beim 22. Königreichtriathlon über 500 Meter schwimmen, 24km Rad fahren und 5km laufen in Flieden.




- Adi Kohr auf dem Weg aufs Treppchen -



Adi Kohr kam in einer Zeit von7:24min als Drittschnellster aus dem Wasser. Jörg Treffler startete mit einem Rückstand von 1:34min auf die sehr profilierte Radstrecke. Treffler hatte sich entschlossen, die Radstrecke mit den Laufschuhen zu absolvieren um die Wechselzeit aufs laufen zu verkürzen.

Nach Radzeiten von 42:44min für Kohr und 46:48min für Treffler ging der doch sehr unwegsame Lauf zuerst über Wiesenwege und danach auf Teer zum Ziel im Sportstation im Flieden. Kohr lief die fünf Kilometer in sehr guten 20:19min und kam damit in einer Endzeit von 1:10:27h hinter Fabian Junk vom ausrichtenden Skiclub Flieden und Matthias Erlenbach (Tri Force Fulda) auf den dritten Gesamtplatz. In seiner Altersklasse konnte er damit siegen. Treffler brauchte für die Laufstrecke 28:09min und landete damit auf dem 5. Platz seiner Altersklasse. Adi Kohr hatte somit das verdiente Vergnügen zweimal auf das Podest gerufen zu werden.

- Jörg Treffler hat Spaß! -


Ergebnis Königreichtriathlon/Flieden
1./1.HK Junk, Fabian Skiclub Flieden 1989 e.V. 1:08:05
2./2.HK Erlebach, Matthias Tri-Force Fulda 01:09:01
3./1. M40 Kohr, Adi Team Spessartchallenge 1:10:27
4./2. M40 Hufnagel, Alexander SV Gelnhausen 1:11:01
46./5.M45 Treffler, Jörg Team Spessartchallenge 1:23:55

Detailergebnisse Königreichtriathlon/Flieden
http://www.skiclub-flieden.de/Koenigreichtriathlon/Ergebnis_2011.pdf


Montag, 22. August 2011

Triathlon im Ausland: Rauf aufs Treppchen der Regionalliga


(Jörn Gabler hat einen harten Tag)


Das dritte Rennen der Regionalliga Mitte führte uns erstmals über die hessische Landesgrenze hinweg ins rheinland-pfälzische Montabaur. Dort stand am vergangenen Samstag eine Sprintdistanz über 0,5km schwimmen, 20km Rad fahren und 5km laufen an. Glücklicherweise war hier das Windschattenfahren verboten, sodass wir nicht gleich auf verlorenem Posten standen sonder uns – wenn auch durch den Ausfall von Florian Brosch und Adi Kohr erheblich ersatzgeschwächt – noch Hoffnungen auf einen Platz im Mittelfeld machen konnten.

Nach den nur 500 Metern im Erlenhofsee von Ransbach-Baumbach war es wir immer Jörn Gabler (21./7:32), der uns auf die Radstrecke führte, gefolgt im Sekundentakt von Tim Stutzer (7:52), Alexander Nikolopoulos (8:19) und den beiden Regionalligadebutanten Jürgen Metzler (8:22) und Oliver Rinkenberger (9:32).

Obwohl die mit einer Gesamtsteigung von rund 350 Metern beachtlich profilierte Radstrecke eigentlich für eine Aufholjagt prädestiniert war, kamen besonders Tim und Alex nicht wie gewohnt in Tritt. Da beide derzeit in der Vorbereitung für den Ironman auf Hawaii sind, konnten sie zwar einige Plätze gut machen, die Spitze des Rennens aber blieb für sie unerreichbar. Einen wirklich unglücklichen Tag erwischte Jörn, den schon auf dem Rad der Magen plagte. Er musste sich später auf der Laufstrecke sogar übergeben. Jürgen und Oliver machten, wenn auch beide noch nicht wirklich von ihren Rennen in Frankfurt und Wiesbaden erholt, ihre Sache sehr ordentlich. Zum Ende der Radstrecke hatten sich Tim (4.) und Alex (10.) doch noch in die Top 10 der Ligastarter vorarbeiten können. Jörn & Jürgen lagen im soliden Mittelfeld um Platz 25. Damit konnte es Oliver, der als Fünfter der Mannschaft sein Rad abstellte, über die abschließenden fünf Laufkilometer locker angehen lassen. Für die Mannschaftswertung werden die Zeiten der vier schnellsten Athleten einer jeden Mannschaft addiert.

Für den Rest aber ging es auf der ebenfalls bergigen Laufstrecke noch um Sekunden und er schlug sich tapfer. Tim & Alex mussten nur je fünf Konkurrenten passieren lassen und belegten am Ende die Plätze 9 und 15. Jörn bewies, obwohl von starken Magenkrämpfen geplagt großen Kampfgeist und finishte als 31. Mit einem grundsoliden Rennen kam Jürgen auf Rang 37. Oliver, sichtlich darüber erleichtert, heute auf der Laufstrecke nicht alles geben zu müssen, brachte das Rennen mit einem lockeren Lauf als 42. ins Ziel.

Am Ende stand für uns eine Gesamtzeit vom 4:20:04h und der 7. Platz der Tageswertung zu Buche, mit dem wir bei diesen Rahmenbedingungen rundum zufrieden sein konnten. Das Rennen gewann erneut überlegen die LTF Marpingen vor Eintracht Frankfurt und den Gastgebern von der RGS Montabaur. Im Zwischenklassement nach drei von vier Rennen belegen wir überraschend hinter Marpingen und der Eintrache den 3. Platz. Wenn wir das halten können... Hammer! Und das letzte Rennen in Sinzig über die olympische Distanz kommt uns sehr entgegen: Das Schwimmen wird dort von der Strömung des Rheins sehr erleichtert.

Ebenfalls in Montabaur am Start war kurzentschlossen Bernd Paczarkowski. Eigentlich als Betreuer mitgereist, hatte er vor Ort noch für das Rennen nachgemeldet. In seiner Altersklasse kam er, der nach einer langwierigen Verletzung gerade erst wieder ins Training eingestiegen ist, auf Rang 3 und damit aufs Podest.




Einzelergebnisse Westerwald Triathlon Montabaur (Gesamtwertung)

RNG / NAME / VORNAME / VEREIN / AK / ZEIT / SWIM / Rg / RAD / Rg / LAUF / Rg
1 Jung Simon EJOT Team Buschh. 1 00:56:21 00:06:15 1 00:34:26 2 00:15:40 2
2 MARX Jonathan LTF Marpingen 1 00:57:31 00:06:32 7 00:34:14 1 00:16:45 11
3 BREINLINGER Jonas LTF Marpingen 1 00:58:26 00:06:31 6 00:35:12 3 00:16:43 10

13 Stutzer Tim TV Bad Orb 2 01:01:56 00:07:52 32 00:35:43 5 00:18:21 32
23 Nikolopoulos Alexander TV Bad Orb 3 01:03:10 00:08:19 45 00:36:19 12 00:18:32 36
38 Gabler Jörn TV Bad Orb 9 01:05:51 00:07:32 21 00:37:48 30 00:20:31 66
50 Metzler Jürgen TV Bad Orb 7 01:09:04 00:08:22 46 00:41:33 61 00:19:09 45
78 Paczarkowski Bernd TV Bad Orb 3 01:15:02 00:10:15 110 00:43:43 89 00:21:04 74
95 Rinkenberger Oliver TV Bad Orb 21 01:16:39 00:09:32 87 00:44:34 98 00:22:33 101


Mittwoch, 10. August 2011

Ironman Regensburg – Schlechtzeit statt Bestzeit – von der Freude an Erlebnissen

von Adi -Kanone- Kohr






Eine Begegnung
Gestern bin ich nach einem erlebnisreichen Ironman-Wochenende in meinen Wohnort zurückgekehrt. Die Erlebnisse im Kopf ordnend, treffe ich meinen sportbegeisterten Nachbarn bei meinem Wahl-Italiener: „Kanone Kohr, wie wars?“, schreit er durch die schmalen Gassen der Baraborssastadt. Ich setze mich, bestelle ein Wasser und begrüße die Damen, die neben meinem Nachbarn sitzt – und die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Nach einem kurzen Bericht über mein Abschneiden fragt die hübsche, schwarzhaarige Dame: „Läufst Du denn vor irgendetwas davon, Du machst so viel Sport?“
Plötzlich, die Zeit steht still, ich hole Luft und antworte in einem fünfminütigen Monolog über die Motive des Sportreibens, die sich weit über die des Sports ausweiten: „Reisen, Natur, Menschen... und schließe mit:“ Das Problem sind nicht die Verrückten, unser Problem sind die Normalen, die jeden Tag das gleiche machen, auf dem Sofa hocken und TV schauen“... „ich liebe es mir den Arsch aufzureißen für eine Sache, die sau viel Kohle kostet, aber im Grunde genommen nichts bringt.“ Sie ist bedeutungslos. Das ist ein Kennzeichen des Sports. Im weiteren Sinne ist der Sport das sicherlich nicht. Aber genau diese Bedeutungslosigkeit ist der Kern des Sports, diese Bedeutungslosigkeit schafft Freiheit. Auf dem Nachhauseweg, die Pizza war sehr lecker, frage ich mich, was mich denn so begeistert und mir so viel Freude bereitet hat an dem Wettkampf in Regensburg, obwohl ich die schlechteste Zeit meiner Ironmankarriere hingelegt habe.


Die Zeit als Gradmesser
Ich lasse nicht davon ab, es war toll. Toll. Toll. Weil die Zeit nur ein Gradmesser ist. Könnte man Freude messen und würde die Athleten und Athletinnen nicht nach der Zeit kategorisieren, sondern nach einem Maß der Freude, die die Athleten auf dem Weg vom Schwimmstart bis in das Ziel haben, das würde die ganze Reihenfolge durcheinander wirbeln. Bei der Siegerehrung würde es heißen: „Ironmansieger ist Walther Herbert. Er hatte mit 98 Freudigkeitshöhe die höchste Freundeskala am heutigen Tag.


Erlebnismenge
Ich drifte ab. Ein weiterer wichtiger Punkt, warum ich zufrieden bin mit meinem Wettkampf hängt mit der Erlebnismenge zusammen. Erlebnismenge ist die Menge an Erlebnisse und Eindrücken, die man an einem Tag hat. Am Wettkampftag geht das schon um 3:30 Uhr los. Niemals steht man mit so einer Energie und Freude auf – im ganzen Jahr nicht. Es geht weiter. Beim Schwimmstart entsteht so ein Gefühl der Gemeinsamkeit, wir alle wollen da durch heute. Friedlich bis kurz vor dem Startschuss. Dann wird ausgeteilt. Beim Schwimmen haut mir ein anderer Athlet mit der Faust auf die Brille. Egal, sage ich mir, das war keine Absicht, ich schwimme weiter und bin ganz ruhig. Nach ca. drei Kilometern denke ich: „das ist aber heute irgendwie ein langes Schwimmen, mir wird fast langweilig. 100m vor dem Schwimmausstieg sage ich mir: „Jetzt wird es spannend“. „ Wie schnell war ich denn?“ „War das gut“ „Logo, war das gut, Du hast einem, der dir aufs Auge gehauen hat, nichts angetan.“ Das gehört zum Triathlon dazu.

Als ich aus dem Wasser steige, ist da keine Uhr, so ein Mist und ich habe mich so auf die Zeit gefreut. Nun gut, auf dem Weg zu meinem Fahrrad höre ich dem Sprecher zu. Er sagt, die Schwimmer, die jetzt aus dem Wasser kommen, sind alles hervorragende Schwimmer, wir liegen gerade bei 58 Minuten. „Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“, sage ich mir. Das ist eine gute Zeit. Ich freue mich.


Das Radeln

Schon kurz vor der Einfahrt zum 10 km langen Anstieg erfahre ich schon wieder ein Erlebnis. Noch vor ein paar Wochen bin ich diesen Berg mit Joey mit kleinem Kettenblatt hochgefahren, das fand ich schon anstrengend. Jetzt bügele ich mit dickem Kettenblatt den Anstieg hoch. „Booaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhh, macht das Spaß“, sage ich mir. Ja, und so geht das weiter, die ganzen 180 Kilometer. Ich schaue mir die Mode der anderen Athleten an, passt das Trikot zum Fahrrad? Ich erfreue mich an der Präsenz der Motorräder mit Kampfrichter. Wo Kampfrichter sind, ist vorne, sage ich mir. Ich bin weit vorne. Und ständig ein anderes Motorrad. Herrlich. Wir bügeln mit über 40 km/h über die Strecke. Es regnet, aber das ist mir so was von egal.





Ich merke es gar nicht. Nun gut, ab Kilometer 140 werde ich müde, ich habe ein Loch. Aber eine halbe Stunde später ist alles wieder beim Alten. Eine Änderung meines Wesens vollzieht sich. Alles ist wieder da. Energie und Spaß. Zwischen einem Hoch und einem Tief liegen gerade mal dreißig Minuten. Manche Depressionen dauern Jahrzehnte. Im Triathlon kannst Du das im Halbstundentakt haben. Herrlich, wieder ein Erlebnis. Zum Schluss bügeln meine Mitstreiter und ich nach Regensburg. Die Einfahrt macht Spaß, wir haben einen Affenzahn drauf, es fühlt sich gut an, und ich habe Energie.


Die Freude an der Wahrnehmung
Jawoll, ich will jetzt laufen und ich will die Schmerzen spüren: „Kohr, ich will mich fühlen auf der Laufstrecke, ich will den Schmerz“, sage ich zu mir. Als ich einfahre, sehe ich, da stehen genau 180 Räder. Gut, mich haben auch geschätzte 500 Leute auf der Radstrecke überholt. Schon bei Kilometer 1 merke ich: Shit, ich bin blockiert, da geht nix, keine Frequenz da, mein Magen zieht, mir ist schlecht, das wird kein leichter Marathon. Es geht bis Kilometer 23, dann krampft der Magen und ich muss im 9er Schnitt joggen, gegangen wird nicht. Man muss Laufen, das ist mein Motto. Laufen. Laufen. Laufen. Nicht Gehen. Gegangen wird bei der Leichtathletik, aber nicht im Triathlon. Ich muss Gymnastik machen auf der Straße, es hilft nichts. Scheiße, Scheiße, Scheiße. Jetzt bin ich genau dort, wo ich hinwollte, ich spüre Schmerzen. Ich fühle Schmerzen. Aber in einer Region, in der ich sie nicht haben wollte. Ich wollte Beinschmerzen, aber keine Magenschmerzen. Im Triathlon kann man sich das nicht aussuchen. Der Vorteil bei einem so geringen Tempo ist, man kann den kotzenden Athleten genau zusehen und abschätzen, ob sie jetzt Passionsfrucht oder vielleicht Berry-Riegel gegessen haben. Und die Töne, die Athleten beim Kotzen von sich geben! Enorm, was da alles rauskommt, wie laut das ist. Wieder ein Erlebnis. Und überall kommen Töne aus Löchern. Klasse. Im Triathlon haben die Leute keine Hemmungen. Es wird gekotzt, gepinkelt, gefurzt, sich eingesaut. Wieder herrlich.







Die Laufwende
Gut, ich kämpfe bis Kilometer 34 und beschließe mein 9er Tempo mal Testweise zu erhöhen. Plötzlich gehen die Schmerzen weg und ich sage mir, jetzt wird attackiert. Kohr beschleunigt auf 4:30 den Kilometer. „Es geeeeeeeeeeeeeeeeeeeehhhhhtttt wieder“, schreie ich und laufe dem Ziel freudig entgegen. Wieder so eine Wendung, ein Erlebnis denke ich. Es wird nicht langweilig beim Triathlon. Deswegen mag ich den Sport. Im Ziel erfreue ich mich an Salzstangen. „Nie mehr werde ich Süßes essen!“, schwöre ich mir, nur um eine halbe Stunde später drei Stück Kuchen zu vertilgen. Wieder ein Erlebnis. So, ich bin jetzt fertig mir meinen Ausführungen. Ich bin total happy mit meinen 11 Stunden, weil man auch mal die andere Seite des Triathlons kennen lernen muss. Die dunkle Seite der Macht. Da lauern unglaubliche Erlebnisse und Erfahrungen, darauf möchte ich nicht verzichten.


Dienstag, 2. August 2011

Montag, 25. Juli 2011

Ironman Germany: Julia Nikolopoulos Europameisterin, Alex Nikolopoulos Dritter

Jürgen Metzler mit solidem Rennen - Florian Brosch mit im Survivalmodus

Wie am Tag des Doppelerfolgs von Julia und Alexander Nikolopoulos beim Quarterman in Bruchköbel im Juni war es auch an diesem Wochenende wieder windig in Hessen. Besonders windig war es in der Wetterau, wo das Rad fahren des diesjährigen Ironman Germany, der Triathlon-Europameisterschaft über 3,8km schwimmen, 180km Rad fahren und 42,2km laufen, zum 10. Mal stattfand. Wind alleine hätte auch den weiteren Kurstädtern, Florian Brosch und Jürgen Metzler, nichts ausgemacht, starke Radfahrer sind die Kurstädter ja allesamt. Allerdings kamen diesmal noch Regen und Temperaturen nur um 14 Grad hinzu. Es war also kalt!



(Unsere Gladiatoren vom Sonntag)


„Warmer“ Auftakt
Der Langener Waldsee war mit 21 Grad noch der wärmste Ort des Tages und Jürgen Metzler hatte diese Übung als schnellster Orber in 1:01h hinter sich gebracht. Es folgten drei beziehungsweise vier Minuten dahinter Florian Brosch und Alexander Nikolopoulos, die mit ihrer Auftaktdisziplin nicht wirklich zufrieden waren. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb Julia Nikolopoulos, die wenig später (1:13h) aufs Rad wechseln konnte.

Kalte Radausfahrt
Auf dem Rad gab das auch als „Radmonster-WG aus der Brönnerstraße“ bekannte Duo Nikolopoulos dann Vollgas und sammelten Konkurrent um Konkurrent ein. Schon zur Hälfte der 180 Radkilometer hatte Julia die Führung, Alexander Platz zwei in der Altersklasse erobert. Mit den Windgeschwindigkeiten von um 40km/h und dem einsetzendem Regen hingegen hatte Florian Brosch erheblich mehr Probleme. Sein Motor lief zu keiner Zeit auf dem Rad richtig warm. Jürgen Metzler dagegen lieferte in der Windigen Wetterau eine solide Leistung ab und ging mit einigen Reserven auf die Laufstrecke. Die aber erreichte mit der schnellsten Radzeit aller Amateure (4:44h) Alexander Nikolopoulos als erster des Kurstadt-Quartetts. Gefolgt wurde er von Brosch, der in 5:05h noch in Schlagdistanz zu einem Qualifikationsplatz für die Ironman-WM auf Hawaii lag.




(Alex auf dem Rad)


Ebenfalls eine großartige Radleistung lieferte Julia Nikolopoulos ab. Sie benötigte für die 180 Kilometer nur 5:15h. Damit blieben die Radbestzeiten der Amateure in ein und dem-selben Haushalt, denn keine Amateurin war auf dem Rad schneller als Julia Nikolopoulos. Den Abschluss der Orber Radausfahrt bildete die Einfahrt von Jürgen Metzler am Mainkai. dessen Aufholjagd sollte aber gleich per Pedes folgen.


Heiße Sohlen und kalte Muskeln auf der Laufstrecke

Unter den Top 20 nahm Alexander Nikolopoulos den abschließenden Marathon in Angriff. Mit für ihn typisch langgezogenen Schritten stapfte er unaufhaltsam auf das Podest seiner Altersklasse zu. Gebremst nur durch einen unvermeidlichen Toilettenstopp bei der Hälfte des Marathons musste er lediglich einen Konkurrenten passieren lassen und kam so in 9:12h auf den dritten Rang der Altersklasse 35. Bei dieser Leistung konnte es sich Alexander sogar leisten, der Gesamtsiegerin des Damenrennens, auf die er kurz vor dem Ziel ausgelaufen war, galant den Vortritt zu lassen.

Für Florian Brosch, der darauf gesetzt hatte, dass der von der Kälte verspannte Rücken und die eingefrorenen Füße vielleicht noch auf der Laufstrecke auftauen würden, sollte es hingegen ein ganz harter Tag werden. Zu keinem Zeitpunkt konnte er beim Laufen zur Normalform finden.



(Florian Brosch im Tunnel)

Dass er den Marathon trotz Wind und Regen noch in 3:29h absolvierte, war allein seinem unbändigen Durchhaltewillen zu verdanken. Schon auf der ersten von vier Laufrunden hatte Brosch auf keinerlei Ansprache von außen mehr reagiert. Trotzdem konnte sich Brosch in einer Endzeit von 9:45h als 17. ganz weit vorn in seiner Altersklasse 25-29 platzieren.

Jürgen Metzler dagegen lief sich am Main erst so richtig warm. Von Kilometer zu Kilometer sah er lockerer aus und machte zu Fuß das, was Alexander und Julia auf dem Rad gemacht hatten: mehr als 200 Konkurrenten überholen.



(Jürgen, fliegend)


Fast schon wie ein Uhrwerk spulte er jeden Kilometer in 4:50min und den gesamten Marathon in 3:24h ab. So stand am Ende für ihn der 38. Platz in der Altersklasse 35 zu Buche.

So richtig kurz aber läßt sich das, was sich in der Altersklasse W 35 am Main abspielte nicht schildern: Mit von außen locker anmutendem Schritt flog Julia Nikolopoulos mit Rü-ckenwind förmlich die ersten Kilometer mainaufwärts. Der geneigte Zuschauer hätte vermuten können, dass das hier laufende Projekt „Marathon in 3:30h“ auf dem Rückweg gegen den Wind mainabwärts scheitern könnte. Aber nichts dergleichen geschah.


(Julia beim Schlussprint)


Ähnlich präzise wie Jürgen Metzler hakte Julia Nikolopoulos jeden Kilometer in gleichbleibendem Tempo ab. Und das nur jeweils zehn Sekunden langsamer als ihr männlicher Teamkollege. Nach der Hälfte des Marathons sah sie immer noch fit aus, erst auf der dritten von vier Runden konnte man ein wenig Ermüdung in ihren Augen sehen. Anders aber als vor Jahresfrist, da hatte sie bei Temperaturen um 30 Grad schon früh das Tempo erheblich drosseln müssen, war am vergangenen Sonntag Julia-Wetter. Mit einer Marathonzeit von 3:31h stellte sie am Ende neben der schon erwähnten Radbestzeit der Amateurinnen auch deren drittbeste Laufzeit aufgestellt und lief mit mehr als einer halben Stunde Vorsprung als erste und damit als Europameisterin der ihrer Altersklasse auf dem Römerberg ein.

Next Stop: Hawaii
Mit dieser Leistung haben Alexander und Julia selbstredend auch das Ticket für die Teilnahme an der Ironman-WM im Oktober auf Hawaii gelöst. Dort werden Kurstädter Triathleten, von denen Tim Stutzer das Ticket bereits in der Tasche hat, zumindest mit einem Trio antreten. Nachziehen allerdings kann immer noch Adi Kohr, der am übernächsten Wochenende sein Quali-Glück beim Ironman Regensburg sucht.


Ergebnisse Ironman Germany 2011
Frauen
1. Steffen, Caroline 9:12:13h (49:16 - 4:51 - 3:27)
2. Zelenkova, Lucie (RSA) 9:13:4h (47:59 - 5:06 - 3:15)
3. Tajsich, Sonja (GER) 09:14:14h (58:34 - 5:05 - 3:04)
[…]
14. (1. W35) Julia Nikolopoulos TV Bad Orb 10:06:23h (1:13 - 05:15 - 3:31)

Männer
1. Al-Sultan, Faris 8:13:50h (46:05 - 4:26 - 2:57)
2. Raphael, Jan 8:19:31 (48:12 - 4:38 2:49)
3. Göhner, Michael 8:20:26 (50:08 - 4:38 - 2:47)
[…]
34. (3. M35) Nikolopoulos, Alexander TV Bad Orb 9:12:16h (1:05 - 4:44 - 3:15)
155. (17. M25) Brosch, Florian TV Bad Orb 9:45:44 (1:04 - 5:05 - 3:29)
225. (38. M35) Metzler, Jürgen TV Bad Orb 9:50:21h - (1:01 - 5:18 - 3:24)

Detailergebnisse:
http://ironman.de/dokumente/ergebnisse_IMEU_2011.pdf

Dienstag, 19. Juli 2011

IM Germany 2011 - Im Quintett nach Kona?

Sie wollen nachziehen!

Einer aus dem Team hat das begehrte Ticket für die Ironman-WM auf Hawaii schon in der Tasche, am kommenden Wochenende will das Quartett Jürgen Metzler, Florian Brosch, Julia & Alex Nokolopoulos beim Ironman Germany, "nachlösen". Alle Viere sind körperlich und geistig fit, das Rennen kann kommen.

Viel Erfolg!

Dass Bad Orb um die Ecke von Frankfurt liegt, hat offensichtlich schon Fans des Quartetts an den Main gelockt. Anders läßt sich dieses Fundstück, kaum erklären.

Montag, 18. Juli 2011

Citytriathlon Hamburg - Athletenbericht Jörn Gabler

Fischbrötchen oder Hamburg?






Dann doch lieber Pasta! Diese Frage stellte sich am Vortag des Sprintrennes in der schönen Hansestadt Hamburg. Aber erstmal der Reihe nach.
Vergangene Woche bekam ich von den Jungs von Zoggs/ 2xu (Filser- Sportmarketing) den Startplatz für das Sprintrennen des Hamburg City Triathlons angeboten. Klar, dass ich da nicht nein sagte. Ich vergaß dabei nur, dass auch die Hinfahrt wie auch eine Unterkunft organsiert werden musste. Naja das erledigte ich dann noch spontan am Dienstag.
Nachdem ich Donnerstagabend noch mehr schlecht als recht mein Seminar- Sitzung beendet hatte, ging es zum nächst besten Junk-Food- Tempel meines Vertrauens, denn hochwertiges Essen ist essentiell für gute Leistungen im Sport. Und dann ging es ins Bett, weil es zum Studenten untypischen Zeiten mit dem Zug nach Hamburg ging.
Nach dem Einchecken im Hotel fuhr ich mit der U-Bahn zum Jungfernstieg, an dem die Triathlon- Messe statt finden sollten, um Anton von 2xu zu treffen um meine Nachmeldeunterlagen zu erhalten. Nachdem dies alles reibungslos abgelaufen war und ich mir sogar noch eine Startwelle aussuchen durfte, schnürte ich mir die Laufschuhe um mich mit der Laufstrecke vertraut zu machen- ein flacher Wendepunktkurs mit zahlreichen Ecken und Kurven war mein Fazit. Mit meinem Focus Izalco Crono Bike wollte ich im Anschluss noch die Radstrecke anschauen, leider musste die Fahrt aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens doch etwas verkürzen und beließ es auf ein paar wenige Sprints. Nach dem kurzen Training stellte sich für mich die Frage der Nahrungsaufnahme: Fischbrötchen oder Hamburg? „Ähm dann doch Pasta…!“
Am nächsten Morgen, ich hatte am Vorabend alles fürs Rennen präpariert, musste ich feststellen, dass meine Startnummern, Chip und die Nummeraufkleber nicht zueinander passten. Mal war es die Startnummer 5583 und dann wieder 5584. Also musste ich noch einmal zur Akkreditierung, nach einer gefühlten Ewigkeit konnte das Problem gelöst werden und ich konnte zum Einchecken gehen. Allerdings war bis dahin mein an sich groß zügig bemessenes Zeitbudget fast aufgebraucht, so dass ich gerade noch so meine Wechselzone einrichten konnte (meine Güte ich habe noch NIE so eine riesen Wechselzone gesehen), und zum Schwimmstart rennen musste (dann war ich auch warm ), schnell zog ich meinen Neopren- Anzug noch an, sprang in das kühle Nass machte noch einige wenige Schwimmzüge und dann ging es los.
Vom Start ab lag ich gut in meiner Startgruppe im Wasser bis zur Wendepunktboje auf Platz eins oder zwei. Als ich einen Schwinger von meinem Nebenmann bekam und ich kurz schwarz sah (könnte natürlich auch an der trüben Alster gelegen haben), ging die erste Disziplin problemlos weiter. Ab da lag ich auf Position zwei dieser Startgruppe. Diesen Platz konnte ich dann auch bis zur Wechselzone verteidigen. In der ein Kilometer langen Wechselzone konnte ich dann meine Laufstärke ausspielen und mich auf Position eins (meiner Startgruppe) vorschieben. Dann ging es zu meiner vermeidlich schlechtesten Disziplin dem Rad fahren. Am Donnerstag zuvor hatte ich noch einmal einige Intervalle auf dem Rad gemacht. Und genau dieses Tempo schlug ich dann auch auf meiner Maschine an. Kilometer um Kilometer sammelte ich Starter aus den früheren Startgruppen ein und wunderte mich, dass von hinten niemand kommt. Nachdem die Verwunderung etwas entschwunden war, dachte ich mir, dass ich vielleicht zu schnell fahren würde. Aber nachdem nach ein bis zwei Kilometer wieder nichts passiert, entscheid ich mich für Kopf einziehen und treten bis Laktat in die Bein schießt oder ich k****.
Bis zur Wechselzone hatte ich dann einen 40ziger Schnitt gefahren. Fast wäre das auch, das Ende des Rennens gewesen als ein Teilnehmer aus einer anderen Startwelle direkt vor mir am Eingang der Wechselzonen stehen blieb.Wäre ich nicht just in diesem Moment vom Rad gesprungen, hätte ich einen Salto über den Lenker abfangen müssen. Aber so ging es glimpflich aus und ich konnte wechseln.
Das Laufen ging leicht von der Hand, oder besser gesagt leicht von den Beinen. Zwar sammelte ich beim Laufen weiter Athleten ein, allerdings wartete ich immer noch darauf, dass jemand von hinten anrauschen würde. Aber das passierte nicht. So erreichte ich in 1:06:22 das Ziel. Bis dahin wusste ich nicht welchen Platz ich belegt habe und rechnete mit einem unter den ersten Zwanzig aus.
Am frühen Abend lief ich an den Rennaushängen vorbei und überflog die ersten Seite von unten nach oben nach meinem Ergebnis. Nichts, gar nichts war zu lesen, dachte ich, und las auf dem zweiten Zettel nach- auch nichts. „So ein sch***“ dachte ich mir und studierte nun den ersten Zettel noch einmal genauer und siehe da: Ich hatte den 2 Platz overall erreicht. Und noch etwas mehr Freude ich mich darüber, dass ich in meiner vermeidlich schlechtesten Disziplin, dem Radfahren, den drittschnellsten Split des Tages erbracht habe.

Sonntag, 17. Juli 2011

Jörn Gabler Zweiter beim Hamburg City Triathlon


3500 Athleten waren dabei, gestern beim Sprintrennen im Rahmen des Hamburger Citytriathlons und Jörn kam als Gesamt-Zweiter an.

Reeeespekt!

Detailergebnisse: http://www.hamburg-triathlon.org/images/stories/agegroup/pdf/2011/sprint_gender.pdf

Montag, 4. Juli 2011

Jürgen Metzler erkämpft Podium bei den hessischen Kurzdistanzmeisterschaften

Die Wettbewerbe der hessischen Meisterschaften fangen an, Jürgen Metzler vom Team Spessartchallenge des TV Bad Orb besondere Freude zu bereiten. Nicht nur, weil dies wunderbar spannende Wettkampfformate des Triathlon sind. Viel mehr erreichte Metzler bereits vor zwei Wochen bei den Hessenmeisterschaften über die Mitteldistanz den Titel des Vize-Hessenmeisters der Altersklassenwertung. Nun gesellt sich noch der "bronzene" Rang bei den hessischen Meisterschaften über die Kurzdistanz hinzu. Der Wettkampf im nordhessischen Kassel startete mit einem 1500m Schwimmen, für das Metzler 23:30min benötigte. Dies brachte ihn in eine gute Ausgangssituation für die fogenden Disziplinen. Die 37km lange und überdies anspruchsvolle Radstrecke war nach 1:07 Stunden gemeistert. Es folgte ein 10km-Lauf in den Fuldaauen, den der Orber nach 38:09min hinter sich brachte. Nach 2:11 Stunden war Metzler als 15. der Gesamtwertung im Ziel und holte mit dieser Zeit die Bronzemedaille seiner Altersklasse. Mehr als zufrieden schloss der Orber Triatlet mit diesem Erfolg seine Vorbereitungsrennen für den Frankfurter Ironman ab und blickt zuversichtlich in Richtung Saisonhöhepunkt.

Sonntag, 3. Juli 2011

Fünfter Sieg in Folge: Kanone Kohr siegt in Bad König



Zum fünften Mal in Folge gewinnt Adi Kohr den Sprinttriathlon in Bad König. Über die Strecken von 500m Schwimmen, 23 km Radfahren und 5 km Laufen konnte der langjährige Konkurrent Tim Koch vom VfL Michelstadt auch dieses Jahr nicht mithalten. Mit Streckenrekord von 1:06:17 Std. distanzierte Kohr den Odenwälder um mehr als eine Minute. „Obwohl ich einige Tage vor dem Wettkampf hart trainiert habe, ist es mir gelungen, meine Streckenbestzeit aus dem Jahr 2008 noch mal zu unterbieten. Das Training für meinen Saisonhöhepunkt ‚Ironman Regensburg’ schlägt an. „ Ich hoffe, dass endlich Timo Bracht am Wettkampf im nächsten Jahr teilnimmt. Timo wohnt ja nur ein paar Kilometer entfernt in Eberbach am Neckar - damit ein weiterer großer Namen des Triathlonsports in den Siegerlisten des Kinnischen Triahtlons in Bad König steht, “ kommentiert Kohr seine Visionen mit einem Lächeln.

Sonntag, 19. Juni 2011

Sturm über Hessen, Teil 2 Regionalliga: Team Spessartchallenge belegt Platz 4

Zufriedenes Gruppenbild mit Dame v.l.n.r.: Adi Kohr, Florian Brosch, Jörn Gabler, Tim Stutzer Julia & Alexander Nikolopoulos)


Beim zweiten Rennen der Triathlon-Regionalliga wir uns am vergangenen Samstag in Waldeck am Edersee den vierten Rang. Nach Platz sechs beim Auftakt in Fritzlar Ende Mai nähern wir uns unaufhaltsam ;) der ersten Treppchenplatzierung in Deutschlands dritthöchster Triathlonliga. Geschlagen geben mussten wir uns diesmal nur den Teams aus Marpingen, der Frankfurter Eintracht und der RAG Montabaur geschlagen geben.

Angeführt von den hervorragenden Leistungen von Alexander Nikolopoulos und Florian Brosch auf den Plätzen 8 und 9 der Tageswertung begann das Rennen wie zumeist erst nach eher gemächlichem Schwimmauftakt. Einzig Jörn Gabler konnte sich im Edersee als 20. in der Auftaktdisziplin in der ersten Hälfte des Starterfeldes halten. Dicht gefolgt von Adi Kohr (26.) nahm Jörn den sehr windigen Radteil des Rennens in Angriff. Auf dem Rad konnten insbesondere bei den widrigen Bedingungen - Windböen um 80 Stundenkilometer wurden am Renntag gemessen – Alex und Tim Stutzer ihre Radstärke ausspielen. Sie machten sich nach den Plätzen 37 und 33 beim Schwimmen daran, einen nach dem anderen Konkurrenten einzusammeln. Am Ende der Radstrecke über 44km stand für Alex mit 1:17:58h die Tagesbestzeit auf dem Rad (für wen auch sonst?) zu Buche. So nahm er den abschließenden Lauf über 10 Kilometer auf Platz 8 in Angriff. Tim, der nur eine Minute mehr für die Radstrecke benötigt hatte, wechselte einen Rang hinter Alex in die Laufschuhe. Zweieinhalb Minuten hinter Tim wiederum machte sich Florian als 25. daran, beim Laufen, seiner Paradedisziplin, noch in die Top 10 vorzustoßen. Auch Jörn lag nach dem Rad fahren weiter im Mittelfeld und drehte beim laufen ordentlich auf. Adi dagegen konnte, in der Regionalliga werden die Zeiten der ersten vier Starter für die Tageswertung addiert, konnte den abschließenden Lauf locker angehen lassen, nachdem klar war, dass die vier vor ihm liegenden Mannschaftskollegen nicht auf dem Rad vom Defektteufel heimgesucht worden waren. Adi ließ den Tag also mit einem lockeren Läufchen über 10 Kilometer ausklingen.

Ganz anders dagegen Florian. Er lieferte mit 35:32min die zweitschnellste Laufzeit des Tages ab und schob sich so in 2:24:29h auf Tagesplatz 9. Fast hätte er dabei noch Alex eingeholt, der nur knapp 20 Sekunden vor Florian als Achter das Ziel erreichte. Hinter unseren beiden Assen verlor Tim nach gutem Rad fahren auf der Laufstrecke schnell an Boden und wurde mit einer nicht wirklich ansprechenden Laufzeit von knapp 41min noch bis auf Tagesplatz 23 durchgereicht. Ähnlich wie Alex zuvor, wäre auch Tim dabei noch fast von einem Teamkollegen eingeholt worden: Jörn, der mehr als drei Minuten nach Stutzer die Laufschuhe geschnürt hatte, kam bis auf eine halbe Minute an Stutzer heran und belegte in 2:27:32h Rang 25.

Bilder: https://picasaweb.google.com/alexander.nikolopoulos/2011Waldeck

Ergebnisse Regionalliga # 2 – Waldeck/Edersee:

1. LTF Marpingen 9:25:20h

2. Eintracht Frankfurt 9:35:49h

3. RSG Montabaur 9:36:26h

4. TV Bad Orb TEAM SPESSARTCHALLENGE 9:44:08h

Deteilergebnisse: http://www.triathlon-waldeck.de/index.php/triathlon/ergebnislisten/

Sturm über Hessen, Teil 3: Zweifacher Hattrick beim Quarterman-Triathlon durch Julia und Alexander Nikolopoulos




Man kennt sich unter den Triathleten im Rhein-Main-Gebiet. Und besonders gut kennt man auch die Veranstalter eines Triathlons, wenn man diesen in den vergangenen beiden Jahren hat gewinnen können. Noch besser bleibt man in Erinnerung, wenn man das im Doppelpack als Ehepaar tut. Und so war klar, dass Julia und Alexander Nikolopoulos auch 2011 wieder am Quarterman in Bruchköbel teilnehmen würden.



Und die Karten für eine Titelverteidigung standen gut. Das Wetter passte, es war windig. Alexander hatte sich schon tags zuvor am Edersee an die böigen Winde von Sturmtief Emil gewöhnen können. Julia, die das Regionalligateam des TV Bad Orb nach Nordhessen Reporterin begleitet hatte, wusste ebenfalls, dass beim Quarterman in Bruchköbel zugig werden würde. Wind aber spielt beiden eigentlich immer in die Karten, da sie als starke Radfahrer dann so richtig ihre Trumpfkarte ausspielen können. Und auftrumpfen wollten beide in Bruchköbel, denn sie hatten ja beide ihre Titel zu verteidigen.



Julia hatte dabei das vermeintlich beste Blatt, denn sie konnte erholt in das Rennen gehen. Alexander hingegen zweifelte etwas, denn das Ligarennen in Waldeck am Tag zuvor hatte schon einige Körner gekostet. Andererseits hatte auch Alexanders vermutlich schärfster Konkurrent Christian Mokros ebenfalls am Vortag schon ein Rennen bestritten und das sogar über die halbe Ironman-Distanz.




Also gingen beide daran, das schon fast gewohnte Programm abzuspulen: Im Becken den Rückstand in Grenzen halten, auf dem Rad Vollgas und dann den Vorsprung beim laufen verteidigen. Das funktionierte besonders für Julia sehr gut: Die 950 Schwimmmeter absolvierte sie solide und auf der 45 Kilometer langen Radstrecke setzte sie sich früh an die Spitze. Bis zum Ende der Radstrecke hatte sie ihren Vorsprung auf die Zweitplatzierte auf mehr als zehn Minuten ausgebaut.



Nicht ganz so imposant aber dennoch beruhigend war Alexanders Vorsprung nach einer Radbestzeit von 1:07h für die 45km. Seine beiden härtesten Konkurrenten Peter Schneider (Maintal) und Christian Mokros (DSW Darmstadt) erreichten mehr als drei Minuten nach ihm den zweiten Wechsel. Julia konnte so auf den abschließenden 10,5km sogar noch ein paar Körner für kommende Aufgaben wie die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft Ende Juli beim Ironman in Frankfurt sparen. Alexander dagegen konnte sich seines Sieges erst sicher sein, als er auch zur Hälfte der Laufstrecke noch mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten hatte.



Damit gab es auch im dritten Jahr das gewohnte Bild ganz oben auf dem Podest beim Quarterman in Bruchköbel: Nikolopoulos neben Nikolopoulos.







Ergebnis Quarterman Bruchköbel 2011:

Frauen:
1. Nikolopoulos, Julia TV Bad Orb 2:20:42
2. Volz, Verena Tri ATZ-RheinMain 2:31:01
3. Bauer, Diana OPTIMUM-Bruchköbel 2:36:43


Männer:
1. Nikolopoulos, Alexander TV Bad Orb 2:05:15
2.Mokros, Christian DSW 1912 Darmstadt 2:09:13
3. Schneider, Peter OPTIMUM-Bruchköbel 2:10:40

Detailergebnisse Quarterman Bruchköbel:
http://www.quarterman-germany.de/index.php

Sturm über Hessen, Teil 1: Jürgen Metzler wird Hessischer Vizemeister über die Halbdistanz beim Morettriathlon

"Der „schwerste“ Moret für die Teilnehmer", titelte der Veranstalter des 27. Morettriathlons bereits im Vorlfed der Triathlon Mitteldistanz und dem Austragungsort der hessischen Meisterschaften über dieses Wettkampfformat am 18.06.2011 in Münster bei Dieburg. Durch behördliche Auflagen mussten die Teilnehmer in diesem Jahr - sowohl beim Radfahren, als auch beim Laufen - mehr Strecke zurücklegen. Somit ergaben sich alles in allem 2000m Schwimmen, 91km Radfahren und 21,8km Laufen. Der böige Wind verwandelte nicht nur den See bei Babenhausen zu einem mit ordentlichem Wellengang, sondern sorgte auch auf der Radstrecke - vor allem bei den Abfahrten auf der Strecke durch den nördlichen Odenwald - für schwierigste Bedingungen.Trotz dieser Voraussetzungen katapultierte sich Jürgen Metzler vom Team Spessartchallenge des TV BAD ORB auf den 14. Gesamtrang und wurde damit Vize-Hessenmeister in der Altersklassenwertung. Dies gelang mit einer sehr guten Schwimmleistung. Für die 2000m benötigte Metzler 31:53min und hatte so - auf Rang 17 liegend - schon Kontakt zum vorderen Feld. Auf dem Rad folgte ein harter Kampf. Mit etwas über 30km/h versuchte der Orber nicht zu viel an Boden auf der Radstrecke, die mit 1300 Höhenmeter alles andere als einfach war, zu verlieren. Als 33. Athlet legte Metzler dann in seiner Paradedisziplin, dem Laufen, auf der mit 21,8km etwas verlängerten Halbmarathonstrecke richtig los. Mit der 9. besten Laufzeit des Tages konnte er etliche Athleten wieder einfangen und und sicherte sich so nach der Bronzemedaille an gleicher Stelle im vergangenen Jahr dieses Mal den Titel des Vize-Hessenmeisters in seiner Altersklasse. Mit diesem starken Formtest blickt Metlzer zuversichtlich in Richtung Saisonhöhepunkt beim Frankfurter Ironman am 24. Juli.


Detailergebnisse:
http://www.mikatiming.de/cms_data/hm_gender_1db6cf56.pdf

Dienstag, 7. Juni 2011

10. Platz für Jürgen Metzler bei Triathlonpremiere in Büdingen

Wieder ein neuer Triathlon, sie schießen in Rhein-Main wie Pilze aus dem Boden. Und wieder war einer von uns dabei. Wieder sehr gut, wieder Top10. Mit nur knapp vier Minuten Rückstand auf den Sieger belegte Vielstarter Jürgen Metzler beim 1. Sparkassen Charity Triathlon Büdingen (der Name ist ja fast so lang die Jobbeschreibungen in Werbeagenturen) den 10. Platz. Nach 9:15min hatte Metzler die 550m im Büdinger Freibad hinter sich gebracht. Danach ging es in 32:48min über die 20km lange Radstrecke, die gleich zweimal den garstigen Anstieg nach Rinderbügen in sich hatte. Im Laufen musste Metzler alle Trümpfe ziehen und sich sputen, immerhin drohten diverse Gelnhäuser Bekannte, ihm eine vordere Platzierung streitig zu machen. Nach 18:50min waren dann auch die 5km durch die Büdingen Altstadt erledigt und es stand eine Zeit von 1:03:44min als Endwertung. Zwar musste er mit Michael Lik, Alexander Hufnagel, Patrick Röll und Egmont Pietruschka gleich vier Konkurrenten vom SV Gelnhausen dne Vortritt lassen, trotzdem konnte Jürgen mit seiner Leistung zufrieden sein.

Ergebnisse 1. Triathlon Büdingen:

1. STOLZ, Florian (SCC Berlin Triathlon) 00:59:42
2. LIK, Michael (SV Gelnhausen) 01:00:02
3. SCHLEINITZ, Mirco (Darmstadt) 01:01:21
10. METZLER, Jürgen (TV BAD ORB) 01:03:44

Detailergebnisse: http://www.triathlon-buedingen.de/news-leser/items/Ergebnisse.html

Montag, 6. Juni 2011

Ironman Lanzarote - Athletenbericht Jörg Treffler





Der Start:
Es war sechs Uhr am Morgen und ich hatte fein meine ganzen Beutel gepackt und hoffte an alles gedacht zu haben. In der Wechselzone überprüfte ich das Rad, befestigte meine Flaschen und machte mich relativ locker an den Strand von Puerto del Carmen. Auch da war alles ok und es konnte losgehen.

Also Neo an, welches besser verlief als gedacht, hatte ich wohl doch noch ein wenig abgenommen? Die gute Garmin noch einschalten und los könnte es gehen. Schwups die Wups hatte ich die Tastensperre in der Uhr aktiviert. Nicht das ich die Uhr gebraucht hätte, das Rennen wäre auch ohne Uhr möglich gewesen, doch bin ich so einer bei dem seine Vorstellungen die er so hat auch umgesetzt werden sollten. Ich wusste das die Tastensperre mit Mode+Taste hoch eingeschaltet wird und war mir sicher das sie so auch ausgeschaltet wird. Aber die Sperre wollte nicht raus gehen. Auf einmal fing die Hektik an. Für eine Sache die doch echt total egal ist. Ich fahre nicht nach Puls oder nach Zeit sondern echt nur nach Gefühl aber in mir kochte es. Ein jeden der mit so einer Uhr an mir vorbei lief hielt ich an und befragte ihn. Um so mehr es nicht wussten, um so mehr wollte ich die kleine Welt nicht mehr verstehen. Ging doch alles soweit gut und nun so etwas?? Wie sollte das nur weiter gehen wenn es schon an dem einschalten einer Uhr liegt.
Aber ein Glück hatte ein Franzose die Lösung. GLEICHZEITIG die beiden Tasten GLEICHZEITIG. Nun gut alles war wieder OK und der Start war in Sicht. Da ich nicht wusste wie ich das mit dem Salzwasser vertragen würde und wie sich das Salz auf den Lippen verhält schmierte ich mir fast ein halben Labello auf die Lippen. Das Bild welches mir nach dem Rennen zum kaufen angeboten wurde war echt der Lacher. Also geschminkt wie ein Clown in der Manage, ging ich nach ganz rechts, so ca in die Mitte des Startfeldes.

Das Schwimmen:
Auf einmal lief alles los als wäre der Teufel hinter ihnen her. Da muss eben der Start gewesen sein. Also lief ich mit und stürzte mich in das Meer.
Die ersten Züge waren nicht so wie sie sein sollten. Durch den Wellengang legte der Arm nicht da auf wo er normal sich aufgelegt hätte. Nach ca. 20Meter ging es aber doch recht gut. Von meiner Rippe, die ich mir vor 5 Wochen gebrochen hatte, war nix, rein gar nix zu spüren. Ich schreibe es dem Neo zu da beim Schlafen die gute Rippe doch noch zwickte. So folgte ein Armschlag den anderen und ich schwamm schön rechts vom Feld meine Bahnen.
Ich wusste zu keinen Zeitpunkt wo ich war und wie viel ich noch schwimmen musste. Ich dachte mir nur “Solange das Feld noch neben mir ist kann ich nicht falsch sein“.
Der Landgang war erreicht und mir klopfte ein Teilnehmer auf die Schulter und meinte „Thanks for the great job“. Ich schaute auf die Uhr die aufgestellt war und sah eine Zeit von 34Minuten. Nun die Traumzeit von unter 01:05 konnte ich nicht erreichen das war mir nun klar. Dieses war aber auch nicht mein Ziel sondern ein Traum. Das Ziel beim Schwimmen war, zusehen das die Rippe hält, ja keine Prügel einzustecken so das, dass Rennen eventuell gelaufen ist und schauen was ich erreichen kann.
Dieses wusste ich nach der zweiten Runde die ebenfalls sehr ruhig verlief. Es ist schon klasse wie klar das Wasser ist und das man beim Schwimmen die Taucher und Fische sehen kann, ein echtes Erlebnis für sich.

T1:
Die Endzeit beim schwimmen war 01:11:24 und ich bin total zufrieden im Wechselzelt angekommen. Es an das umziehen, ich beschloss nach einer Radrunde hier auf Lanzarote mich komplett umzuziehen. Da der raue Asphalt hier alles anders als das ist was man mit einer dünn gefütterten Triathlonhose fahren sollte. Der Wechsel ging auch reibungslos und eine Helferin rieb mich mit Sonnenmilch ein. An dem Rad angekommen, welches gefühlte 1000Meter weg stand, schob ich es noch mal gefühlte 1000Meter aus der Wechselzone raus. Diese langen Strecken in der Wechselzone und das komplette umziehen sollten auch die lange Wechselzeit von 00:09:07 erklären.

Rad:
Nun durfte ich endlich kurbeln, mir gefiel es auf dem Rad und ich wollte losfahren wie ein großer. Doch viel Bekannte, Freund und ich mir selber, sagten vor dem Start, dass ich ja nicht über-zocken sollte und das ganze Ding ruhig angehen soll. Ok also fahren wir uns erst mal ein und schauen mal was so passiert. Die ersten 32 Kilometer bin ich unter anderem vorab schon mal abgefahren und ich sah nix hartes an diesem Stück. Als ich nach El Golfo vorab mal geradelt bin hatte ich sogar Rückenwind. So sollte es auch heute am Wettkampftag sein. Somit waren die ersten 30KM echt feine Kilometer und mit dem Rückenwind kam auch richtig Tempo auf. Es machte Spaß dahin zu segeln und ich genoss diese Fahrt, bis auf einmal mich ein anderer Teilnehmer um ein Haar von der Straße befördert hätte. Er überholte mich in einer Linkskurve als ich gerade überholte. Da wir den Mittelstreifen nicht überqueren durften, DSQ drohte, fuhr er zu nah an mich ran und wir toggelten mit unseren Rädern beide kurz über die Straße. Ich frage mich in solchen Fällen immer was so ein Gedrängel bringen soll. Nun ja wir fingen uns wieder, er fragte kurz nach ob alles in Ordnung sei und weiter ging die Fahrt. Klar ist natürlich wo Rückenwind aufkommt ist der Gegenwind nicht weit und die Feuerberge waren auch vor uns. So sollte es die nächsten 25 KM mal etwas härter zugehen.





An dem Anstieg der Feuerberge angekommen fühlte ich mich noch genau so gut wie beim Start. Mein Gedanke war das ich nun ja eingefahren bin und nun mal etwas mehr Druck machen könnte gerade jetzt würde es gut kommen. Das wellige, stetige bergauf, empfand ich als gerade richtig für einen härteren Antritt. Doch es gab Streckenabschnitte die ich nicht kannte und Tim’s „bütte bütte net überzocken“ hörte ich aus den Feuerbergen.
Also weiter mit der allbekannten Belastung. Schau einer da, stand so 2 KM vor dem Ende des Feuerbergs eine bekannte und bimmelte mit ihrer Glocke. Fein, mitten auf der Insel ein bekanntes Gesicht zu sehen. Der Wind sollte aber heftiger werden und von Windstärke 4 ging es nun langsam aber sicher auf Windstärke 5 ( 35km/h ). Es ist schon heftig gegen den Wind zu kurbeln doch kam ich mir da vor wie beim Radeln nach dem Wiedereinstieg. Nicht nachdenken, nicht schimpfen einfach nur kurbeln und immer weiter kurbeln. Was mir sehr große Probleme machte war der Seitenwind und die Böen die es zu Meistern gab. Ich empfand sie als sehr heftig und auch schon Grenzwertig was die Gefahr betrifft.
Nun gut ich bin hier ja nicht auf einem Kindergeburtstag und so muss ich auch dagegen halten. Ich erinnerte mich aber auch an andere Ratschläge die meine Verpflegung angehen. Hatte ich mir extra 4 Riegel und 2 Gels in mein Trikot gesteckt und auf einer der bis jetzt 3 Verpflegungsstellen noch ein Riegel ergattert, hatte ich von dem allen noch nix gegessen. Wobei ich die PowerBar-Blöre immer fein leer getrunken habe die ich an den Stationen bekommen habe.
In La Santa wollte ich mal wieder ein Schluck trinken. Ein Griff ins leere zeigte mir schnell auf das meine Flasche bei einem dieser Speed-Limit-Hüppel liegen müsste. Komisch echt komisch sobald etwas nicht so ist wie es sein sollte fängt im Kopf etwas an, hin und her zu wandern wie verrückt. Ich beruhigte mich damit das ich doch wohl mal lieber was essen sollte als mich darüber zu mokieren das ich eine Flasche verloren habe. Wobei ich noch eine zweite hatte.
An der 4 Station angekommen griff ich mir sofort eine Flasche und einen halben PowerBar. Flasche in den Halter, Bar in die Hand. Danach eine weitere Flache die ich halb leer getrunken habe, gleich weg damit. Man was lagen an den Stationen die Flaschen rum, wobei dabei mir der Gedanke aufkam das wohl schon sehr viele vor mir hier gewesen sein müssten. Also jetzt fängst du mal an Druck zu machen, hoch nach Teguise ging es ja auch nicht so doll. Aber was mach ich mit dem PowerBar in meiner Hand und wie war das mit dem steilen Anstieg zwischen Teguise und Haria den ich nicht kannte. So beschloss ich erst mal den Riegel nicht einzustecken, sondern ihn zu essen und weiter in diesen Rhythmus zu fahren. Zeitgleich mit der Ankunft in Teguise und dem verzehren des Riegels war die Steigung auch schon rum. Die kleinen Abfahrten konnte ich nicht so genießen da wie schon getippt der Wind sehr stark war und ich froh war mein Rad im Griff zu behalten. Schwups die Wups da war also nun der steile Anstieg also legen wir mal los. Als ich richtig anfangen wollte war es aber auch schon vorbei. Die Steigungen auf der Insel hatte ich mir alle viel, viel schlimmer vorgestellt. Die Strecke an sich finde ich total klasse und ist ganz nach meinem Sinn. Ich hätte sie auf alle Fälle vorab mit dem Rad, wie mir mehrfach geraten wurde, mal abfahren sollen. Was das ganze hart macht ist lediglich der irre Wind, der doch noch immer tobte. Ich nahm mir nun bei jeder Station ein Stück Riegel und auch Banane. So ein Stück Banane ist ja immer schnell weg aber mit so einem Stück Riegel ist es ein Kampf für sich. Gerade wenn man wie ich beide Hände benötigt um das Rad zu kontrollieren fehlt die dritte Hand um den Riegel zu halten.
Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Ich auf dem Rad beide Hände am Lenker konzentriert auf der Gasse und der Riegel schlapperte aus dem Mund. Wie so ein Krokodil schnappte ich nach dem Riegel und bis wieder ein Stück ab. Die gefährlichen Abfahrten, nach Haria runter und vom Mirador del Rio waren schon Konzentrationssache und wie schon so oft getippt machte der Wind es nicht gerade einfach. Da haste starken Gegenwind und kommst in so eine 180° Kurve. Klar ist, da hast du auf einen Schlag Seitenwind und einen Schlag später Rückenwind und das mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 35km/h. Nun gut die letzte Abfahrt ist auch geschafft und ab jetzt geht es nur noch Heim. Die Sonne war da, ja sie kam Stück für Stück wieder raus, ich glaube ab Haria, bin mir aber nicht ganz sicher. Ich fühlte mich wie ein Großer, im Lenker liegend, die Sonne auf den Armen, und mit über 45KM/h auf einer sehr guten Straße. Wir hatten den Wind im Rücken und es lief wie frisch geölt. Ich überholte als wäre ich der Held im Feld und freute mich bei diesem doch echt klassen Ironman dabei zu sein. Es hörte nicht auf, die Gasse schön flach und der Wind schob, der Tacho selten unter 45KM/h. Nun ich musste mir auch sehr sehr viele Meter gegen den Wind erkämpfen, so dahin rasen war auch mal fein. Ich weiß nicht wie lange dieses ging aber ich war total guter Dinge. Nun sollte es wieder hoch nach Nazaret gehen. Wieder sehr harter Gegen- und Seitenwind holten einen in den Wettkampf zurück. Ich wunderte mich das ich die ganze Zeit keine Probleme hatte. Hatte ich doch schon mehr als 150KM hinter mich gebracht und sah nicht nur einen mit technischen Problemen am Rand stehen, war bei mir alles top fitt. Auch meinen Muskeln ging es total gut.
Genau in diesem Gedankengang kurz vor Nazaret fing mein linker Oberschenkel in der Innenseite an leicht zu verkrampfen. Das kann doch nicht sein dachte ich mir und schaltetet sofort in den leichtesten Gang. Es wurde eher schlechter als besser und so ging ich in den Wiegetritt und versuchte meine Bewegungen so locker wie es ging zu gestalten. Was freute ich mich als er sich langsam aber sicher verzogen hatte. Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und so kam mir wieder in den Kopf das dieser Wettkampf noch lange nicht zu ende ist. Auf dem Rad musste ich noch 30KM fahren und der Marathon sollte auch noch kommen. Somit hatte ich auf dem Rad nie so richtig Druck gemacht und mir ging es echt gut. Freute mich am Radeln und der Landschaft und war damit beschäftigt dem Wind ein Schnippchen zu schlagen.

T2:
Die Wechselzone kam näher und mir kam Timo Bracht auf der Laufstrecke, welche ein Stück parallel zur Radstrecke verlief, entgegen. Natürlich feuerte ich Timo lautstark vom Rad aus an. Da stellt sich mir immer die Frage was in dem Moment der Profi denkt. Nun gut ich war da, runter vom Rad und ab ins Wechselzelt.
Ohhhhhoo was ist das? Mein Rücken schmerzte nicht, ne dem ging es echt gut aber er war total steif. Komisches Gefühl, die PowerBars hüpften hoch und runter und es fühlte sich an als hätte mir einer einen Besenstiel in den Rücken gestellt. Wie getippt es tat nix weh, was ich aber nach ein paar Meter nicht über meinen linken Fuß sagen konnte. Beim Radfahren hatte ich den Radschuh auf einem sehr holprigen Stück hinter Nazaret, etwas gelockert da ich ein komisches Gefühl hatte. Dieses Gefühl war nun kurz vorm schmerzen. So bewegte ich mich zu meinem Wechselzonenbereich und danach ins Zelt. Jetzt fing die Hektik an, Platz suchen, Klamotten tauschen und dabei gleichzeitig nach meinem Mädel suchen.
Ulli war als Helferin beim Ironman aktiv dabei und war von 12:30-18:30 im Wechselzonenzelt damit beschäftigt sich den Wechselbeutel nach dem Umziehen zu widmen. Als ich endlich das enge Oberteil angezogen hatte viel mir auf das ich vergessen hatte die Radhose vorab aus zu ziehen. Also die Träger der Radhose unter dem Oberteil raus wurschteln, Frauen sind da geübter, und Laufhose an. Ziehe ich mir nun den linken Strumpf aus und schaue was da an der Sole zwickt oder erschrecke ich mich lieber nicht? Diese frage stellte ich mir nun. Dabei immer mit suchendem Blick nach meiner Lieben. Da ich wohl so suchend schaute fragten mich immer wieder Helferinnen ob ich eingecremt werden möchte, welches ich immer verneinte. OK bevor ich nachher leide schau ich nun mal nach. Es war nix zu sehen fühlte sich aber an als würde sich einen Blase bilden wollen. Irgendein Gedankengang brachte mich auf die Idee ein wenig Sonnencreme auf den Fingernagel großen Punkt zu geben. Socken an, Schuhe an und... sollte es jetzt schon weiter gehen? Ich hatte mir eine Flasche mit in den Wechselbeutel gelegt in welche ich 2 PowerGels gefüllt hatte. Ein kleiner Junge stand am Ausgang des Zeltes mit Wasser. Dort füllte ich die kleine Flasche auf. Mein Mädel noch immer nicht gesichtet beschloss ich aus dem Zelt zu gehen. Das gehen war OK der Rücken schmerzfrei aber steif und so ging ich bis ich den späteren Zielbogen erreicht hatte.
Der spätere Zielbogen war gleichzeitig das Ende der Wechselzone. Die Zuschauer auf der dort aufgebauten Tribüne schauten mich an als überlegten sie sich ob ich überhaupt starten sollte.

Laufen:
Mit einem kleinen inneren Chakkka startete ich und die Zuschauer jubelten und applaudierten das ich gar nicht wusste was los ist. Aber es war kein Zieleinlauf eines anderen, wie auch Timo war noch auf der Strecke, und ich war der einzige an der Tribüne. Sie meinten echt mich also lief ich nach ganzen 00:14:19 an und wollte dieses ganz ganz sachte anlaufen.





Schon bald musste ich mich aber auf die Promenadenmauer setzen da ich im linken Schuh einen kleinen Stein vermutete. Schuh aus und nach dem Steinchen suchen. Ich habe Ihn nicht gefunden und auch das abtasten des Fußes brachte ihn nicht zum Vorschein. Also Schuh wieder an und weiter geht es. Das Startnummernband war recht locker was ich aber ignorierte und so meinen Lauf vorsetzte. Doch nicht viel später hing das Statnummernband mir in den Knien und das Druckgefühl am Fuß lies einfach nicht nach.
Da muss ein Steinchen sein, also wieder Schuh aus und Strumpf aus und suchen, nix zu finden absolut nix. Nachdem ich das Startnummernband verknotet habe Strumpf und Schuh wieder an ging es aber echt weiter.
Das Gefühl ignorierte ich und lief so weiter das ich meinte das es mir gut tut. Die Druckstelle verschwand so ca. bei KM 5 und das Band hielte so dass es nur noch an mir lag die restlichen 37KM durch zu laufen. Ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen keinen Wandertag einzulegen sondern durch zu laufen. Immer darauf bedacht dieses Ziel zu erreichen hatte ich auch kein verlangen danach das doch sehr langsame Tempo zu steigern. Es war schon sehr hart gegen den noch immer starken Wind zu laufen. Die erste Runde zog sich wie Kaugummi und ich erhoffte mir hinter jeder Kurve den Wendepunkt zu ersichten.
Da ich nicht soviel Nahrung auf der Radstrecke zu mir genommen hatte wollte ich dieses beim Laufen nachholen. So nahm ich jede Verpflegungsstelle mit und haute mir Cola und ein Stück Orange rein. Kappe immer schön nass halten und ein Becher Wasser übern Kopf und weiter ging es.
Bei Kilometer 10 schaute ich das erste mal auf meine Uhr und bin fast erschrocken. 01:16:xx für 10 KM das sind ja 05:05 auf den Marathon kann das sein. Nun wenn es so ist, ist es so dachte ich mir und hatte gar keine Lust jetzt noch etwas an meinem Laufverhalten zu ändern. Ich war zufrieden mit dem Gefühl das Ding zu enden laufen zu können und diesen IM zu finishen.
Bei ca. KM 37 hörte ich auf einmal “Super durchgezogen Jörrrch“ von einem auch gestarteten bekannten, ich meinte nur “Hau rein du schlucks mich noch“. Irgendwie kam mir dann die Idee die nächsten Verpflegungsstelle zu ignorieren. Ging auch klasse und er Zieleinlauf habe ich voll genossen.

So war ich nach 05:03:44 für den Marathon mit einer Gesamtzeit von 13:13:42 im Ziel und freute mich einfach nur. Gesamtplatz 747 und 107 in der AK empfand ich als OK und Ulli sitzte hinter der Ziellinie schoss feine Bilder und war auch total zufrieden.



(Im Ziel mit dem Godfather des Ironman Lanzarote Kenneth Gasque)

Fazit:
Ein echt feiner Wettkampf einfach super muss man einfach mal gemacht haben. So stellte ich mir Triathlon immer vor und es war ein reiner Genuss da mit machen zu können. Leistungstechnisch gesehen komme ich auch jetzt noch immer wieder ins Grübeln. Hätte ich beim Rad mehr geben sollen. Hätte ich mich beim laufen nicht einfach damit zufriedengeben sollen das Ding einfach durchzulaufen. Ulli meinte dass ich nach meinen Trainingsläufen doch immer fertiger ausgesehen hätte was mir mehr als zu denke gab. Nun es ist vorbei und ich bin wie getippt echt zufrieden. Mit diesen Rahmenbedingungen die ich hatte kann ich das glaube ich auch.

Gabler im Unwetter Fünfter beim Burgwald-Triathlon

Mit hohen Erwartungen ist der Nachwuchsathlet des TV Bad Orb Jörn Gabler zum Burgwald Triathlon angereist, trotz eine intensiven Trainingswoche, die er zuvor bewältigt hatte.

Bei sommerlichem schwül warmen Wetter fiel um kurz vor 15Uhr der Startschuss zum 3. Burgwald Triathlon. Nach 500m konnte Gabler als erster dem kühlen Nass enteilen. Und wechselte mit sehr guter Ausgangsposition auf die zweite Disziplin. Auf dem Rad musst er dem intensiven Radtraining der Woche und dem aufkommenden Unwetter Tribut zollen und viel auf Platz 5 zurück. Bei sintflutartigen Regengüssen konnte Gabler seine 5. Platz zwar nach hinten sichern, aber sich nicht weiter nach vorne schieben. Nach 1:07:27 blieb die Uhr für Gabler stehen. Somit sicherte er seinen 5. Gesamtplatz ab und in der Altersklassenwertung (M25) erreichte er den 1. Platz.

So war das Wetter:



Im Bild: Stephan Bunse, Gesamtwertung, 2. Platz




Zieleinlauf beim Burgwald-Triathlon, Zweitplatzierter Stephan Bunse