V I S I O N K R A F T L E I D E N S C H A F T P U L S A T E M P O F R E U D E

Sonntag, 19. Juni 2011

Sturm über Hessen, Teil 3: Zweifacher Hattrick beim Quarterman-Triathlon durch Julia und Alexander Nikolopoulos




Man kennt sich unter den Triathleten im Rhein-Main-Gebiet. Und besonders gut kennt man auch die Veranstalter eines Triathlons, wenn man diesen in den vergangenen beiden Jahren hat gewinnen können. Noch besser bleibt man in Erinnerung, wenn man das im Doppelpack als Ehepaar tut. Und so war klar, dass Julia und Alexander Nikolopoulos auch 2011 wieder am Quarterman in Bruchköbel teilnehmen würden.



Und die Karten für eine Titelverteidigung standen gut. Das Wetter passte, es war windig. Alexander hatte sich schon tags zuvor am Edersee an die böigen Winde von Sturmtief Emil gewöhnen können. Julia, die das Regionalligateam des TV Bad Orb nach Nordhessen Reporterin begleitet hatte, wusste ebenfalls, dass beim Quarterman in Bruchköbel zugig werden würde. Wind aber spielt beiden eigentlich immer in die Karten, da sie als starke Radfahrer dann so richtig ihre Trumpfkarte ausspielen können. Und auftrumpfen wollten beide in Bruchköbel, denn sie hatten ja beide ihre Titel zu verteidigen.



Julia hatte dabei das vermeintlich beste Blatt, denn sie konnte erholt in das Rennen gehen. Alexander hingegen zweifelte etwas, denn das Ligarennen in Waldeck am Tag zuvor hatte schon einige Körner gekostet. Andererseits hatte auch Alexanders vermutlich schärfster Konkurrent Christian Mokros ebenfalls am Vortag schon ein Rennen bestritten und das sogar über die halbe Ironman-Distanz.




Also gingen beide daran, das schon fast gewohnte Programm abzuspulen: Im Becken den Rückstand in Grenzen halten, auf dem Rad Vollgas und dann den Vorsprung beim laufen verteidigen. Das funktionierte besonders für Julia sehr gut: Die 950 Schwimmmeter absolvierte sie solide und auf der 45 Kilometer langen Radstrecke setzte sie sich früh an die Spitze. Bis zum Ende der Radstrecke hatte sie ihren Vorsprung auf die Zweitplatzierte auf mehr als zehn Minuten ausgebaut.



Nicht ganz so imposant aber dennoch beruhigend war Alexanders Vorsprung nach einer Radbestzeit von 1:07h für die 45km. Seine beiden härtesten Konkurrenten Peter Schneider (Maintal) und Christian Mokros (DSW Darmstadt) erreichten mehr als drei Minuten nach ihm den zweiten Wechsel. Julia konnte so auf den abschließenden 10,5km sogar noch ein paar Körner für kommende Aufgaben wie die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft Ende Juli beim Ironman in Frankfurt sparen. Alexander dagegen konnte sich seines Sieges erst sicher sein, als er auch zur Hälfte der Laufstrecke noch mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten hatte.



Damit gab es auch im dritten Jahr das gewohnte Bild ganz oben auf dem Podest beim Quarterman in Bruchköbel: Nikolopoulos neben Nikolopoulos.







Ergebnis Quarterman Bruchköbel 2011:

Frauen:
1. Nikolopoulos, Julia TV Bad Orb 2:20:42
2. Volz, Verena Tri ATZ-RheinMain 2:31:01
3. Bauer, Diana OPTIMUM-Bruchköbel 2:36:43


Männer:
1. Nikolopoulos, Alexander TV Bad Orb 2:05:15
2.Mokros, Christian DSW 1912 Darmstadt 2:09:13
3. Schneider, Peter OPTIMUM-Bruchköbel 2:10:40

Detailergebnisse Quarterman Bruchköbel:
http://www.quarterman-germany.de/index.php

Sturm über Hessen, Teil 1: Jürgen Metzler wird Hessischer Vizemeister über die Halbdistanz beim Morettriathlon

"Der „schwerste“ Moret für die Teilnehmer", titelte der Veranstalter des 27. Morettriathlons bereits im Vorlfed der Triathlon Mitteldistanz und dem Austragungsort der hessischen Meisterschaften über dieses Wettkampfformat am 18.06.2011 in Münster bei Dieburg. Durch behördliche Auflagen mussten die Teilnehmer in diesem Jahr - sowohl beim Radfahren, als auch beim Laufen - mehr Strecke zurücklegen. Somit ergaben sich alles in allem 2000m Schwimmen, 91km Radfahren und 21,8km Laufen. Der böige Wind verwandelte nicht nur den See bei Babenhausen zu einem mit ordentlichem Wellengang, sondern sorgte auch auf der Radstrecke - vor allem bei den Abfahrten auf der Strecke durch den nördlichen Odenwald - für schwierigste Bedingungen.Trotz dieser Voraussetzungen katapultierte sich Jürgen Metzler vom Team Spessartchallenge des TV BAD ORB auf den 14. Gesamtrang und wurde damit Vize-Hessenmeister in der Altersklassenwertung. Dies gelang mit einer sehr guten Schwimmleistung. Für die 2000m benötigte Metzler 31:53min und hatte so - auf Rang 17 liegend - schon Kontakt zum vorderen Feld. Auf dem Rad folgte ein harter Kampf. Mit etwas über 30km/h versuchte der Orber nicht zu viel an Boden auf der Radstrecke, die mit 1300 Höhenmeter alles andere als einfach war, zu verlieren. Als 33. Athlet legte Metzler dann in seiner Paradedisziplin, dem Laufen, auf der mit 21,8km etwas verlängerten Halbmarathonstrecke richtig los. Mit der 9. besten Laufzeit des Tages konnte er etliche Athleten wieder einfangen und und sicherte sich so nach der Bronzemedaille an gleicher Stelle im vergangenen Jahr dieses Mal den Titel des Vize-Hessenmeisters in seiner Altersklasse. Mit diesem starken Formtest blickt Metlzer zuversichtlich in Richtung Saisonhöhepunkt beim Frankfurter Ironman am 24. Juli.


Detailergebnisse:
http://www.mikatiming.de/cms_data/hm_gender_1db6cf56.pdf

Dienstag, 7. Juni 2011

10. Platz für Jürgen Metzler bei Triathlonpremiere in Büdingen

Wieder ein neuer Triathlon, sie schießen in Rhein-Main wie Pilze aus dem Boden. Und wieder war einer von uns dabei. Wieder sehr gut, wieder Top10. Mit nur knapp vier Minuten Rückstand auf den Sieger belegte Vielstarter Jürgen Metzler beim 1. Sparkassen Charity Triathlon Büdingen (der Name ist ja fast so lang die Jobbeschreibungen in Werbeagenturen) den 10. Platz. Nach 9:15min hatte Metzler die 550m im Büdinger Freibad hinter sich gebracht. Danach ging es in 32:48min über die 20km lange Radstrecke, die gleich zweimal den garstigen Anstieg nach Rinderbügen in sich hatte. Im Laufen musste Metzler alle Trümpfe ziehen und sich sputen, immerhin drohten diverse Gelnhäuser Bekannte, ihm eine vordere Platzierung streitig zu machen. Nach 18:50min waren dann auch die 5km durch die Büdingen Altstadt erledigt und es stand eine Zeit von 1:03:44min als Endwertung. Zwar musste er mit Michael Lik, Alexander Hufnagel, Patrick Röll und Egmont Pietruschka gleich vier Konkurrenten vom SV Gelnhausen dne Vortritt lassen, trotzdem konnte Jürgen mit seiner Leistung zufrieden sein.

Ergebnisse 1. Triathlon Büdingen:

1. STOLZ, Florian (SCC Berlin Triathlon) 00:59:42
2. LIK, Michael (SV Gelnhausen) 01:00:02
3. SCHLEINITZ, Mirco (Darmstadt) 01:01:21
10. METZLER, Jürgen (TV BAD ORB) 01:03:44

Detailergebnisse: http://www.triathlon-buedingen.de/news-leser/items/Ergebnisse.html

Montag, 6. Juni 2011

Ironman Lanzarote - Athletenbericht Jörg Treffler





Der Start:
Es war sechs Uhr am Morgen und ich hatte fein meine ganzen Beutel gepackt und hoffte an alles gedacht zu haben. In der Wechselzone überprüfte ich das Rad, befestigte meine Flaschen und machte mich relativ locker an den Strand von Puerto del Carmen. Auch da war alles ok und es konnte losgehen.

Also Neo an, welches besser verlief als gedacht, hatte ich wohl doch noch ein wenig abgenommen? Die gute Garmin noch einschalten und los könnte es gehen. Schwups die Wups hatte ich die Tastensperre in der Uhr aktiviert. Nicht das ich die Uhr gebraucht hätte, das Rennen wäre auch ohne Uhr möglich gewesen, doch bin ich so einer bei dem seine Vorstellungen die er so hat auch umgesetzt werden sollten. Ich wusste das die Tastensperre mit Mode+Taste hoch eingeschaltet wird und war mir sicher das sie so auch ausgeschaltet wird. Aber die Sperre wollte nicht raus gehen. Auf einmal fing die Hektik an. Für eine Sache die doch echt total egal ist. Ich fahre nicht nach Puls oder nach Zeit sondern echt nur nach Gefühl aber in mir kochte es. Ein jeden der mit so einer Uhr an mir vorbei lief hielt ich an und befragte ihn. Um so mehr es nicht wussten, um so mehr wollte ich die kleine Welt nicht mehr verstehen. Ging doch alles soweit gut und nun so etwas?? Wie sollte das nur weiter gehen wenn es schon an dem einschalten einer Uhr liegt.
Aber ein Glück hatte ein Franzose die Lösung. GLEICHZEITIG die beiden Tasten GLEICHZEITIG. Nun gut alles war wieder OK und der Start war in Sicht. Da ich nicht wusste wie ich das mit dem Salzwasser vertragen würde und wie sich das Salz auf den Lippen verhält schmierte ich mir fast ein halben Labello auf die Lippen. Das Bild welches mir nach dem Rennen zum kaufen angeboten wurde war echt der Lacher. Also geschminkt wie ein Clown in der Manage, ging ich nach ganz rechts, so ca in die Mitte des Startfeldes.

Das Schwimmen:
Auf einmal lief alles los als wäre der Teufel hinter ihnen her. Da muss eben der Start gewesen sein. Also lief ich mit und stürzte mich in das Meer.
Die ersten Züge waren nicht so wie sie sein sollten. Durch den Wellengang legte der Arm nicht da auf wo er normal sich aufgelegt hätte. Nach ca. 20Meter ging es aber doch recht gut. Von meiner Rippe, die ich mir vor 5 Wochen gebrochen hatte, war nix, rein gar nix zu spüren. Ich schreibe es dem Neo zu da beim Schlafen die gute Rippe doch noch zwickte. So folgte ein Armschlag den anderen und ich schwamm schön rechts vom Feld meine Bahnen.
Ich wusste zu keinen Zeitpunkt wo ich war und wie viel ich noch schwimmen musste. Ich dachte mir nur “Solange das Feld noch neben mir ist kann ich nicht falsch sein“.
Der Landgang war erreicht und mir klopfte ein Teilnehmer auf die Schulter und meinte „Thanks for the great job“. Ich schaute auf die Uhr die aufgestellt war und sah eine Zeit von 34Minuten. Nun die Traumzeit von unter 01:05 konnte ich nicht erreichen das war mir nun klar. Dieses war aber auch nicht mein Ziel sondern ein Traum. Das Ziel beim Schwimmen war, zusehen das die Rippe hält, ja keine Prügel einzustecken so das, dass Rennen eventuell gelaufen ist und schauen was ich erreichen kann.
Dieses wusste ich nach der zweiten Runde die ebenfalls sehr ruhig verlief. Es ist schon klasse wie klar das Wasser ist und das man beim Schwimmen die Taucher und Fische sehen kann, ein echtes Erlebnis für sich.

T1:
Die Endzeit beim schwimmen war 01:11:24 und ich bin total zufrieden im Wechselzelt angekommen. Es an das umziehen, ich beschloss nach einer Radrunde hier auf Lanzarote mich komplett umzuziehen. Da der raue Asphalt hier alles anders als das ist was man mit einer dünn gefütterten Triathlonhose fahren sollte. Der Wechsel ging auch reibungslos und eine Helferin rieb mich mit Sonnenmilch ein. An dem Rad angekommen, welches gefühlte 1000Meter weg stand, schob ich es noch mal gefühlte 1000Meter aus der Wechselzone raus. Diese langen Strecken in der Wechselzone und das komplette umziehen sollten auch die lange Wechselzeit von 00:09:07 erklären.

Rad:
Nun durfte ich endlich kurbeln, mir gefiel es auf dem Rad und ich wollte losfahren wie ein großer. Doch viel Bekannte, Freund und ich mir selber, sagten vor dem Start, dass ich ja nicht über-zocken sollte und das ganze Ding ruhig angehen soll. Ok also fahren wir uns erst mal ein und schauen mal was so passiert. Die ersten 32 Kilometer bin ich unter anderem vorab schon mal abgefahren und ich sah nix hartes an diesem Stück. Als ich nach El Golfo vorab mal geradelt bin hatte ich sogar Rückenwind. So sollte es auch heute am Wettkampftag sein. Somit waren die ersten 30KM echt feine Kilometer und mit dem Rückenwind kam auch richtig Tempo auf. Es machte Spaß dahin zu segeln und ich genoss diese Fahrt, bis auf einmal mich ein anderer Teilnehmer um ein Haar von der Straße befördert hätte. Er überholte mich in einer Linkskurve als ich gerade überholte. Da wir den Mittelstreifen nicht überqueren durften, DSQ drohte, fuhr er zu nah an mich ran und wir toggelten mit unseren Rädern beide kurz über die Straße. Ich frage mich in solchen Fällen immer was so ein Gedrängel bringen soll. Nun ja wir fingen uns wieder, er fragte kurz nach ob alles in Ordnung sei und weiter ging die Fahrt. Klar ist natürlich wo Rückenwind aufkommt ist der Gegenwind nicht weit und die Feuerberge waren auch vor uns. So sollte es die nächsten 25 KM mal etwas härter zugehen.





An dem Anstieg der Feuerberge angekommen fühlte ich mich noch genau so gut wie beim Start. Mein Gedanke war das ich nun ja eingefahren bin und nun mal etwas mehr Druck machen könnte gerade jetzt würde es gut kommen. Das wellige, stetige bergauf, empfand ich als gerade richtig für einen härteren Antritt. Doch es gab Streckenabschnitte die ich nicht kannte und Tim’s „bütte bütte net überzocken“ hörte ich aus den Feuerbergen.
Also weiter mit der allbekannten Belastung. Schau einer da, stand so 2 KM vor dem Ende des Feuerbergs eine bekannte und bimmelte mit ihrer Glocke. Fein, mitten auf der Insel ein bekanntes Gesicht zu sehen. Der Wind sollte aber heftiger werden und von Windstärke 4 ging es nun langsam aber sicher auf Windstärke 5 ( 35km/h ). Es ist schon heftig gegen den Wind zu kurbeln doch kam ich mir da vor wie beim Radeln nach dem Wiedereinstieg. Nicht nachdenken, nicht schimpfen einfach nur kurbeln und immer weiter kurbeln. Was mir sehr große Probleme machte war der Seitenwind und die Böen die es zu Meistern gab. Ich empfand sie als sehr heftig und auch schon Grenzwertig was die Gefahr betrifft.
Nun gut ich bin hier ja nicht auf einem Kindergeburtstag und so muss ich auch dagegen halten. Ich erinnerte mich aber auch an andere Ratschläge die meine Verpflegung angehen. Hatte ich mir extra 4 Riegel und 2 Gels in mein Trikot gesteckt und auf einer der bis jetzt 3 Verpflegungsstellen noch ein Riegel ergattert, hatte ich von dem allen noch nix gegessen. Wobei ich die PowerBar-Blöre immer fein leer getrunken habe die ich an den Stationen bekommen habe.
In La Santa wollte ich mal wieder ein Schluck trinken. Ein Griff ins leere zeigte mir schnell auf das meine Flasche bei einem dieser Speed-Limit-Hüppel liegen müsste. Komisch echt komisch sobald etwas nicht so ist wie es sein sollte fängt im Kopf etwas an, hin und her zu wandern wie verrückt. Ich beruhigte mich damit das ich doch wohl mal lieber was essen sollte als mich darüber zu mokieren das ich eine Flasche verloren habe. Wobei ich noch eine zweite hatte.
An der 4 Station angekommen griff ich mir sofort eine Flasche und einen halben PowerBar. Flasche in den Halter, Bar in die Hand. Danach eine weitere Flache die ich halb leer getrunken habe, gleich weg damit. Man was lagen an den Stationen die Flaschen rum, wobei dabei mir der Gedanke aufkam das wohl schon sehr viele vor mir hier gewesen sein müssten. Also jetzt fängst du mal an Druck zu machen, hoch nach Teguise ging es ja auch nicht so doll. Aber was mach ich mit dem PowerBar in meiner Hand und wie war das mit dem steilen Anstieg zwischen Teguise und Haria den ich nicht kannte. So beschloss ich erst mal den Riegel nicht einzustecken, sondern ihn zu essen und weiter in diesen Rhythmus zu fahren. Zeitgleich mit der Ankunft in Teguise und dem verzehren des Riegels war die Steigung auch schon rum. Die kleinen Abfahrten konnte ich nicht so genießen da wie schon getippt der Wind sehr stark war und ich froh war mein Rad im Griff zu behalten. Schwups die Wups da war also nun der steile Anstieg also legen wir mal los. Als ich richtig anfangen wollte war es aber auch schon vorbei. Die Steigungen auf der Insel hatte ich mir alle viel, viel schlimmer vorgestellt. Die Strecke an sich finde ich total klasse und ist ganz nach meinem Sinn. Ich hätte sie auf alle Fälle vorab mit dem Rad, wie mir mehrfach geraten wurde, mal abfahren sollen. Was das ganze hart macht ist lediglich der irre Wind, der doch noch immer tobte. Ich nahm mir nun bei jeder Station ein Stück Riegel und auch Banane. So ein Stück Banane ist ja immer schnell weg aber mit so einem Stück Riegel ist es ein Kampf für sich. Gerade wenn man wie ich beide Hände benötigt um das Rad zu kontrollieren fehlt die dritte Hand um den Riegel zu halten.
Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Ich auf dem Rad beide Hände am Lenker konzentriert auf der Gasse und der Riegel schlapperte aus dem Mund. Wie so ein Krokodil schnappte ich nach dem Riegel und bis wieder ein Stück ab. Die gefährlichen Abfahrten, nach Haria runter und vom Mirador del Rio waren schon Konzentrationssache und wie schon so oft getippt machte der Wind es nicht gerade einfach. Da haste starken Gegenwind und kommst in so eine 180° Kurve. Klar ist, da hast du auf einen Schlag Seitenwind und einen Schlag später Rückenwind und das mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 35km/h. Nun gut die letzte Abfahrt ist auch geschafft und ab jetzt geht es nur noch Heim. Die Sonne war da, ja sie kam Stück für Stück wieder raus, ich glaube ab Haria, bin mir aber nicht ganz sicher. Ich fühlte mich wie ein Großer, im Lenker liegend, die Sonne auf den Armen, und mit über 45KM/h auf einer sehr guten Straße. Wir hatten den Wind im Rücken und es lief wie frisch geölt. Ich überholte als wäre ich der Held im Feld und freute mich bei diesem doch echt klassen Ironman dabei zu sein. Es hörte nicht auf, die Gasse schön flach und der Wind schob, der Tacho selten unter 45KM/h. Nun ich musste mir auch sehr sehr viele Meter gegen den Wind erkämpfen, so dahin rasen war auch mal fein. Ich weiß nicht wie lange dieses ging aber ich war total guter Dinge. Nun sollte es wieder hoch nach Nazaret gehen. Wieder sehr harter Gegen- und Seitenwind holten einen in den Wettkampf zurück. Ich wunderte mich das ich die ganze Zeit keine Probleme hatte. Hatte ich doch schon mehr als 150KM hinter mich gebracht und sah nicht nur einen mit technischen Problemen am Rand stehen, war bei mir alles top fitt. Auch meinen Muskeln ging es total gut.
Genau in diesem Gedankengang kurz vor Nazaret fing mein linker Oberschenkel in der Innenseite an leicht zu verkrampfen. Das kann doch nicht sein dachte ich mir und schaltetet sofort in den leichtesten Gang. Es wurde eher schlechter als besser und so ging ich in den Wiegetritt und versuchte meine Bewegungen so locker wie es ging zu gestalten. Was freute ich mich als er sich langsam aber sicher verzogen hatte. Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und so kam mir wieder in den Kopf das dieser Wettkampf noch lange nicht zu ende ist. Auf dem Rad musste ich noch 30KM fahren und der Marathon sollte auch noch kommen. Somit hatte ich auf dem Rad nie so richtig Druck gemacht und mir ging es echt gut. Freute mich am Radeln und der Landschaft und war damit beschäftigt dem Wind ein Schnippchen zu schlagen.

T2:
Die Wechselzone kam näher und mir kam Timo Bracht auf der Laufstrecke, welche ein Stück parallel zur Radstrecke verlief, entgegen. Natürlich feuerte ich Timo lautstark vom Rad aus an. Da stellt sich mir immer die Frage was in dem Moment der Profi denkt. Nun gut ich war da, runter vom Rad und ab ins Wechselzelt.
Ohhhhhoo was ist das? Mein Rücken schmerzte nicht, ne dem ging es echt gut aber er war total steif. Komisches Gefühl, die PowerBars hüpften hoch und runter und es fühlte sich an als hätte mir einer einen Besenstiel in den Rücken gestellt. Wie getippt es tat nix weh, was ich aber nach ein paar Meter nicht über meinen linken Fuß sagen konnte. Beim Radfahren hatte ich den Radschuh auf einem sehr holprigen Stück hinter Nazaret, etwas gelockert da ich ein komisches Gefühl hatte. Dieses Gefühl war nun kurz vorm schmerzen. So bewegte ich mich zu meinem Wechselzonenbereich und danach ins Zelt. Jetzt fing die Hektik an, Platz suchen, Klamotten tauschen und dabei gleichzeitig nach meinem Mädel suchen.
Ulli war als Helferin beim Ironman aktiv dabei und war von 12:30-18:30 im Wechselzonenzelt damit beschäftigt sich den Wechselbeutel nach dem Umziehen zu widmen. Als ich endlich das enge Oberteil angezogen hatte viel mir auf das ich vergessen hatte die Radhose vorab aus zu ziehen. Also die Träger der Radhose unter dem Oberteil raus wurschteln, Frauen sind da geübter, und Laufhose an. Ziehe ich mir nun den linken Strumpf aus und schaue was da an der Sole zwickt oder erschrecke ich mich lieber nicht? Diese frage stellte ich mir nun. Dabei immer mit suchendem Blick nach meiner Lieben. Da ich wohl so suchend schaute fragten mich immer wieder Helferinnen ob ich eingecremt werden möchte, welches ich immer verneinte. OK bevor ich nachher leide schau ich nun mal nach. Es war nix zu sehen fühlte sich aber an als würde sich einen Blase bilden wollen. Irgendein Gedankengang brachte mich auf die Idee ein wenig Sonnencreme auf den Fingernagel großen Punkt zu geben. Socken an, Schuhe an und... sollte es jetzt schon weiter gehen? Ich hatte mir eine Flasche mit in den Wechselbeutel gelegt in welche ich 2 PowerGels gefüllt hatte. Ein kleiner Junge stand am Ausgang des Zeltes mit Wasser. Dort füllte ich die kleine Flasche auf. Mein Mädel noch immer nicht gesichtet beschloss ich aus dem Zelt zu gehen. Das gehen war OK der Rücken schmerzfrei aber steif und so ging ich bis ich den späteren Zielbogen erreicht hatte.
Der spätere Zielbogen war gleichzeitig das Ende der Wechselzone. Die Zuschauer auf der dort aufgebauten Tribüne schauten mich an als überlegten sie sich ob ich überhaupt starten sollte.

Laufen:
Mit einem kleinen inneren Chakkka startete ich und die Zuschauer jubelten und applaudierten das ich gar nicht wusste was los ist. Aber es war kein Zieleinlauf eines anderen, wie auch Timo war noch auf der Strecke, und ich war der einzige an der Tribüne. Sie meinten echt mich also lief ich nach ganzen 00:14:19 an und wollte dieses ganz ganz sachte anlaufen.





Schon bald musste ich mich aber auf die Promenadenmauer setzen da ich im linken Schuh einen kleinen Stein vermutete. Schuh aus und nach dem Steinchen suchen. Ich habe Ihn nicht gefunden und auch das abtasten des Fußes brachte ihn nicht zum Vorschein. Also Schuh wieder an und weiter geht es. Das Startnummernband war recht locker was ich aber ignorierte und so meinen Lauf vorsetzte. Doch nicht viel später hing das Statnummernband mir in den Knien und das Druckgefühl am Fuß lies einfach nicht nach.
Da muss ein Steinchen sein, also wieder Schuh aus und Strumpf aus und suchen, nix zu finden absolut nix. Nachdem ich das Startnummernband verknotet habe Strumpf und Schuh wieder an ging es aber echt weiter.
Das Gefühl ignorierte ich und lief so weiter das ich meinte das es mir gut tut. Die Druckstelle verschwand so ca. bei KM 5 und das Band hielte so dass es nur noch an mir lag die restlichen 37KM durch zu laufen. Ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen keinen Wandertag einzulegen sondern durch zu laufen. Immer darauf bedacht dieses Ziel zu erreichen hatte ich auch kein verlangen danach das doch sehr langsame Tempo zu steigern. Es war schon sehr hart gegen den noch immer starken Wind zu laufen. Die erste Runde zog sich wie Kaugummi und ich erhoffte mir hinter jeder Kurve den Wendepunkt zu ersichten.
Da ich nicht soviel Nahrung auf der Radstrecke zu mir genommen hatte wollte ich dieses beim Laufen nachholen. So nahm ich jede Verpflegungsstelle mit und haute mir Cola und ein Stück Orange rein. Kappe immer schön nass halten und ein Becher Wasser übern Kopf und weiter ging es.
Bei Kilometer 10 schaute ich das erste mal auf meine Uhr und bin fast erschrocken. 01:16:xx für 10 KM das sind ja 05:05 auf den Marathon kann das sein. Nun wenn es so ist, ist es so dachte ich mir und hatte gar keine Lust jetzt noch etwas an meinem Laufverhalten zu ändern. Ich war zufrieden mit dem Gefühl das Ding zu enden laufen zu können und diesen IM zu finishen.
Bei ca. KM 37 hörte ich auf einmal “Super durchgezogen Jörrrch“ von einem auch gestarteten bekannten, ich meinte nur “Hau rein du schlucks mich noch“. Irgendwie kam mir dann die Idee die nächsten Verpflegungsstelle zu ignorieren. Ging auch klasse und er Zieleinlauf habe ich voll genossen.

So war ich nach 05:03:44 für den Marathon mit einer Gesamtzeit von 13:13:42 im Ziel und freute mich einfach nur. Gesamtplatz 747 und 107 in der AK empfand ich als OK und Ulli sitzte hinter der Ziellinie schoss feine Bilder und war auch total zufrieden.



(Im Ziel mit dem Godfather des Ironman Lanzarote Kenneth Gasque)

Fazit:
Ein echt feiner Wettkampf einfach super muss man einfach mal gemacht haben. So stellte ich mir Triathlon immer vor und es war ein reiner Genuss da mit machen zu können. Leistungstechnisch gesehen komme ich auch jetzt noch immer wieder ins Grübeln. Hätte ich beim Rad mehr geben sollen. Hätte ich mich beim laufen nicht einfach damit zufriedengeben sollen das Ding einfach durchzulaufen. Ulli meinte dass ich nach meinen Trainingsläufen doch immer fertiger ausgesehen hätte was mir mehr als zu denke gab. Nun es ist vorbei und ich bin wie getippt echt zufrieden. Mit diesen Rahmenbedingungen die ich hatte kann ich das glaube ich auch.

Gabler im Unwetter Fünfter beim Burgwald-Triathlon

Mit hohen Erwartungen ist der Nachwuchsathlet des TV Bad Orb Jörn Gabler zum Burgwald Triathlon angereist, trotz eine intensiven Trainingswoche, die er zuvor bewältigt hatte.

Bei sommerlichem schwül warmen Wetter fiel um kurz vor 15Uhr der Startschuss zum 3. Burgwald Triathlon. Nach 500m konnte Gabler als erster dem kühlen Nass enteilen. Und wechselte mit sehr guter Ausgangsposition auf die zweite Disziplin. Auf dem Rad musst er dem intensiven Radtraining der Woche und dem aufkommenden Unwetter Tribut zollen und viel auf Platz 5 zurück. Bei sintflutartigen Regengüssen konnte Gabler seine 5. Platz zwar nach hinten sichern, aber sich nicht weiter nach vorne schieben. Nach 1:07:27 blieb die Uhr für Gabler stehen. Somit sicherte er seinen 5. Gesamtplatz ab und in der Altersklassenwertung (M25) erreichte er den 1. Platz.

So war das Wetter:



Im Bild: Stephan Bunse, Gesamtwertung, 2. Platz




Zieleinlauf beim Burgwald-Triathlon, Zweitplatzierter Stephan Bunse

Sonntag, 29. Mai 2011

Gelungener Saisonauftakt in der Regionalliga - Platz 6 in Fritzlar




Nervös waren schon vor unserer Premiere in der dritthöchsten Klasse des deutschen Triathlonsports in Fritzlar. Denn nicht nur war die Konkurrenz stärker als im vergangenen Jahr, es stand zudem mit einem Mannschaftssprint über 750m Schwimmen, 20km Rad fahren und 5km Laufen ein Rennformat an, das uns nicht wirklich liegt. Solche Rennen müssen mit einem geschlossen Mannschaftsverband absolviert werden, wobei vier der maximal fünf Starter zusammen das Ziel erreichen müssen.

Schwimmen: Klassenziel verfehlt!
Der Auftakt dann im Ederauen-Freibad brachte gleich den Realitätsschock der höheren Klasse: Da das Rad fahren im Mannschaftsverbund aufgenommen werden muss, mussten die schnellen Schwimmer Jörn Gabler und Adi Kohr auf die Nichtschwimmer unter ihren Mannschaftskollegen warten. Und als größter unter den Nichtschwimmern im Team stellte sich Tim Stutzer heraus, der den schnellen Beinen von Adi nicht über die kompletten 750 Meter im Wasserschatten folgen konnte. So stand am Ende eine Zeit zu Buche, die sogar etwas langsamer war am im letzten Jahr an gleicher Stelle. Das bedeutete in der Zwischenabrechnung den letzten Platz aller Mannschaften.

Rad fahren: Gut, aber mit Verlusten
Da wir aber eigentlich mit Alexander Nikolopoulos und Tim Stutzer zwei der stärksten Radfahrer auch dieser Klasse in ihren Reihen hat, hofften wir, auf dem Rad einigen Boden gut machen zu können. Die geplante Aufholjagd aber wurde schon an ersten von zwei Anstiegen gebremst. Tim, gesundheitlich angeschlagen konnte dem Rest des Teams nicht mehr folgen. So musste Alex allein den Expresszug anzutreiben. Das klappte sehr gut und beim Wechsel in die Laufschuhe lagen die Jungs schon auf dem 6. Platz.

Laufen: Ran ans Limit
Was nun folgte, war für die starken Läufer Gabler und Florian Brosch ein eher lockerer Fünfer, für Alex und besonders Adi aber ging es ans Limit. Trotzdem konnte Adi auf dem letzten Kilometer noch einmal die letzten Reserven freisetzen und schockte damit nicht nur die Konkurrenz. Damit konnten wir in einem sehr knappen Rennen den sechsten Platz bis ins Ziel halten. Zwar hatten die überlegenen Sieger von der LPR Marpingen über drei Minuten Vorsprung, die Plätze zwei bis sechs aber trennten kaum mehr als 90 Sekunden. Damit scheinen auch Platzierungen im Vorderfeld bei den nächsten Rennen, die uns besser liegen sollten, nicht ausgeschlossen.

Diese guten Perspektiven gilt es schon in drei Wochen umzusetzen, wenn in Waldeck am Edersee das zweite der vier Ligarennen der Saison ansteht.

Parallel zum Mannschaftsrennen fand in Fritzlar auch ein Einzelrennen statt, bei dem der als Ersatzmann mit dem Team angereiste Jürgen Metzler als Gesamt-Fünfter und Sieger in der Altersklasse M35 glänzen konnte. Sollte also Tim auch in drei Wochen noch nicht „richtig durchatmen“ können, steht mit Jürgen ein mehr als gleichwertiger Ersatz bereit.

Ergebnis Regionalliga # 1 - Fritzlar

1 LTF Marpingen 01:03:36
2 SC Neukirchen 01:06:11
3 DBL-Team RSG Montabaur 01:06:25
4 Eintracht Frankfurt e.V. 01:07:19
5 Triathlon Team Giessen e.V. 01:07:39
6 TV Bad Orb 01:07:46

Bilder: https://picasaweb.google.com/alexander.nikolopoulos/2011Fritzlar#








Montag, 16. Mai 2011

Ein Wochenende, zwei Rennen, drei Athleten

Vergangenes Wochenende standen zwei Rennen auf dem Programm unserer Jungs, der Kinzigman in Langenselbold mit Adi Kohr und Jürgen MEtzler und der Barockstadt-Triathlon mit Johannes Geldbach in Fulda.

1. Kinzigman - Privatduell Kohr vs. Metzler
Wie fast immer, wenn sie bei demselben Rennen antreten, lieferten sich Adi Kohr und Jürgen Metzler beim erstmals ausgetragenen Kinzigman ein heißes Kopf-an-Kopf-Duell, bei dem Kohr wieder einmal im Wasser die entscheidenden Sekunden auf Metzler gut machen konnte. Auf den 500m, die im Kinzigsee zu absolvieren waren, verlor Metzler die ersten 40 Sekunden, auf den 20 Radkilometern zwischen Langenselbold und Meerholz fast eine weitere Minute. Zwar lief Metzler die abschließenden fünf Kilometer schneller als Kohr, konnte den Rückstand aber nur noch um einige Sekunden verringern und lief knapp 90 Sekunden nach Kohr ins Ziel.

In der Gesamtabrechnung kamen Kohr in 57:53min auf Rang 15 und Metzler in 59:22min auf Rang 17. Den Premierensieg beim Kinzigman sicherte sich mit Sven Bartels ein alter Bekannter, der bereits zwei Mal den Triathlon in Gelnhausen für sich entscheiden konnte.

Detailergebnisse 1. Kinzigman 2011:
http://www.maxx-timing.de/siegerlisten/TriKinzigman2011/einzel_split.pdf


Barockstadt Fulda Triathlon – Johannes Goldbach als einsamer Kämpfer im Regen
Beim zum zweiten Mal ausgetragenen Barockstadt Fulda Triathlon schlug sich Johannes Goldbach sehr gut. Zwar musste er gleich zu Beginn des Rennens einen kleinen Rückschlag hinnehmen – entgegen der sonstigen Regel war der Neoprenanzug im Freibad zugelassen – aber Goldbach ließ sich von den etwas kühleren Temperaturen nicht abschrecken. Zwar verlor Goldbach damit im Becken überproportional viel Zeit, konnte sich aber im Verlauf des Rennens immer weiter nach vorn schieben. Nach Splitzeiten von 19:12min für 1.000m schwimmen, 1:09:23h für 39km Rad fahren und 43:26min für die abschließenden 10 Laufkilometer lief Goldbach auf Gesamtrang 27 der mehr als 200 Starter ein.

Detailergebnisse 2. Barockstadt Fulda Triathlon 2011:
http://fulda-tria.r.mikatiming.de/2011

Montag, 9. Mai 2011

Teamwochenende im Bayernwald



Sportlich hat die letztjährige Mannschaft des Jahres der GNZ das neue Sportjahr am 1. Mai in Gelnhausen mit dem fünften Platz von Jörn Gabler sportlich sehr erfolgreich einge-läutet.

Dem Einstieg in die Rennsaison folgte dann am vergangenen Wochenende eine wohlver-diente Auszeit des fast kompletten Teams im Bayerischen Wald. Den Aufenthalt im Son-nenhotel Bayerischer Hof in Waldmünchen hatten die Kurstädter als einen ihrer Preise bei der Sportlerwahl von der GNZ erhalten. Und wie sich herausstellte, war das Wochenende und auch das Hotel für Triathleten geradezu ideal gewählt. Strahlender Sonnenschein begleitete die Dreikämpfer das komplette Wochenende über und da man im Hotel das All-Inclusive-Angebot nutzen konnte, wurden auch die immer hungrigen Triathleten jederzeit satt.

Sportlich wurde auch etwas getan an diesem Wochenende, es stand die Vorbereitung auf das erste Rennen der Regionalligasaison an. Da Waldmünchen über ein großzügiges Er-lebnisbad mit Sportbecken verfügt, das Gäste des Bayerischen Hofs kostenlos nutzen dürfen, war das Training für die erste Disziplin am Samstag schon sicher. Auch für das Rad fahren ist der fast einsame Bayernwald direkt an der tschechischen Grenze ideal. Nur der Straßenbelag auf der anderen Seite der Grenze lässt auf den Nebenstraßen teils zu wünschen übrig.





Nun, da konnte gleich geübt werden, wie schnell sich ein Plattfuß so beheben lasst. Der den ersten Trainingstag abschließende Lauf führte dann um den örtli-chen Badesee, den Perlsee, herum, der bei etwas höheren Wassertemperaturen ebenfalls zum Training hätte genutzt werden können. Der zweite Trainingstag begann dann, wie der erste aufgehört hatte, mit einem kurzen Lauf vor dem Frühstück. Da mit Adi Kohr ein Teammitglied den Ironman in Regensburg auf seinem Saisonplan stehen hat, wurde die große Radausfahrt des Wochenendes kurzerhand mit einer Streckenerkundung der dorti-gen Radstrecke verbunden. Ein Teil der Orber brach mit dem Rad ins 80 Kilometer ent-fernte Regensburg auf, das Serviceteam nach einer weiteren kurzen Schwimmeinheit mit dem Versorgungsfahrzeug. Gemeinsam wurde dann die durchaus anspruchsvolle Radrunde am Donautal in Angriff genommen. Den Abschluss des Trainings bildete dann ein wenn auch sehr kurzes Bad im leider noch sehr kalten Guggenberger See, in dem das Schwimmen des Ironman Regensburg ausgetragen wird.

Damit können die Kurstädter Triathleten auf ein rundum gelungenes Wochenende zu-rückblicken und sind für den Saisonauftakt am 28. Mai gut gerüstet.

Nicht vergessen wollen wir hier, an dieser Stelle sei der GNZ noch einmal herzlicher Dank für die perfekte Wahl des Teampreises ausgesprochen.



Mehr Fotos hier.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Tim Stutzer bei Triathlon-Szene.de - Radtalk, zweiter Teil

Mitte März war Tim Stutzer wieder mal bei Triathlon-Szene-TV zu Gast. Diesmal zum Thema "Renntaktik: Hammer the bike!", wieder gut eine Dreiviertelstunde. Wer die Sendung live nicht sehen konnte, dem steht jetzt der - allerdings kostenpflichtige - Download hier zur Verfügung.


Montag, 2. Mai 2011

Platz 5: Jörn Gabler „Best of the Rest“ beim Kinzigtal-Triathlon

Diesmal wartete der traditionelle Saisonauftakt für unser Team, der Kinzigtal-Triathlon im Nachbarort Gelnhausen schon lange vor seiner Austragung mit einigen Problemen auf – er war auf den 1. Mai terminiert. Nicht bloß fand parallel in Oberursel die Deutsche Duathlonmeisterschaft statt, nein am 1. Mai startet auch immer das große Radrennen in Frankfurt. Einige von uns entschieden sich aber trotzdem für den Tanz in den Mai und damit gegen Sport früh morgens am Sonntag.

Siegchancen? - Haste gedacht!
Für den Rest, so die graue Theorie, sollte die Parallelveranstaltung in Oberursel, zu der sicher ein paar richtig schnelle Jungs pilgern sollten, für größere Chancen auf eine Platzierung im Vorderfeld sorgen. Und bis genau 5 Tage vor dem Rennen sah es auch noch genau so aus: Außer einem unbekannten Großenkel von Clint Eastwood keine wirkliche Granate in Sicht, weit und breit. Also vielleicht doch mal wieder freie Bahn für einen Podestplatz von Lokalmatadoren. Dann aber ging alles ganz schnell: Mittwoch vor dem Rennen stand mit Marcel Bischof der erste Profi in der Startliste. Ab Donnerstag lag mit Tim Stutzer eins unserer Rennpferde flach und Freitag kam dann das endgültige Aus für unsere vermeintlichen Siegchancen: Mit Paul Schuster und Thomas John hatten zwar nicht wie im letzten Jahr Ironman-Europameister nachgemeldet, aber immerhin Jungs, die die DTU-Norm für den Kurzdistanz-Europacup vor Wochenfrist locker erfüllt hatten.

Für unsere verbliebene kleine Armada bestehend aus Jörn Gabler, Jürgen Metzler, Bernd Paczarkowski, Oliver Rinkenberger und Jörg Treffler ging es also de facto noch um den Titel „Best of the Rest Gelnhausen 2011“ und um das ein oder andere Altersklassenpodium.


Griesheimer Duo vornweg - Gabler kämpft und wird belohnt!
Als dann um 10:20 Uhr der Startschuss für die Topstarter fiel, war die Entscheidung in der Gesamtwertung schnell gefallen. Zwar wechselte Paul Schuster noch gemeinsam mit seinem Griesheimer Vereinskollegen Thomas John aufs Rad, dort aber machte Schuster schnell Nägel mit Köpfen: Über zwei Minuten konnte er John abnehmen und lief nach sehr zügigen fünf Laufkilometern als einziger Athlet in 57:22min unter einer Stunde als Sieger ins Ziel. Hinter Schuster und John aber konnte Jörn Gabler lang um den letzten verbliebenen Platz auf dem Treppchen mitkämpfen. Auf der ersten der beiden Radrunden lag Gabler fast gleichauf mit dem Briten Paul Westwood (Tri Team Rhein Main), Marcel Bischof vom TriTEAM SSKC Aschaffenburg und Matthias Hähnel von Eintracht Frankfurt. Jedoch konnte sich zunächst Bischof und dann auch Westwood auf den letzten Radkilometern leicht von Gabler absetzen. Mit leichtem Rückstand auf dieses Duo dann ging Gabler auf die fünf Laufkilometer, und konnte sich schnell von Hähnel absetzen. Trotz vollem Einsatz aber war der Rückstand auf Bischof und Westwood zu groß. Damit erreichte Gabler das Ziel als Gesamtfünfter und damit als bester Amateur des Tages. Alle vor ihm platzierten Athleten haben im Gegensatz zum Studenten Gabler eine Profilizenz. In seiner Altersklasse AK25 reichte es für Gabler zudem zu einem Podestplatz: Er wurde hinter Bischof Zweiter.



Altersklassenpodest durch Paczarkowski - Rinkenberger, Treffler und Metzler solide

Ebenfalls das Treppchen seiner Altersklasse - Platz 2 - erreichte mit einer soliden Leistung von 1:08:30h Bernd Paczarkowski. Das Podium seiner Altersklasse knapp verpasste Jürgen Metzler, der dort mit 1:07:52h Fünfter wurde und insgesamt auf Rang 24 kam. Mit soliden Leistungen konnten die weiteren Starter des Teams, Oliver Rinkenberger (1:13:40h) und Jörg Treffler (1:15:17h) aufwarten.

Ergebnis Kinzigtal-Triathlon 2011:

1. Paul Schuster - Carboo4u TuS Griesheim - 57:22
2. Thomas John - Carboo4u TuS Griesheim - 1:01:04
3. Marcel Bischof - TriTEAM SSKC Aschaffenburg -1:01:28
4. Paul Westwood - Triathlon Team Rhein Main - 1:01:47
5. Jörn Gabler Team Spessartchallenge - 1:03:03

Detailergebnisse Kinzigtal-Triathlon 2011:
http://www3.your-sports.com/details/index.php?page=2&eventid=5768&lang=de


Presseberichterstattung im Gelnhäuser Tageblatt:

Freitag, 25. Februar 2011

Tim im Triathlon-TV


Am 21.1. war Tim Stutzer bei Triathlon-Szene-TV zu Gast. Zum Thema "Radtraining für schnelle Amateure" hat er sich mit Moderator Arne Dyck rund eine Stunde lang unterhalten. Wer die Sendung live nicht sehen konnte, dem steht jetzt der - allerdings kostenpflichtige - Download hier zur Verfügung.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Crossduathlon Rodgau – Julia Nikolopoulos als 4. knapp am Treppchen vorbei

Am Ende fehlten keine zwanzig Sekunden und es hätte für Platz drei und damit mit der ersten Podestplatzierung fürs Team Spessartchallenge im Jahr 2011 gereicht.




Leider aber konnte Julia nach anstrengendem ersten Lauf über 3,4km, gefolgt von 23km auf dem Crosser den entscheidenden Antritt von Claudia Hill (Seligenstadt) auf den ab-schließenden drei Laufkilometern nicht mehr kontern.

Hille hatte sich auf dem ersten Laufpart etwas von Julia absetzen können, Julia dagegen sich auf dem Rad einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Leider aber wurde Julia schon kurz nach dem Wechsel auf die letzten drei Laufkilometer von Hille gestellt. Wo man bei länge-ren Rennen zumeist noch einmal kurz gegenhalten kann, war für Julia in diesem Moment nur Schadensbegrenzung angesagt. Trotzdem ließ Julia zumindest nach hinten nichts mehr anbrennen und lief locker als Gesamt-Vierte ein.

Alles in allem ein guter Saisonauftakt, auch wenn man Julia die Müdigkeit nach dem bei kühlen Temperaturen und einigem Wind ausgetragenen Rennen gehörig anmerkte.

Mehr Fotos vom Crossduathlon im Rodgau: https://picasaweb.google.com/alexander.nikolopoulos/2011Dudenhofen#

Ergebnisse Crossduathlon Rodgau 2011:

1. Schulz, Jenny Skills 04 Frankfurt 1:11:15 + 4:10
2. Linne, Franzi TuS Griesheim 1:15:01 + 7:56
3. Hille, Claudia TSG Kleinostheim 1:18:55 + 11:50
4. Nikolopoulos, Julia TV Bad Orb 1:19:16 + 12:11

Montag, 14. Februar 2011

Heimische Triathleten in der Loipe beim 34. Rennsteig-Skilauf in Oberhof


Die milden Temperatur der letzten Tage sind im Allgemeinen freudige Vorboten einer kommenden Wettkampfsaison für die Triathleten des SV Gelnhausen und des Team Spessartchallenge vom TV Bad Orb. Einige hart gesottene Athleten reisten am 13.02.2011 jedoch absichtlich in eine der größten Wintersporthochburgen Deutschlands.

Im thüringischen Oberhof mischten sich Adi kohr und Jürgen Metzler vom Team Spessartchallenge und Omid Keyvanponr und René Breite vom SV Gelnhausen unter die Langlaufspezialisten beim 34. Rennsteig Skilauf.

Auf profilierter Strecke ging es nicht nur den Rennsteig rauf und runter, sondern auch über die Weltcupstrecke der Profis. Start und Ziel waren dementsprechend in der Biathlon-Arena.

Die Sportler aus dem Main-Kinzi-Kreis schlugen sich beim im Massenstart ausgetragenen Rennen über 30km achtbar und landeten im Mittelfeld der über 400 Starter.

Als erster der heimischen Sportler errreichte Omid Keyvanponr 1:52 Std. den Zielbereich, konnte aber nur kurz Luft holen. Adi Kohr (1:57:17 std.) und René Breide (1:57:31 Std.) lieferten sich ein fernsehreifes Duell. Nachdem zunächst Kohr über 29km lang die Nase vorn hatte, konterte Breite auf dem letzten Kiometer. Erst kurz vorm Ziel erkämpfte sich Kohr wieder den seinen Rang zurück. Drei Minuten später folgte Jürgen Metzler (2:00:45 Std), der mit seinem zweiten Skilanglaufrennen überhaupt mehr als zufrieden war.


"Skilanglaufwettkämpfe sind eine herrliche Alternative für uns Triathleten", gab Kohr im Ziel - luftschnappend - zum Besten. Die kommende Triathlonsaison wird es zeigen, was die Ausflüge in den Wintersport den Ausdauersportlern gebracht haben.

Montag, 24. Januar 2011

Team of the Year 2010 im Main-Kinzig-Kreis!!!

(jm) Die Heimat weiß das Team Spessartchallenge zu schätzen. Bei den Sportlerwahlen der lokalen Presse heimsten die Mannschaft des TV BAD ORB Podestplätze ein. Der dritte Platz bei der Leserwahl des Gelnhäuser Tageblatts wurde vom glorreichen Sieg bei der Sportlerehrung der Gelnhäuser Neuen Zeitung als "Team of the Year 2010" noch getoppt. Auf der großen Sportlergala am 19. Januar auf dem Gelände des Verlagshauses Naumann hob der stellvertretende GNZ-Redaktionleiter Dieter Geissler hervor: "Das Team Spessartchallenge galt in der 1. hessischen Triathlonligs als Absteigskandidat, nach vier nervenaufreibenden Wettkämpfen war die Sensation perfekt: Die Bad Orber hatten völlig überraschend den Aufstieg in die Regionalliga Mitte geschafft. Noch nie vorher war eine heimische Triathlon-Equipe höherklassig angesiedelt. Hut ab vor dieser großartigen Leistung." Als Preis für unsere Schindereien nahmen die Orber Triathleten sehr gerne einen dreitägigen Reisegutschein für das ganze Team in ein Wellnesshotel im Bayerischen Wald entgegen. Wie viel Wellness nach unseren Trainingseinheiten bei der Reise übrig bleibt, wird sich zeigen.
Alles in Allem war das Team Spessartchallenge an diesem Abend unheimlich stolz, dass die leidenschaftliche Aufopferung für usneren Lieblingssport Triathlon und unsere damit verbundenen Versuche, in den gemeinsamen Ligawettkämpfen für den TV Bad Orb alles aus uns rauszuholen, eine solche Wertschätzung erfuhren. Am Ende geschah der folgende Satz aus diesem Stolz heraus, sicher gepaart mit einer gehörigen Portion guter Laune und einem Klacks an Übermut. Im Interview auf der Bühne versprach Teamkapitän Tim Stutzer: "Wir nehmen den Aufstieg in die 2. Bundesliga ins Visier, das ist für uns als passionierte Amateursportler gerade noch machbar!" Machbar? Eine Herausforderung der ganz bersonderen Sorte... müssen wir - fast alle - dafür doch noch (schnell) schwimmen lernen!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Neuer Sponsor für 2011: Debeka Versicherungen Bad Orb


Irgendwie ist es konsequent, dass die Bad Orber Niederlassung der Debeka-Versicherung von Peter Ringelstein uns unterstützt. Mehr als 50% unserer Stammbesetzung profitieren schon seit Jahren vom erstklassigen Service der Debeka, zwei weitere Kandidaten sind gerade "in der Mache". Da hat Peter, zudem noch selbst aktiver Triathlet und Mitglied unserer Staffel beim Ironman 70.3 Wiesbaden die Gelegenheit ergriffen, sich einen Platz auf unseren Trikots für die kommende Saison zu sichern.

Danke an Peter für die Unterstützung 2011!

3. Platz bei der Sportlerwahl des GT

Dank der Unterstützung durch den ganzen Ort, die fleißig Stimmzettel aus dem GT eingesandt haben, sind wir mit 13% der Stimmen auf dem Treppchen der Sportlerwahl des GT gelandet. Florian Brosch, der nicht einmal zu den offiziellen Kandidaten gehörte hat es mit Platz 8 doch glatt auch unter die Top10 geschafft.

Danke für die Unterstützung!

Team Spessartchallenge!

Montag, 17. Januar 2011

Florian Brosch im Interview

Florian Brosch hat einen Sponser*, für den er hier ein paar Fargen beantwortet hat.



*Pun intended.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Adi Kohr und Jürgen Metzler wechseln auf Langlaufski


Bad Orber Triathleten messen sich mit Langlaufspezialisten


Man könnte den Glauben vertreten, nach dem Aufstieg des Teams Spessartchallenge vom TV Bad Orb in die dritthöchste deutsche Triathlonliga, die Regionalliga Mitte, ruhen sich die Athleten aus der Kurstadt in den Wintermonaten auf ihren verdienten Lorbeeren aus. Weit gefehlt, nutzen einige Triathleten gerade die kalte Jahreszeit für den Aufbau der im Triathlonsport so wesentlichen Grundlagenausdauer. Adi Kohr und Jürgen Metzler verlagern die wetterbedingt fehlenden Möglichkeiten Radfahren zu trainieren, in dem sie diese Trainingseinheiten einfach auf die Langlaufbretter wechselten.

Die beiden wettkampfbegeisterten Sportler nahmen nach etlichen Trainingskilometern im Vogelsberg und der Rhön beim traditionellen Silvesterrennen über 12,5 km der SKG Gersfeld teil. Gleich über 170 weitere Langläufer gingen unweit der Wasserkuppe am „Roten Moor“ an den Start. Darunter waren mit Weltcup-Läufer Daniel Heun oder dem ehemaligen DDR-Langlauftrainer Henner Misersky auch viele bekannte Gesichter. Unter den vielen Spezialisten konnte das Motto der Orber Triathleten eigentlich nur „Dabei sein ist alles“ heißen.

Dennoch gaben Kohr und Metzler ihr Bestes und erreichten auf der profilierten Strecke nach 46:20 Minuten und 51:23 Minuten das Ziel. „Meine Ski waren heute schlecht gewachst und nicht konkurrenzfähig. Auf den Abfahrten habe ich jedes Mal 50 Meter zur Gruppe verloren“, sagte Metzler kurz nach der Zieldurchfahrt. Aus Metzlers Rennen resultierte der vierte Platz in der Altersklassenwertung M30, Kohr belegte Platz 15 in der M 40. Nach diesem herrlichen Ausflug in die Skilanglaufwelt folgt der nächste Wettkampf in Kaltenlengsfeld/Thüringen über 20 Kilometer am kommenden Wochenende.


(erschienen am 06.01.2011 im Gelnhäuser Tageblatt)

Freitag, 24. Dezember 2010

Mannschaft des Jahres Teil 2 - GNZ

Nachdem wir ja bei der noch bis zum 31.12. laufenden Sportlerwahl des GT für die Mannschaft des Jahres nominiert sind, hat nun gestern die Konkurrenz der Gelnhäuser Neue Zeitung gleich mal Nägel mit Köpfen gemacht und uns geradeheraus zu seiner Mannschaft des Jahres 2010 gekürt.

Die Ehrung findet am 20.01. statt, Bericht folgt!


Freitag, 10. Dezember 2010

GT-Sportlerwahl 2010 - Wir sind nominiert!

Liebe Freunde des TEAMS SPESSARTCHALLENGE,

in der Ausgabe des Gelnhäuser Tageblatts (GT) vom letzten Samstag wurden die Kandidaten für die Sportlerwahl des GT 2010 vorgestellt und das Triathlonteam des TV Bad Orb, das TEAM SPESSARTCHALLENGE, hat es unter die sechs nominierten Mannschaften geschafft.


Damit wir es auch aufs Podium schaffen, brauchen wie Eure Mithilfe!


Gewählt werden kann NUR MIT DEM ORIGINALCOUPON aus der Zeitung, der bis zum 31.12. täglich im GT erschein. Wer uns also wählen möchte, kann sich täglich mit dem GT einen Stimmzettel besorgen, den er dann an die Redaktion des GT schickt. Wie immer gibt’s auch für die Wähler einige gute Preise zu gewinnen.


Der ultimative Plan, um uns so richtig viele Stimmen zukommen zu lassen ist ein zweiwöchiges Probeabo abzuschließen. Falls jemand Bedenken haben sollte: Das keine Abofalle, das Abo endet nach den 2 Wochen automatisch. Bestellen kann man das Probeabo hier:


http://www.gelnhaeuser-tageblatt.de/verlagsservices/abonnement/leseprobe/index.htm


Ihr könnt diese E-Mail gern weiterleiten.


Danke vorab & Train safe!


Tim Stutzer

Montag, 6. Dezember 2010

Nikolaus-Duathlon 2010 – Winterspiele im Niddapark






Kalt war es am 5.12. in Frankfurt und grimmig schaute der Nikolaus drein (Bild), als im Niddapark, dem ehemaligen Bundesgartenschaugelände der Nikolaus-Duathlon gestartet wurde.

Bei den technisch schwierigsten Bedingungen der letzten Jahre, die gesamte Strecke war schneebedeckt, waren auch drei unserer Athleten am Start. Alex und Julia Nikolopoulos waren mit dem Rad angereist, Tim Stutzer hatte aus Offenbach lieber das Auto genommen.

Vom Start weg konnten sich Alex und Tim in den Top10 festsetzen und wechselten nach den ersten fünf Laufkilometern hintereinander aufs Rad. Julia hatte es beim ersten Lauf auch gut erwischt und konnte das neue Titanpferd in den Top5 satteln.

Auf dem Rad schlug Tim zu Beginn ein so hohes Tempo an, dass Alex kaum folgen konnte, sehr schnell hatte er sich auf Platz fünf vorgearbeitet. Leider zu schnell. Als er nach drei Vierteln der Strecke zu Routinier Lothar Leder aufgeschlossen hatte, ging plötzlich nichts mehr. Jede Pedalumdrehung wurde zur Qual und schon zwei Kilometer später hatte Alex Tim gestellt und flog förmlich vorbei. Alex konnte damit die 22 Radkilometer auf dem 6. Platz abschließen, Tim nahm den direkten Weg zur Kuchentheke. Julia hatte auf dem mit sehr schmalen Reifen ausgestatteten Crosser einen sehr harten Tag auf dem Rad. Immer wieder sackten die Reifen tief in den Schnee, waren kaum zu kontrollieren. Fast schon hätten zwei Drittel der Orber aufgegeben, aber Julia biss sich durch! Sie absolvierte trotz großem Frust die Radstrecke und drehte beim abschließenden Lauf nochmal auf. Während Alex dort noch einen Platz einbüßte und das Ziel als Siebter erreichte, sammelte Julia noch einige Konkurrentinnen ein und landete am Ende doch noch auf einem sehr respektablem 5. Platz.


Ergebnis Nikolausduathlon 05. 12. 2010

Frauen:
1. Bucci, Nadine SG Poseidon Eppelheim 1:39:07,3
2. Hille, Claudia TSG Kleinostheim 1:41:19,6
3. Richter, Claudia Bad Homburger SC 1:43:04,1
4. Jensen, Sandra Utemückeltriathlon ev-Laktatexpress.de 1:46:37,3
5. Nikolopoulos, Julia TV Bad Orb/Team Spessartchallenge 1:47:01,3

Männer
1. Kiefer, Haimo Skills 04 Frankfurt 1:18:59,9
2. von Grot, Rudolf Skills 04 Frankfurt 1:20:57,0
3. Siegismund, Sebastian Skills 04 Frankfurt 1:22:29,8
4. Leder, Lothar StartNet-Team DSW Darmstadt 1:24:40,6
5. Hilke, Christoph Team Frankfurter Laufshop 1:25:02,8
6. Strzezyk, Peter SG Poseidon Eppelheim 1:26:19,1
7. Nikolopoulos, Alexander TV Bad Orb/Team Spessartchallenge 1:26:53,9


Donnerstag, 11. November 2010

Tim in Florida: Mit 9:04h nach Hawaii

Florida Teil I – Der Selbstversuch - oder - Harakiri eines Radfahrers?

(Mehr innovative Plakate von Ritter Sport.)

Eins vorweg: Am 06.11.2010 war das Rennen meines Lebens! Es passte so gut wie alles zusammen: Die Form, die Rennstrategie, die psychische Verfassung und auch die äußeren Bedingungen. Dadurch ist vieles Erlebte gefärbt und sofern hier einmal Unzufriedenheit mit einigen Teilen des Rennens erkennbar wird: Das ist Leiden auf verdammt hohem Niveau!

Why Florida? Of all places?
Was sich aber einige, die um meine Stärken und Schwächen im Triathlon wissen, berechtigt fragen werden ist: Wie kommt ein starker Radfahrer und mittelmäßiger Läufer auf die Idee, auf einem so flachen Kurs, der Läufern und Lutschern zugute kommt, überhaupt anzutreten? Ganz einfach: Es war eine Kurzschlussreaktion nach dem vergeigten Rennen in Regensburg! Da stimmte im Vorfeld alles, nur am Renntag lief von Beginn an nix. So also entschied ich mich dafür, die meiner Meinung nach doch gute Form 2010 noch einmal zu testen. Da aber der Ironman in Arizona erst Ende November stattfindet und ich nicht den kompletten November durch trainieren wollte, fiel die Wahl auf eine Reise nach Panama City, Florida.

Konkurrenz im eigenen Haus
Meinen „Servicemann“ und GodFather des Triathlons im Main-Kinzig-Kreis im Schlepptau ging es so also zusammen mit ca. 70 weiteren verstrahlten Triathleten los Richtung Golf von Mexiko. Eine Woche vor dem Rennen treffen wir ein, genug Zeit um allein wegen der Konkurrenz in der eigenen Reisegruppe so richtig nervös zu werden. Jeder der Gäste von Hannes scheint sich schon mindestens fünf Mal für die Ironman-WM auf Hawaii qualifiziert zu haben. Dagegen nimmt sich meine einzige „Quali“ 2008 so richtig mickrig aus. Trotzdem will ich mich nicht nervös machen lassen und „mein“ Rennen machen. Nach Absprache mit Coach Uwe hatten wir einen Plan zurecht gelegt, der nach 60min fürs schwimmen eine für mich sehr konservative Rennstrategie vorsah. Ich sollte mich auf den ersten 120km der Radstrecke zurückhalten um erst in den letzten eineinhalb Stunden per pedale aufzudrehen. Dadurch sollte ich meine durch den zweiwöchigen Trainingsausfall und die Zerrung Mitte Oktober nicht wirklichen fitten Läuferbeine für einen Marathon um 3:25h schonen. Bloß nicht schneller anlaufen als 4:45min/km! In der Theorie sollte auch so eine Zeit von um 9:15h drin sein. Das hatte 2009 ausgereicht, um sich für Kona zu qualifizieren und „die Quali“ war das Ziel des Trips. So schön sich dieser Plan anhörte, so wenig konnte ich Uwe versprechen, ihn wirklich einzuhalten.

Training auf der Radstrecke –Realitätsschock!
Tief in meinem Innern ist vor Ort aber der schöne Plan des konservativen Herangehens schon nach der ersten Besichtigung der Strecke Makulatur. In Summe kommt man dort über die 180km auf weniger als 400 Höhenmeter. Ich kann bloß auf Wind hoffen, sonst werden mich die lutschenden Läufer schon früh im Rennen stellen. Das Schwimmen dagegen verspricht schön und schaurig zugleich zu werden. Schön, weil der Golf von Mexiko hier selten klares Wasser bietet, in dem man so einige Meeresbewohner beobachten kann. Schaurig, weil das Rennen nicht im Wasser sondern mit einem Sprint vom Strand auf gestartet wird. Nun denn, da müssen alle durch, denke ich positiv. Das Laufen auf dem zwei Mal zu absolvierenden Rundkurs wiederum verspricht Abwechslung. Zwar startet die Strecke vor einer der wenig romantischen Bettenburgen am Strand der Stadt, danach führt sie aber fast idyllisch durch ruhige Wohngebiete und am Ende durch den sehr schönen St. Andrews State Park. Dort müssen wir beim Trainingslauf soger einen Hirsch die Straße vor uns passieren lassen.

Das Wetter, MEIN Wetter!
Hatten wir also Mitte der Woche die Strecken erkundet, so dreht sich ab dem komplett verregneten Mittwoch alles um die Wettervorhersage für den Renntag. So ganz nicht dem Klischee „Florida“ entsprechend werden für Samstag Maximaltemperaturen von 16° Celsius und Frühtemperaturen von um 4°C vorausgesagt. Der so ziemlich einzige Athlet, der sich bei diesen Aussichten richtig freut, scheine ich zu sein. Schon in England 2008 hatte ich bei 12° und Nieselregen ein sehr gutes Rennen absolviert, Kälte ist eben mein Ding. So bessert sich meine Laune zusehends, je näher der Renntag rückt. Wie immer werden routinemäßig die Pastaparty am Donnerstag und der Rad-CheckIn am Freitag abgearbeitet und schon ist der Renntag da.

Race Day!
Wie immer raus um 4:00h, Toast & Bagles mit Marmelade und Nutella! Kaffee darf auch nicht fehlen, dann nix wie auf zum Start! Das Rad will ich noch mit dem Ergomo bestücken, aber leider hat das Ding endgültig seinen Geist aufgegeben, also nix mit wattgesteuertem Rad fahren. Schade. Schnell sind die zwei Stunden bis zum Start vorbei. Obwohl ich wie immer einer der ersten Athleten in der Wechselzone bin, werde ich, auch wie immer, einer der letzten sein, die hektisch zum Start sprinten. Es soll vom Strand aus losgehen, mit einem Sprint an den mit 24 Grad einzig warmen Ort des Tages, den Golf von Mexiko. Die Luft hat vor dem Start ganze 4°Grad. Da ist selbst mir kalt! Die Profis starten um 6:50h von einer Sandbank 50 Meter vor dem eigentlichen Strand. Zum Glück für uns, denn nachdem dieser Start gelaufen ist, rückt die Meute vor. Zunächst bis zu der Sandbank, von der die Profis aus starteten, dann immer weiter. Die wenigen Helfer können die Stampede nicht aufhalten.

Swim 3,86km



Als der Startschuss endlich um 7:00h fällt, stehe ich in dritter Reihe fast 100 Meter vom Strand entfernt schon hüfthoch im Wasser. Das beruhigt mich, denn so fällt der Kräfte raubende Sprint ins Wasser weg. Deshalb geht es für einen Massenstart von 2.700 Athleten ziemlich gesittet zu. Ich halte mich an den Vorsatz, locker zu schwimmen. Hier wird der Slot noch nicht gewonnen. Als die erste der beiden Runden aber nach 28:30min vorbei ist, träume ich kurz von einer Zeit unter einer Stunde, was ich im Ozean nicht für möglich gehalten hätte. Das Schwimmen von Runde zwei ist dann auch schon ohne große Schlägerei nach 59:25min beendet. Leider aber muss ich noch einige Meter durchs seichte Wasser waten und erreiche offiziell nach 1:00:02h das Ufer. Also alles im Plan, der Spaß kann jetzt beginnen!

Daten zum Schwimmen hier: http://connect.garmin.com/activity/56105182

Wechselzone Swim – Bike
Hey, denk ich, warum legen sich alle Leute hier nach dem Schwimmausstieg auf den Strand? Ah, „Wetsuit Pullers“ – Ausziehhelfer für Neoprenanzüge. Wie das funktioniert? Den Reißverschluss des Anzugs öffnen die Athleten auf den Weg aus dem Wasser noch selbst und ziehen ihn bis zu Hüfte runter. Den schwierigen Teil aber übernehmen Helfer: Ich leg mich auf den Teppich, der Helfer reißt mir den Gummi vom Leib. Sehen sehr lustig aus, die vielen schwarzen Käfers, die wie wild am Strand zappeln. Nun denn. Ich schnappe meinen Anzug und verschwinde Richtung Rad. Viele Athleten legen jetzt komplett trockene Kleidung an, teilweise lange Hosen und Windjacken. Ich vertraue meiner Ironman UK-Kombination von Skinfit-Kurzarmshirt, TCSD-Tritop, Armlingen und Handschuhen und nix wie weg. Trotzdem verbringe ich in der elend langen Wechselzone mehr als 5min, was aber im Verhältnis noch recht fix ist.

180km Bike-Spaß – fast
Au Backe! Auch mir ist kalt! Zuerst sogar richtig kalt! Mit nassen Klamotten bei 5° aufs Rad und dann mit 40 Sachen bei Gegenwind die Küstenstraße entlang brettern – nein, das geht nicht ohne Schmerzen. Trotzdem aber komme ich mit der Kälte offensichtlich besser zurecht als die Konkurrenz. 25 Kilometer lang ziehe ich an immer mehr Athleten vorbei und komme langsam auf Betriebstemperatur. Überholt werde ich nie, so soll es sein! Den guten Vorsatz, irgendwie Richtung 4:45h zu fahren hab ich da schon aufgegeben, dafür fühle ich mich zu gut. Das kann nach hinten losgehen, aber soweit denke ich gerade nicht. Zunächst ist an der Küste leichter Seitenwind von Nord-Nord-West, der von Kilometer 12 an direkt ins Gesicht bläst, als es ins Landesinnere geht. Vielleicht aber ist der Gegenwind früh im Rennen gar nicht schlecht, denke ich. So ist es für die Jungs, die ich hier überhole schwerer, dran zu bleiben. Allein bei Kilometer 30 merke ich, dass ich einen Mitfahrer habe. Zunächst mache ich mir nicht viel draus, Kopf runter und Druck auf die Pedale! Als er aber 10km später immer noch da ist, werde ich etwas sauer. Zwar fährt er mehr als regelgerecht, immer mindestens 10 statt der vorgeschriebenen 7m hinter mir, aber irgendwie nervt das. Denn auch in diesem Abstand hat er noch einen veritablen Windschatten und spart Kraft Als ich ihm das verbal zur Kenntnis bringe, stellt sich heraus, dass er weder Englisch noch Deutsch versteht. Er ist Franzose und mein Französisch miserabel. Leider aber schüttelt er den Kopf als ich ihn gestenreich auffordere auch einmal in die Führung zu gehen. So ein Shice, denke ich, denn er ist auch noch in meiner Altersklasse unterwegs und fahre weiter. Etwas später wird es mir zu bunt und ich bremse mal auf der Geraden ab. Da muss er vorbei. Kurz fahre ich in 10 Metern Abstand hinterher, aber er fährt etwa 3-4km/h langsamer als ich eigentlich fahren will. Also entschließe ich mich dazu, eine Attacke zu fahren. Also hole ich Schwung und brettere mit 45 Sachen an ihm vorbei. Wenn er kein Radrennfahrer ist, sollte das reichen. Es reicht leider nicht. Er ist nämlich, wie sich später herausstellt, Amateur-Radrennfahrer und als solcher gar kein schlechter. Auch beim zweiten Mal klappts wieder nicht. Auch nicht beim dritten Mal. Da aber solche Attacken auf die Dauer für mein Rennen, das ja auf eine gleichmäßige Ausdauerleistung ausgelegt ist, kontraproduktiv sind, finde ich mich schlussendlich damit ab, die Lokomotive zu spielen.

Bei Kilometer 55 dann sind die führenden Profifrauen erreicht. Sie werden von einer Gruppe Altersklassenathleten „begleitet“. Tolles Rennen! Die schnelleren Jungs dieser Gruppe wollen dann auf den Zug aufspringen, aber bei Kilometer 65 geben sie das auf. Bis auf meinen französischen Schattenmann natürlich (Auch hier auf dem Bild hat er sich gut versteckt ;-).





Als es dann bei Kilometer 75 einen kleinen Hügel hinauf geht, fährt er auf einmal an mir vorbei. Huch! Kommt wohl aus den Bergen und nicht aus dem Flachland, der Kerl. Da der „Berg“ aber nur 500 Meter lang ist, fahre ich bald wieder vorn, denn in der Ebene ist mir seine Geschwindigkeit wieder zu langsam. Nun denn! Hilft alles nix!

Kurz darauf kommt uns auf einem Hin- und Zurückstück die Spitze des Profirennens entgegen. Da fährt man auch Triathlon-Peloton. Das sind mindestens 10 Jungs, die sich da zusammen die Arbeit teilen. Die gute Nachricht aber ist, dass die so viel schneller als ich gar nicht unterwegs sein können. Schneller als nen 40er Schnitt fahren die also auch nicht! An dieser Stelle kann ich auch meinen „Servicemann“ grüßen, der mit dem Auto hier raus gefahren ist, um zu schreien wie ein Wilder! Er ruft mir zu, dass ich schon auf „Platz 2“ vorgefahren sei. Fragt sich bloß Platz 2 von was? Amateure gesamt, Altersklasse, Titanhobelfahrer, wer weiß? Egal, weiter! Wenig später fahre ich an einem völlig durchgefrorenen Max Longreé vorbei. Der ist aus wärmeren Gefilden hierher angereist und hat sichtlich keinen Spaß mehr!

Am Wendepunkt dann gibt’s Eigenverpflegung. Als ich meinen Beutel schnappe, fährt mein Schatten mal wieder vor. Zum zweiten Mal auf 50km. Super! Ich hole meine Flaschen aus der Tüte, verstaue sie am Rad und ziehe wieder vorbei. A propos Verpflegung: Durch die Temperaturen um 5°C sind meine Gels so zähflüssig wie Powerbars bei 35° und die Powerbars hart wie Stahl. Kauen ist da nicht - sie wie Eis zu lutschen auch keine Alternative. Also wird alle 30min ein halber Riegel unter die Hose geklemmt und nach 15min haben ihn Sonne und Muskeln so weit aufgetaut, dass er halbwegs essbar ist. Auf dem Weg zurück vom Wendepunkt dann sehe ich das, wofür der IM FL eigentlich berüchtigt ist: Das erste größere Peloton! Es sind noch nicht viele, die da dicht an dicht hintereinander fahren, aber ein Dutzend ist es schon. Ich nehme mir die Zeit, mich aufzurichten und ihnen unter Flüchen den Mittelfinger entgegenzuhalten. Vulgär, mir aber egal. So ein Shice, aber ich hätte es besser wissen sollen!

Danach geht das Eisenbahn spielen mit meinem französischen Freund weiter: Mit einigen kurzen Unterbrechungen, immer an leichten Anstiegen, fahre ich vorn. Dann, irgendwann jenseits von Kilometer 110 bremse ich ihn einmal wieder aus und winke ihn vor. Freundlich schaue ich dabei nicht. Jetzt nämlich ist nix mehr mit Rückenwind, wir fahren nach Westen und der Wind steht weiter auf Nord-Nord-West. Hier aber geschieht ein Wunder! Er fährt vor und seine Geschwindigkeit ist nicht wie zuvor 3-4km/h langsamer als während meiner Führungsarbeit. Kann durchaus sein, dass ich dann doch in den letzten zweieinhalb Stunden unseres Ausrittes mehr Kräfte gelassen habe als er. Warum bloß? Nun erfahre ich, was es an Kräfteersparnis bedeutet, auch noch 10 Meter hinter einem Konkurrenten her zu fahren. Mein Puls sinkt bei gleich bleibender Geschwindigkeit um mehr als 15 Schläge ab. Lang aber, es sind vielleicht drei Minuten, bleibt er nicht vorn, aber nun denn. Auch auf diesem 35km langen Gegenwindstück darf ich also fast die gesamte Führungsarbeit machen. Da wir aber stetig von einem Motorrad mit Kampfrichter begleitet werden, muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass da jemand direkt an meinem Hinterrad klebt. Auch übernimmt mein Anhänger jetzt noch ein, zwei Mal die Führung. Mittlerweile hab ich mich wirklich damit abgefunden wie das bei uns so läuft. Ich muss zumindest nicht die komplette Arbeit allein machen. Und: Was wir da machen ist immer vollends innerhalb der Regeln, immer mindestens 10 Meter Abstand. Ohne ihn wäre ich wohl vier Stunden komplett allein geradelt und Zuschauer sind hier auch keine an der Strecke. Mein anfänglicher Ärger weicht also langsam einer gewissen Sympathie für den Leidensgenossen, der ja auch nie irgendeine geschriebene Regel verletzt hat. Leidensgenossen eben.

Als es auf Kilometer 135 zugeht, mache ich mir langsam Gedanken über die Gruppen, die hinter uns sicher immer größer werden. Zu meinem Glück aber bläst der Wind weiterhin aus Nord-Nord-West, was auf den letzten 40km stetigen Rückenwind Richtung Küste bedeutet. Gut für mich, denn so kann ich mit dem Wind gen T2 segeln und muss nicht allein gegen Wind ankämpfen. Das nämlich wäre gegenüber den Gruppen hinter mir ein erheblicher Nachteil gewesen. So aber geht’s flott voran und mit dem Wind im Rücken fährt auf einmal mein Schatten vor mir, setzt sich sogar 50 Meter ab. Lass ihn, sag ich mir, denn spätestens auf dem kurzen Wendepunktstück bei Kilometer 150 werden wir uns wieder sehen. So ist es dann auch, denn hier geht es kurz noch mal Richtung Westen und – schwupps – fahre ich wieder vor ihm. Auf dem Weg zurück von diesem Wendepunkt dann gabeln wir zwei Profis auf, die sich an uns festbeißen. Da das ja keine Konkurrenz ist, fluche ich nur kurz, kümmere mich aber nicht weiter. Hin und zurück geht es da insgesamt knapp 6km und auf dem Rückweg sehe ich nur einzelne Athleten, glücklicherweise keine große Gruppe. Also haben die Lutscher mindestens 10min Rückstand. Es besteht also noch Hoffnung!

Nach 15km mit rund 42km/h Richtung Küste, auf denen ich noch mal den Rest meiner festen Nahrung vertilge (insgesamt auf dem Rad sind es 3 PowerBar, 12 PowerGels und trotz der Kälte 5,5 Liter PowerBar-Getränk) biegen wir auf die Küstenstraße ab. Auf diesem Stück übernimmt auch mein Leidensgenosse mal zwischendrin die Führung, zu dieser Zeit wieder mit Argusaugen von unserer privaten Kampfrichterin beobachtet. Auf der Küstenstraße nehme ich bewusst noch mal einen Gang raus. Kurz vor der zweiten Wechselzone dann wünsche ich meinem Schatten trotz allem, ein wenig Arbeit hat er ja auch gemacht, viel Glück für den Marathon.

Nach einer Radzeit von 4:35:39h lande ich mit in T2 an (Bild). Sorry Uwe, es ging nicht langsamer! ;-)



Von den Profis vorn in der Gruppe waren einige ein paar Minütchen schneller, andere langsamer, nun denn. Das Ziel aber, unter den Agies die schnellste Radzeit zu fahren, scheitert. Denn als „Amateuren“ hat eine absolute Granate gemeldet, die eine 4:24h auf den Asphalt brennt. Amateur aber ist der falsche Begriff, denn Damien Favre-Felix tritt auf unserer Seite des Atlantiks als Profi an. Allein für eine Kona-Quali, die er als Pro noch nie geschafft hatte, hat er sich in USA als Agie gemeldet.

Daten zum Rad gibt’s hier: http://connect.garmin.com/activity/56105190

Der Lauf wird zur Qual(i)
Nachdem ich in T2 über meine mit Kinesio-Tape beklebten Waden noch Kompressionssocken gezogen hab – sicher ist sicher, aber hässlich wie die Nacht – geht die Reise ins Unbekannte los! Denn die eigentlich gute Laufform von Anfang September mit einer fast lockeren 36:20min über einen 10er, hat Mitte September einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Da lag ich zweieinhalb Wochen flach und als ich halbwegs wieder auf dem Damm war, hatte ich mir beim einem Halbmarathon die rechte Wade gezerrt. In Summe standen also im September und Oktober nur 200km Laufkilometer im Trainingstagebuch. Ausgeruht war ich also in jedem Fall!
Auch wegen dieser Vorgeschichte war der ursprüngliche Plan, 4:30min/km anzulaufen schon länger verworfen. Uwe wollte gar, dass ich 5min/km anlaufe. Das aber bringe ich doch nicht hin und stiefele nach 3km in um 4:35min/km mit ~4:43min/km los. Immer noch ist der Himmel strahlend Blau aber so richtig warm wird es nicht. Vielleicht 14 Grad hat es und es ist windig. Umso besser für mich! Schnell ruft mir der radelnde Supporter zu, ich sei derzeit zweiter Nicht-Profi, der Führende aber auch in meiner Altersklasse unterwegs.
Von Laufkilometer zwei an geht es dann was die Platzierungen anbetrifft rückwärts. Erst kommen nur die drei auf den Zug aufgesprungenen Profis vorbei. Vielen Dank auch! Dann aber bald die direkte Konkurrenz. Die läuft aber in einem Geschwindigkeitsbereich an, der weit über meinen Möglichkeiten liegt, so auf einen Marathon von glatt 3h hin.Gleich der Erste, nennen wir ihn mal Hiob, berichtet beim kurzen Schwatz von seinen Beobachtungen am zweiten Wendepunkt. Die sind niederschmetternd: Eine riesengroße Gruppe von 40-50 Mann hatte da nur 10min Rückstand auf ihn. Tolle Aussichten, aber ich bin wenigstens gewarnt, nicht nachzulassen. Dafür bin ich dann 500m weiter so freundlich, ihn, als er falsch abbiegt, zurück auf den in diesem Fall linken Weg zu rufen. Auf der Laufstrecke ist es zu diesem Zeitpunkt noch so richtig leer, keine Athleten weit & breit, die wenigen Zuschauer noch nicht da. Man muss schon an den Kreuzungen im Wohngebiet genau schauen, wo es lang geht. Nicht jede ist mit Helfern besetzt. Als es dann Richtung St. Andrews State Park geht sind schon 8km rum. Hier ist dann wieder mein Megafon auf zwei Rädern unterwegs und ich lasse mich zu einer für seine Ohren sehr riskanten Aussage hinreißen. Wie schon in England 2008 habe ich von Beginn der Laufstrecke an das Gefühl, dass heute einfach alles glatt geht. Ich rufe ihm also zu, dass ich das Ding jetzt in diesem Stiefel durchlaufen werde, dass nix mehr anbrennt! Er guckt schockiert und ungläubig, fühlen sich doch zu diesem Zeitpunkt im Marathon eigentlich noch alle Athleten recht gut. Der denkt sicher, ich hab sie nicht alle. Die Runde durch den Park dann ist recht einsam, allein die beiden Verpflegungsstationen bereiten Abwechslung. Wie bei der Trainingsrunde steht dann mitten im Park auf einmal ein Reh auf der Straße. Unglaublich!

Nach der Parkrunde geht’s dann fast denselben Weg zurück zu T2. Immer wieder piept die Auto-Lap-Funktion des Garmin und mal stehen für den Kilometer 4:42min, mal 4:44min drauf. Alles läuft also nach Plan. Die Halbmarathonmarke dann passiere ich völlig im Soll nach 1:38:40h, also mit Kurs sub 3:20h. Und da kommt zum ersten Mal der Gedanke, dass es trotz der verdammt langen Wechselzonen vielleicht doch was werden könnte mit einer Zeit von unter neun Stunden. So ganz auf der Höhe sind meine Kopfrechenkünste nicht mehr, aber mir ist schon klar, dass ich einen negativen Split hinlegen müsste, um das noch zu schaffen. Das aber würde das Risiko bergen, zu früh ans Limit zu kommen, doch noch zu platzen. Also lasse ich es sein. Außerdem hab ich gelesen, dass man Leute, die ihre "sub9" in Florida gemacht haben, sowieso nicht ernst nehmen kann. Also wäre das ja eh nix wert! Lassen wir das also.

An der Eigenverpflegung beim Halbmarathon wird trotzdem ein Strategiewechsel in Sachen Ernährung vollzogen: Nix mehr mit „PowerBar – Power to Push“, ab jetzt verleiht RedBull Flügel. Danach werden an den Verpflegungsstationen noch Cola und koffeinhaltige Gels verdrückt, das muss reichen.

Ich stiefele also weiter stur 4:45er Schnitt. Leider ist die Strecke jetzt viel voller als auf Runde eins, das bedeutet Slalom durch menschliche Stangen. Meine Hoffnung allerdings, dass irgendwer, der 1:40h hinter mir vom Rad gestiegen ist, so verrückt ist, Richtung 3:20h anzulaufen, erfüllt sich nicht. Schade, hätte ich mich ja noch mal vor dem schon veritablen Westwind verstecken können. Auf dem Weg zum Park überholen mich noch zwei Jungs, aber die sind in einer anderen AK unterwegs. Also keine Panik, es sieht noch alles gut aus! Vor der zweiten Runde durch den Park fangen die Oberschenkel richtig an zu brennen. Geht das hier doch noch schief? Also Eis in die Hose kippen und Zähne zusammenbeißen. Hier hinten erweist sich ein Tipp von Uwe als Gold wert: Er meinte, ich solle mir für harte Zeiten auf dem Rad und beim Lauf positive Erinnerungen zurechtlegen. Also hatte ich schon das Rad mit Positivem zur, sorry, Selbstverarschung, beklebt. Seine Ansage aber, dass ich, sofern ich auf Runde zwo im Park noch Reserven spüre, „Feuer!“ geben soll, setzt noch mal Energien frei. Da geht noch was! Waren die letzten drei Kilometer erstmals langsamer als 4:45min, fühlt es sich auf einmal wieder schneller an. Subjektiv renne ich sub 4min/km, objektiv bin ich aber gerade in der Lage die 4:45min zu halten. Aber: Es sind bloß noch 10km. Nur noch einmal vom Holbeinsteg nach hause. Das schaffen wir auch noch. Auf dem Weg durch das idyllische Wohngebiet zwischen km 35 und 37 werde ich dann ein letztes Mal von einem AK-Konkurrenten überholt. Er fliegt förmlich vorbei. Am Ende hat er eine 3:04h für den Marathon stehen. Da kann ich nicht, da will ich nicht mit!

Bei Kilometer 37 dann geht’s ab in den totalen Tunnel. Obwohl sich mein menschliches Megafon so richtig ins Zeug legt, zeige ich keine Reaktion mehr. Ich denke, man sieht, warum *klick* aufs Foto.




Direkt am Abzweig Richtung Ziel überhole ich dann doch zum ersten und einzigen Mal auf der Laufstrecke. Da ich nicht weiß, wie schlecht es Brad gerade geht – er wird für die letzten 500m fast fünf Minuten brauchen - nehme ich noch mal die Beine in die Hand und renne. Nach 200 Metern schaue ich zurück und er ist weg. Eigentlich habe ich Zeit, den Zieleinlauf zu genießen, aber da fällt mein Blick auf meine Laufzeit. Da steht was von 3:19:25h und es ist nicht mehr weit! Unter 3:20h zu laufen wäre doch was. Also Geschwindigkeit halten und Augen zu. Nach handgestoppten 3:19:58h für den Marathon, hier die Garmindaten zum Lauf: http://connect.garmin.com/activity/56105197, überquere ich die Ziellinie - Gesamtzeit knapp über 9:04h, (offizielle Splits: Swim 1:00:02 – T1 5:08min – Bike 4:35:39 – T2 3:12min – Run 3:20:03h.) Warum auf dem Zielfoto 9:14h stehen und man mich bloß von hinten sieht? Da steht noch die Zeit der Profis, die 10min vor uns gestartet waren und das Foto von vorn war so schlecht, ich die $ 20 nicht hab ausgeben wollen!




Hammer!
Im Ziel werde ich sofort von meiner One-Man-Support-Crew geherzt, die sichtlich begeistert ist. Ich dagegen bin einfach nur fassungslos. Heute hat wirklich alles geklappt. Na ja, fast alles, denn direkt nach dem Zieleinlauf sehe ich meinen französischen Schattenmann schon Pizza essen. Er hat mich schon in T2 überholt und ist knapp zweieinhalb Minuten vor mir ins Ziel gekommen. Aber irgendwie kann ich ihm gar nicht böse sein, freue mich sogar für ihn. Und: er freut sich sichtlich riesig für mich, denn als 6. der AK hat es auch für mich mit einem Slot geklappt. Er gratuliert mir sehr herzlich und bedankt sich überschwänglich. Wir werden dann auf der Awards-Party mit einem Bierchen anstoßen, wo trotz allem ich ein wenig neidisch auf seinen Pokal für den 4. Platz gucke.

Wer übrigens wissen will, warum ich auch bei 5-10 Grad Außentemperatur allein auf der Radstrecke immer noch 5,5l getruknen habe, werfe einen Blick auf meine Trishort, die nach dem Rennen doch glatt von allein aufrecht stehend einen Blick auf den Golf von Mexiko werfen konnte:





Versöhnlicher Saisonabschluss
Mit diesem Rennen ist dann 2010 doch noch sportlich gut ausgegangen und das vergeigte Rennen in Regensburg ad acta gelegt. Die Grobplanung für 2011 steht auch, am 08.10.2011 darf ich wieder mit den schnellen Jungs spielen. Denn am Tag nach dem Rennen stand ich wieder mal mit grenzdebilem Grinsen im Gesicht im Orgazelt und hab von meinem Kreditkartenkonto eine unverschämt hohe Summe abbuchen lassen. Dazu aber und zu den sonstigen Randerscheinungen eines IM auf dem US-amerikanischen Festland gibt's demnächst einen separaten Bericht im redaktionellen TEil von http://www.triathlon-szene.de/.

Abschließend noch mal ein riesengroßes Dankeschön für den besten Support der Welt vor Ort, der leider auch meine etwas angespannte Vorwettkampflaune hat ertragen müssen (Teambild unten). Danke auch an die anderen guten Wünsche vor dem Rennen und Glückwünsche danach und besonders Uwe, der sich meiner nach dem verkorksten Rennen in Regensburg angenommen hat und den Taper für das Rennen offensichtlich erheblich besser hinbekommen hat als ich selbst.


Tim

Weitere Bilder gibt's hier: http://picasaweb.google.com/timule/IMFLPicasa#


Thanx

Tim